Sensible Daten auf dem Impfausweis

Keine Impfpass-Fotos ins Internet stellen: Experten warnen vor Betrugsfalle

  • Anna-Maureen Bremer
    vonAnna-Maureen Bremer
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Viele Menschen, die einen Impftermin bekommen haben, teilen danach ein Foto ihres Impfpasses im Internet. Experten und Datenschützer in Deutschland schlagen Alarm.

Endlich scheint die Sonne, es zieht die Menschen in Baden-Württemberg und ganz Deutschland nach draußen. Zeit wird wieder lieber bei Freunden im Garten verbracht, grillend und am liebsten in großer lockerer Runde. Schön wär‘s! Das Coronavirus schränkt uns weiterhin ein, die „Bundes-Notbremse“ greift* und in Baden-Württemberg gelten knallharte Regeln*. Viel Hoffnung liegt auf den weiter fortschreitenden Impfungen. Davon, ein Foto vom Impfnachweis im eigenen Impfpass online hochzuladen, wird nun dringend abgeraten, das berichtet echo24.de*.

Corona-Impfung: Experten warnen! Keine Impfpass-Fotos ins Internet stellen

Und trotz harter Regeln steigt die 7-Tage-Inzidenz in Baden-Württemberg erneut* und droht einen kritischen Wert nochmal zu überschreiten. Lockerungen? Scheinen so jedenfalls noch in ganz weiter Ferne. Einziger Ausweg aus der Pandemie scheint zu sein, möglichst viele Menschen zu impfen. Auch Politiker Karl Lauterbach postete auf Twitter kürzlich eine Grafik, die deutlich macht, wie sich die Corona-Zahlen in Israel zum Positiven entwickelten, nachdem immer mehr Menschen dort geimpft waren. Neben deutlich geringeren Infektionszahlen, sanken dort auch die tödlich verlaufenden Corona-Erkrankungen deutlich.

Corona-Impfung besser nicht online posten - sensible Daten im Impfpass

Nicht hilfreich im Bezug auf Impfungen in Deutschland ist, dass das Image mehrerer Hersteller stark gelitten hat. Durch die Medien gehen zahlreiche Berichte von Nebenwirkungen der Corona-Impfung mit AstraZeneca*. Das Vertrauen in den Impfstoff ist dahin und bei vielen hat sich ein generelles Misstrauen gegenüber der verschiedenen Vakzine und deren Zuverlässigkeit eingestellt.

Es scheint, als wollten einige Menschen gerade aus diesem Grund nach der eigenen Impfung auch andere ermutigen, diesen Schritt zu gehen. Viele entscheiden sich daher, ihre Impfung im Internet zu posten. Dagegen spricht prinzipiell nichts. Allerdings raten Experten dringend davon ab, auch ein Foto des Impfpasses hochzuladen.

Hierbei gelte es, sensible Daten vor Missbrauch z schützen. Wie die Welt berichtet, könnte dadurch sogar die gesamte Impfkampagne in ganz Deutschland gefährdet werden. Aber wie können Posts in Sozialen Medien einen derartigen Schaden anrichten? Die Summe der zusammenkommenden sensiblen Daten im Impfpass ist der Grund. Name, Impftermin und die Chargennummer des Impfstoffs können erkennbar sein. Im Bericht der Welt heißt es: „Sie lassen sich missbrauchen – etwa, um falsche Impfnebenwirkungen an das zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) zu melden.“

Deutschland: Impfpass enthält sensible Daten - Experten warnen vor Betrug

Eine Sprecherin des PEI sagte dazu, „dass mit einer solchen Chargenbezeichnung natürlich auch falsche Verdachtsfallmeldungen generiert werden können“. Wer hier schlechtes im Sinn hat, hat es dann denkbar einfach auf „nebenwirkungen.bund.de“ oder in der „SafeVac-App“ eine Meldung zu hinterlassen, die auf den ersten Blick kaum als Betrug zu erkennen ist - denn Namen und Kontaktdaten sind müssen zur Erfassung nicht angegeben werden.

Auch Datenschützer sehen das Posten des Impfpasses ausgesprochen kritisch. Gerade, wenn junge Menschen früh einen Impftermin bekommen, könnten sich dadurch Rückschlüsse auf schwere Vorerkrankungen schließen lassen. „Die Betreiber von sozialen Netzwerken werteten die erkennbaren Eigenschaften einer Person in der Regel aus, um werberelevante Rückschlüsse zu ziehen und sie zu verkaufen.“ *echo24.de ist Teil von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Andreas Arnold/dpa

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