Delta-Variante verbreitet sich

Gefahr durch Delta-Variante: Kretschmann mit Maskenpflicht-Ansage

  • Simon Mones
    VonSimon Mones
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Die Delta-Variante breitet sich weiter in Baden-Württemberg aus. Ministerpräsident macht deswegen jetzt eine deutliche Ansage zur Maskenpflicht.

Der Sommer ist in Baden-Württemberg angekommen und auch die 7-Tage-Inzidenzen im Südwesten sinken immer weiter. Doch viele Experten sehen wegen der Delta-Variante des Coronavirus bereits die vierte Welle auf uns zu rollen. Daher will die baden-württembergische Landesregierung um Ministerpräsident Winfried Kretschmann bei steigenden Infektionszahlen reagieren und die Maskenpflicht an Schulen wiedereinführen.

„Wenn der Abschwung gebrochen ist, müssen wir wahrscheinlich speziell bei der Maskenpflicht in Schulen das wieder ändern“, betonte der Grünen-Politiker am Dienstag. Dabei wurde eben diese erst am Montag gelockert und Schülerinnen und Schüler können weitestgehend auf die Maske verzichten.

Delta-Variante in Baden-Württemberg: Keine Maskenpflicht mehr an Schule - Heftige Kritik von GEW

Die Bedingungen dafür sind jedoch streng: So muss die Inzidenz unter 35 liegen und in den vergangenen zwei Wochen darf es keinen Corona-Fall an der Schule gegeben haben. Auf den Fluren ist die Maske jedoch weiterhin Pflicht. Insbesondere von der Bildungsgewerkschaft GEW hagelte es Kritik an der Entscheidung, die Maskenpflicht im Unterricht aufzuheben. Dafür sei es schlicht noch zu früh.

„Ja, Maskentragen ist unangenehm, bei längerer Dauer und hohen Temperaturen sogar extrem unangenehm“, betonte der Landesvorsitzende des Philologenverbands, Ralf Scholl, der Deutschen Presse-Agentur. „Aber wenn der Politik sämtliche anderen Schutzmaßnahmen an den Schulen, vor allem die Raumluftfilter, zu teuer sind, ist das Maskentragen die einzig verbleibende, nachweislich wirksame Schutzmaßnahme.“

Delta-Variante verbreitet sich in Baden-Württemberg - schon 18 Kreise betroffen

Wie der SWR berichtet, betonte Kretschmann, dass man die Ausbreitung der Delta-Variante in Baden-Württemberg weiter beobachten müsste. Aktuell verbreitet sich diese allerdings rasant in Baden-Württemberg, so gab es beispielsweise in einer Kita in Stuttgart einen Fall der neuen Mutation des Coronavirus.

Inzwischen liegt der Anteil der Delta-Variante bei 8,99 Prozent (Stand 22. Juni, 18:07). Wie Gesundheitsminister Manne Lucha erklärte, gebe es in 18 Stadt- und Landkreisen bestätigte Fälle - darunter auch Heilbronn. Er betonte jedoch auch, dass die Landesregierung durch die strikte Nachverfolgung, die Quarantäne-Maßnahmen und Vollsequenzierung nah am Geschehen dran sei. Es komme jetzt vor allem darauf an, keine Infektionsketten aufkommen zu lassen.

Delta-Variante in Baden-Württemberg: 7-Tage-Inzidenz entscheidend

Voreilige Entscheidungen wolle man jedoch nicht treffen, betonte Kretschmann. Wenn es um Lockerungen oder Verschärfungen ginge, seien auch weiterhin die Inzidenzen ausschlaggebend. „Niedrige Inzidenzen sind niedrige Inzidenzen, ob die Variante ansteckender ist oder nicht. Das ist der entscheidende Zusammenhang“, betonte der baden-württembergische Ministerpräsident.

Sinken die Inzidenzen also weiter, ist nicht mit einer Verschärfung der Maskenpflicht an Schulen zu rechnen. Wie es nach den Sommerferien aussieht, vermochte Kretschmann noch nicht zusagen. Es sei noch zu früh, um zu beurteilen, ob dann schärfere Maßnahmen nötig seien. Zudem sei Baden-Württemberg durch die späten Sommerferien in einer komfortablen Lage.

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Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

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