Mercedes-Benz Niederlassungen

Neue Sparmaßnahme? Daimler prüft Hammer-Verkauf

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Daimler will sich von zahlreichen Niederlassungen trennen.
  • Simon Mones
    vonSimon Mones
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Daimler möchte seine Kosten weiter senken und baut deshalb Arbeitsplätze ab. Sogar ein Verkauf mehrerer Niederlassungen ist möglich.

Für Daimler und seine Premium-Tochter-Mercedes-Benz könnte es aktuell kaum besser laufen: Trotz der Corona-Krise schloss der Stuttgarter Automobilkonzern das vergangene Jahr mit einem satten Gewinn ab. Auch mit dem ersten Quartal des neuen Jahres dürfte man dank hoher Absatzzahlen sehr zufrieden sein.

Dennoch hält Daimler an dem 2019 beschlossenen Sparkurs fest und will möglichst viele Arbeitsplätze abbauen. Da das aber ohne betriebsbedingte Kündigungen geschehen soll, winken nun hohe Abfindungen - auch in der Produktion. Doch in der Stuttgarter Konzernzentrale prüft man offenbar auch einen anderen Plan.

Daimler: Verkauf von Niederlassungen - 25 Verkaufshäuser, Showrooms und Werkstätten von Mercedes-Benz betroffen

Wie das Handelsblatt berichtet, prüft Daimler den Verkauf seiner Niederlassungen in Großbritannien, Spanien und Belgien. Dort besitzt die Pkw-Tochter Mercedes-Benz derzeit mehr als 25 Verkaufshäuser, Showrooms und Werkstätten, in denen rund 2.800 Menschen arbeiten.

Auf Anfrage des Handelsblatts bestätigte Daimler, einen Verkauf zu prüfen. Sollte Daimler seine Niederlassungen tatsächlich versilbern, würde sich das für den Stuttgarter Konzern auszahlen. Aus Branchenkreisen heißt es, dass der Verkauf an unabhängige Händlergruppen oder Investoren bis zu einer Milliarde Euro in die Daimler-Kassen spülen könnte. Das wären rund 30 bis 40 Millionen Euro pro Standort.

Daimler: Kaum noch eigene Niederlassungen - keine weiteren Verkaufspläne

Allerdings stellte Daimler klar, dass ein Verkauf nicht zwangsläufig zur Schließung der Mercedes-Benz-Niederlassungen führen werde. „In den möglichen Gesprächen mit Interessenten wird der langfristige unternehmerische Erfolg sowie die Fortführung der dortigen Mercedes-Benz-Aktivitäten an den Standorten höchste Priorität haben“, sagte ein Daimler-Sprecher.

Zudem werde schon jetzt ein Großteil der Mercedes-Benz Vertretungen von externen Händlern geführt. Wie das Handelsblatt weiter berichtet, besitzt Daimler nur noch eine niedrige dreistellige Zahl an Niederlassungen. Pläne, Niederlassungen auch in anderen europäischen Ländern abzustoßen, gebe es derzeit nicht.

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