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Post streikt in Baden-Württemberg – auch am Samstag keine Zustellungen

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Von: Lisa Klein, Julia Cuprakowa

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Im Tarifstreit bei der Deutschen Post will Verdi mit bundesweiten Warnstreiks den Druck auf den Arbeitgeber erhöhen. Das bekommen Kunden zu spüren: Auch am Samstag bleiben die Briefkästen leer.

In Baden-Württemberg wird erneut gestreikt! Dieses Mal haben sich jedoch keine Züge verspätet, oder sind ganz ausgefallen, wie es bei Lokführer-Streiks häufig der Fall ist, sondern zahlreiche Sendungen der Deutschen Post werden nicht zugestellt. Viele Menschen haben bereits am Freitag in Baden-Württemberg vergeblich auf Briefe oder Pakete gewartet. Und auch am Samstag (21. Januar) bleiben die Briefkästen leer: Verdi setzt den Warnstreik im Südwesten fort.

An den Ausständen in den Brief- und Paketzentren hatten sich nach Verdi-Angaben am Donnerstag und Freitag bereits rund 15.000 Beschäftigte beteiligt. Nachdem am Freitag der Schwerpunkt auf den Brief- und Paketzentren lag, sind am Samstag die Zusteller bundesweit aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen. „Die Beteiligung ist gut, die Stimmung unter den Streikenden auch“, sagte ein Verdi-Sprecher am Samstag (21. Januar) in Berlin, wie die „Deutsche Presse-Agentur“ (dpa) berichtet.

Streik bei der Deutschen Post – über zwei Millionen Briefe und 500.000 Pakete nicht zugestellt

Je nach Ende der Aktionen vor Ort sei es möglich, dass Briefe und Pakete erst in der ersten Hälfte der kommenden Woche (KW4) ausgeliefert werden könnten, teilte die Deutsche Post mit. Angaben zur Zahl der unbearbeiteten Sendungen im Südwesten machte das Unternehmen nicht.

Es könne sich jeden Tag eine neue Lage bei den verschiedenen örtlichen Warnstreiks ergeben. Verdi schätzte, dass über zwei Millionen Briefe und über 500.000 Pakete in Baden-Württemberg nicht bearbeitet wurden, wie die „dpa“ berichtet.

Nach Angaben von Verdi wurde die Arbeit in den Paket- und Verteilzentren sowie in der Zustellung in den Regionen Mannheim, Heidelberg, Karlsruhe, Pforzheim, Heilbronn, Schwäbisch Hall, Waiblingen, Bietigheim-Bissingen, Ostalb, Schorndorf, Offenburg, Lörrach, Villingen-Schwenningen, Herbrechtingen, Riedlingen, Ulm und Neu-Ulm sowie teilweise in Freiburg und Reutlingen niedergelegt.

Beschäftigte streiken und wollen 15 Prozent mehr Geld – Deutsche Post verurteilt den Aufstand

Die Post verurteilte den Streik. Eine Sprecherin sagte: „Da wir bereits angekündigt haben, in der dritten Runde ein Angebot vorzulegen, sind Warnstreiks aus unserer Sicht unnötig, da sie letztlich nur zulasten unserer Kundinnen und Kunden gehen.“ In der zweiten Verhandlungsrunde, für die bundesweit rund 160.000 Tarifbeschäftigten, hatte es keine Fortschritte gegeben. Doch was verlangen die Beschäftigten der Deutschen Post eigentlich?

Laut „dpa“ verlangt die Gewerkschaft 15 Prozent mehr Geld bei einer Vertragslaufzeit von einem Jahr. Das Unternehmen lehnt das ab und argumentiert, dass Lohnsteigerungen nicht durch Preiserhöhungen weitergegeben werden könnten, weil der deutsche Markt reguliert sei. Die Verhandlungen gehen am 8. und 9. Februar weiter.

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