Hohe Wirkung für Impfkampagne?

Zweifel gegenüber Corona-Impfstoff: FDP fordert öffentliche Impfung von Steinmeier und Merkel

Laut FDP sollen Bundeskanzlerin Merkel und Bundespräsident Steinmeier möglichst schnell geimpft werden - und das am besten öffentlich.

Seit beinahe zwei Monaten wird bereits in Deutschland geimpft. Die einen können es kaum erwarten, endlich an der Reihe zu sein – wohingegen die anderen noch sehr misstrauisch gegenüber des Corona-Impfstoffes sind. Doch eine hohe Impfrate ist wichtig für die Eindämmung der Corona-Pandemie*. Genau aus diesem Grund fordert die FDP nun eine möglichst baldige Impfung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD), wieecho24.de* berichtet. Die Impfungen sollen bestenfalls öffentlich stattfinden.

Zweifel gegenüber Corona-Impfung: Kann eine öffentliche Impfung von Merkel und Steinmeier helfen?

Ziel dieser öffentlichen Impfaktion soll es sein, Vertrauen zu schaffen und Zweifel gegenüber der Corona-Impfung aus dem Weg zu räumen. Kritisiert wird bei diesem Vorhaben allerdings, dass die Aktion auch einen negativen Eindruck hinterlassen könnte. Denn eigentlich wären Merkel und Steinmeier laut des Impfplans der Bundesregierung* noch nicht an der Reihe.

Angela Merkel hat in der Vergangenheit bereits öffentlich bekannt begeben, sie werde sich impfen lassen, sobald sie an der Reihe sei. Bernd Wiegand, der Oberbürgermeister von Halle, musste sich erst kürzlich gegen massive Kritik verteidigen, weil er und einige weitere Mitglieder des Stadtrates Impfungen gegen das Coronavirus erhielten, obwohl sie laut Impfplan noch nicht berechtigt waren.

Vorbildfunktion durch öffentliche Impfung von Merkel und Steinmeier?

Dienen Politiker nun als Vorbilder, wenn sie sich rasch impfen lassen oder stößt es bei einigen doch eher auf Unverständnis, warum Politiker bevorzugt werden und nicht wie alle anderen auch warten müssen, bis sie an der Reihe sind? Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Michael Theurer (FDP) betont gegenüber der Bild Zeitung, eine öffentliche Impfung des Bundespräsidenten und der Kanzlerin wäre ein „sehr positives Signal“ für die Impfkampagne.

Schon seit dem Start der Corona-Impfungen in Deutschland hagelt es immer wieder Kritik. Die größten Zweifel entstehen vor allem aufgrund von möglichen Nebenwirkungen durch die Impfstoffe*. Kritisiert wird auch, dass der Impfstoff so schnell entwickelt wurde, möglicherweise nicht ausreichend getestet werden konnte und Langzeitfolgen bisher nicht erforscht werden konnten.

Astrazeneca-Impfstoff wirft Zweifel auf –  Lauterbach lässt sich dennoch damit impfen

Derzeit steht vor allem der britisch-schwedische Corona-Impfstoff von Astrazeneca in der Diskussion*. Der Astrazeneca-Impfstoff, welcher in Deutschland nur an Personen unter 65 Jahren verabreicht werden darf, soll weitaus weniger wirksam sein als die Impfstoffe von Biontech/Pfizer oder Morderna. Nach Angaben des Herstellers selbst soll der Astrazeneca-Impfstoff allerdings zuverlässig vor besonders schweren Krankheitsverläufen durch das Coronavirus schützen.

Dennoch schreibt der Astrazeneca-Impfstoff derzeit erneut Schlagzeilen aufgrund seiner Nebenwirkungen. Nach Klagen von Klinik-Angestellten über Nebenwirkungen, verursacht durch den Impfstoff, sind in Niedersachsen Impfungen mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca an zwei Orten kürzlich sogar gestoppt worden*.

SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach will sich mit dem Impfstoff von Astrazeneca impfen lassen.

Trotz der Kritik hat der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach angekündigt, sich Ende kommender Woche mit dem Impfstoff von Astrazeneca impfen zu lassen. Karl Lauterbach arbeitet ab dann als Impfarzt in einem Leverkusener Impfzentrum „Ich werde mich dort, wie alle Mitglieder des Impfzentrums, natürlich mit Astrazeneca impfen lassen“, sagte der Bundestagsabgeordnete dem Tagesspiegel. „Wir wollen ein klares Bekenntnis zu Astrazeneca abgeben, das ist ein sicherer und guter Impfstoff.“ *echo24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Hannibal Hanschke/dpa

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