Empfehlung der Ständigen Impfkommission

Schon eine AstraZeneca-Spritze bekommen? Das passiert mit der Zweitimpfung der U60-Jährigen

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  • Anna-Maureen Bremer
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  • Violetta Sadri
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Endlich Klarheit: So geht es für diejenigen weiter, die unter 60 Jahre alt sind, aber bereits eine Impfung mit dem Vakzin von AstraZeneca bekommen haben.

Update, 14. April: Über zwei Millionen Menschen unter 60 Jahren haben in Deutschland bereits die erste von zwei AstraZeneca-Impfungen bekommen. Nachdem mehrere Menschen über Nebenwirkungen geklagt hatten und es sogar Todesfälle gab, wurde der Impfstoff zeitweise ausgesetzt. Der Kampf gegen das Coronavirus geht weiter.

Zweite Impfung nicht von AstraZeneca – Änderung im Impf-Verfahren bei U60-Jährigen

Zeitnah stand fest: Nur noch Menschen über 60 Jahren wird der Impfstoff verabreicht. Dickes Aber: Was passiert mit den Menschen unter 60, die nun „halb“ geimpft sind? „Sie sollen bei der notwendigen Zweitimpfung auf ein anderes Präparat umsteigen“, das berichtet die dpa. Damit folgen die Gesundheitsminister von Bund und Ländern dem Vorschlag der Ständigen Impfkommission (Stiko) von Anfang April.

Aber geht das - Impfstoffe „mischen“? Dazu heißt es, es sei klar geworden, dass die Zweitimpfung mit einem einen mRNA-Imfpstoff, also dem Präparat von Biontech/Pfizer oder Moderna, eine gute Basis sei, um die Menschen wirksam zu schützen, sagte der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Bayerns Ressortchef Klaus Holetschek, am Dienstagabend der Deutschen Presse-Agentur in München.

AstraZeneca-Impfung für unter 60-Jährige: Zweitspritze vom anderen Hersteller

Ausschlaggebend für die Entscheidung: Wenige Geimpfte wiesen Hirnvenenthrombosen nach der AstraZeneca-Impfung auf. Experten gehen nun davon aus, dass dieses geringe Risiko aber vor allem bei jüngeren Menschen besteht. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich noch nicht zu dem Verfahren mit sogenannten Kreuzimpfungen geäußert.

Von der dpa heißt es dazu: „Es lägen noch keine ausreichenden Daten für mögliche Risiken einer ersten Impfdosis mit Astrazeneca und einem anderen Mittel als Zweitimpfung vor, hatte WHO-Sprecherin Margaret Harris am vergangenen Freitag erklärt. Sie bezog sich auf eine vorläufige Empfehlungen eines WHO-Expertengremiums von Februar. Demnach solle vorläufig das gleiche Produkt für beide Impfungen gespritzt werden.“

Der Corona-Impfstoff von CureVac könnte schon bald in Deutschland verimpft werden: Der Tübinger Hersteller hofft auf eine Zulassung des Vakzins in der EU im Mai.

AstraZeneca-Impfstoff nur noch ab 60 Jahren - Was passiert mit der Zweitimpfung?

Update vom 6. April: Der stark umstrittene AstraZeneca-Impfstoff, der jetzt zu Vaxzevria umbenannt wurde, soll nun, nachdem immer wieder Hirnvenenthrombosen bei vor allem jüngeren Frauen aufgetreten waren, nur noch an Ältere ab 60 Jahren geimpft werden. Das empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) seit dem 30. April.

AstraZeneca wurde schon seit mehreren Monaten gespritzt. Doch was passiert mit denen, die bisher nur die Erstimpfung mit Vektorimpfstoff erhalten haben? Dafür legte die STIKO am 1. April Empfehlungen vor. Bislang liegen keine wissenschaftlichen Daten für heterologe Impfserien vor (eine Impfserie mit zwei verschiedenen Vakzinen). Bis diese Daten vorliegen wird empfohlen, dass Personen unter 60 anstelle der zweiten AstraZeneca-Impfung eine mRNA-Impfung nach frühestens zwölf Wochen erhalten. Denn: Der ausgelöste Schutz nach der AstraZenca-Impfung beginnt dann abzunehmen.

Infrage kommen dabei zurzeit zwei Impfstoffe: Comirnaty von Biontech/Pfizer und COVID-19-Impfstoff von Moderna. Der dritte Impfstoff wäre von CureVac. Das Unternehmen strebt eine Zulassung bis Ende Juni 2021 an. Die heterologe Impfserie mit AstraZeneca und den mRNA-Impfstoffen bleibt eine Ausnahme. Alle anderen Impfserien sollen mit demselben Produkt abgeschlossen werden.

STIKO empfiehlt AstraZeneca-Impfstoff nur noch ab 60 Jahren

Update vom 30. März: Die Ständige Impfkomission empfiehlt den AstraZeneca-Impfstoff nur noch für Ältere ab 60 Jahren, wie mehrere Medien am Dienstagabend berichten. Der Impfstoff soll nach einem Beschluss der Gesundheitsminister ab Mittwoch, 31. März nur noch Älteren gespritzt werden. Zuvor hatten mehrere Städte und Bundesländer, wie Berlin, München und Nordrhein-Westfalen Impfungen mit dem Impfstoff für unter 60-Jährige gestoppt. Auch in einigen Unikliniken wurde der Impfstoff nicht mehr gespritzt und sich an Bund und Länder gewandt. Grund dafür waren die neuen Erkenntnisse über aufgetretene Hirnvenen-Thrombosen*, wie auch merkur.de* berichtet.

