Coronavirus: Mutation B.1.617

Delta-Variante: Ansteckung auch im Freien? Schock-Prognose von Experte

  • Christina Rosenberger
    VonChristina Rosenberger
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Bisher galt in Sachen Coronavirus die Devise: Draußen ist alles besser. Doch mit der Delta-Variante kommen Zweifel daran auf, ob sich das Ansteckungsrisiko im Freien wirklich verringert...

Das Coronavirus schränkt das soziale und kulturelle Leben auf der ganzen Welt seit Monaten ein - doch momentan ist Sommer! In Restaurants kann man wieder draußen sitzen und auch Kulturveranstaltungen finden wieder statt - etwas Normalität ist nach dem monatelangen Lockdown zurückgekehrt. Das verdanken wir hauptsächlich der Annahme, dass man sich draußen nur schwer mit dem Coronavirus anstecken kann - doch jetzt könnte sich alles ändern.

Denn die besonders ansteckende Delta-Variante des Coronavirus hat sich mittlerweile in Deutschland durchgesetzt. Auch in Baden-Württemberg stiegen die Corona-Zahlen in den letzten Tagen wieder - und dabei liegt der Anteil von Neuinfektionen, bei denen Delta nachgewiesen wurde, derzeit bei über 75 Prozent. Diese Mutation hat nicht nur abgewandelte Symptome im Vergleich zum ursprünglichen Coronavirus - Wissenschaftler vermuten jetzt auch, dass sie im Freien leichter übertragen werden kann.

Delta-Variante des Coronavirus: Ist die Mutation draußen ansteckender?

Dass Delta generell ansteckender ist, als vorherige Varianten des Coronavirus, ist bereits seit Längerem bekannt. Doch jetzt erst warnen Experten auch explizit vor ihrer Verbreitung im Freien. Der Präsident der Gesellschaft für Virologie, Ralf Bartenschlager, erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur dpa jetzt: „Man konnte sich zwar auch mit früheren Varianten schon im Freien anstecken, allerdings steigt mit Delta die Wahrscheinlichkeit, dass es passiert.“

Demnach hätten Delta-Infizierte im Vergleich zur Vorgängervariante Alpha eine viel höhere Viruslast - etwa fünfmal so hoch. Entsprechend höher ist laut dem Heidelberger Experten auch die Ansteckungsgefahr: „Je mehr Virus bei einem Infizierten vorhanden ist, desto größer das Übertragungsrisiko, auch im Freien.“

Für diese Theorie spricht auch ein Musikfestival, das Mitte Juli in Utrecht in den Niederlanden stattgefunden hat. Hier feierten etwa 20.000 Menschen zwei Tage lang Open-Air - also an der frischen Luft. Mindestens rund 1.000 Besucher wurden nach dem Festival positiv auf Corona getestet.

Delta-Variante des Coronavirus: Wie kann man sich gegen eine Ansteckung draußen schützen?

Doch wenn die Ansteckungsgefahr im Freien durch die Delta-Variante so massiv gestiegen ist, dann bedeutet das für Innenräume auch nichts Gutes. Der Aerosol-Experte Gerhard Scheuch erklärte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, wenn die Infektionsgefahr im Freien tatsächlich ansteigt, dann ist auch in Innenräumen das Risiko, sich anzustecken, dementsprechend höher. Deshalb geht der Forscher davon aus, dass Ansteckungen auch weiterhin hauptsächlich in Innenräumen stattfinden.

Corona in Deutschland: Die Delta-Variante hat sich durchgesetzt. Ist sie auch im Freien viel ansteckender? (Symbolbild)

Als wichtig sieht Scheuch besonders, dass die bestehenden Hygiene- und Abstandsregelungen weiterhin eingehalten werden. Bei solchen Ausbrüchen sei immer relevant, ob die Menschen Masken trügen und Abstände einhielten. Und auch das Robert Koch-Institut (RKI) bleibt bei seiner Einschätzung, dass die meisten Ansteckungen mit dem Coronavirus trotz Ausbreitung der Delta-Variante in Innenräumen stattfinden.

Auf der Homepage des RKI steht geschrieben, dass sich Menschen nur selten im Freien anstecken. Auch hier wird allerdings appelliert, weiterhin Mindestabstände einzuhalten und größere Menschenansammlungen zu vermeiden.

Rubriklistenbild: © Stefan Sauer/dpa

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