Laut des Paul-Ehrlich-Instituts gab es bis zum 29. März insgesamt 31 Fälle von Sinusvenenthrombosen nach einer Impfung mit AstraZeneca in Deutschland. 9 Menschen starben. Außer in zwei Fällen waren meist Frauen davon betroffen. Laut dem RKI wurden bisher 2,7 Millionen Erstdosen und 767 Zweitdosen von dem Impfstoff verimpft.

Impfstau Ade: STIKO empfiehlt AstraZeneca-Impfstoff auch für Ältere

Erstmeldung vom 4. März: Bisher wurde der britische Corona-Impfstoff von Astrazeneca, anders als die EU-Arzneimittelbehörde EMA empfiehlt, in Deutschland nur an Personen unter 65 Jahren verabreicht. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt nun, den Astrazeneca-Impfstoff auch an ältere Personen zu verimpfen. Diese Maßnahme könnte dazu beitragen, dass der Impfstau in Deutschland beendet und das Impf-Verfahren beschleunigt werden könnte. Doch ist das auch sinnvoll?

Verweigerung von Astrazeneca: STIKO empfiehlt den Impfstoff nun auch für über 65-Jährige

Der Impfstoff von Astrazeneca stand in den vergangenen Wochen immer wieder zur Diskussion. Einerseits aufgrund seiner Nebenwirkungen, andererseits wegen seiner Wirksamkeit. Doch vor allem was die Wirksamkeit angeht, ist der Ruf des Astrazeneca-Impfstoffes sich momentan am Bessern. Wie eine Schottische Studie zeigt, sinkt das Risiko von Geimpften mit dem Astrazeneca-Impfstoff um rund 94 Prozent, bei einer Corona-Infektion einen schweren Verlauf zu erleiden. Zudem soll sich die Wirksamkeit des Impfstoffes von Astrazeneca verbessern, je größer der Abstand zwischen der ersten und der zweiten Impfdosis ist.

Am größten war der mediale Wirbel wohl aufgrund des Impfstaus in Deutschland. Während zahlreiche Menschen in Deutschland auf einen Impftermin warten, sollen viele Berechtigte ihren Impftermin ausgeschlagen haben, weil sie den Astrazeneca-Impfstoff nicht haben wollten. Dadurch soll der Impfstoff nun trotz allgemeinen Mangel haufenweise im Kühlschrank herumstehen. Daraufhin wurde in Baden-Württemberg sogar die Impfreihenfolge leicht abgeändert, um einen Impfstau zu verhindern – was wiederum führte zu heftigen Diskussionen, sogar bei der STIKO.

STIKO empfiehlt AstraZeneca-Impfstoff „für alle Altersgruppen, entsprechend der Zulassung“

Weitere Diskussionen, ob die Impfreihenfolge in ganz Deutschland gelockert werden sollte, dürften nun vom Tisch sein. Der Corona-Impfstoff des Herstellers Astrazeneca wird in Deutschland nun auch für Menschen ab 65 Jahren empfohlen, wie die Deutsche Presseagentur berichtet. Die Ständige Impfkommission teilte am Donnerstag in Berlin mit, die Impfung mit dem Mittel „für alle Altersgruppen, entsprechend der Zulassung zu empfehlen“. Dies sei am Mittwoch beschlossen worden.

Die Entscheidung beruht laut Aussagen der Ständigen Impfkommission „auf einer intensiven Analyse und Bewertung von neuen Studiendaten, die erst innerhalb der vergangenen Tage als Vorab-Publikationen verfügbar wurden“. Die Wirksamkeit des Impfstoffs sei in Bezug auf die Verhinderung von Covid-19-Erkrankungen und insbesondere auch in Bezug auf die Verhinderung schwerer Krankheitsverläufe „eindrücklich belegt“ worden, erklärte das Gremium mit Blick auf die Daten aus England und Schottland, wo das Präparat bevorzugt eingesetzt wird.

Was ist anders an dem Astrazeneca-Impfstoff?

Der Impfstoff namens AZD1222 wurde von dem britisch-schwedischen Pharmakonzern Astrazeneca zusammen mit der Universität Oxford entwickelt. Der Impfstoff wird seit Januar in Großbritannien flächendeckend eingesetzt und kann im Gegensatz zu den Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna bei normaler Kühlschranktemperatur gelagert werden. Er ist zudem preisgünstiger als die mRNA-Impfstoffe der anderen beiden Hersteller.

Die aktualisierte Impfempfehlung der STIKO lag am Donnerstag zunächst nicht vor. Die Vorab-Erklärung begründete das Gremium mit der außergewöhnlichen Situation und dem großen, verständlichen Informationsbedürfnis der Bevölkerung. Zuvor hatte bereits das Bundesgesundheitsministerium den Schritt angekündigt, dass nun auch Ältere den Astrazeneca-Impfstoff erhalten sollen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sprach von einer guten Nachricht für alle Älteren, die auf eine Impfung warten: „Sie können schneller geimpft werden.“ Auch die Empfehlung, den Abstand zwischen der Erst- und Zweitimpfung auf etwa zwölf Wochen auszudehnen, solle nun „sehr zeitnah“ in der Impf-Verordnung umgesetzt werden. *echo24.de und merkur.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Hannibal Hanschke/dpa

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