Droht Daimler jetzt ein Streik?

Daimler: Streit um Tarifverträge - IG Metall mit klarer Ansage

Ein Schild mit der Aufschrift Daimler steht vor dem Mercedes-Benz Werk in Untertürkheim.
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Auch Daimler gehört zur Tarifgemeinschaft des Kfz-Handwerks.
  • Simon Mones
    vonSimon Mones
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Kurz vor dem Beginn der Tarifverhandlungen hat die Tarifgemeinschaft des Kfz-Handwerks - und somit auch Daimler - mit einem drastischen Schritt die IG Metall verärgert. Diese reagiert mit Taten und einer klaren Ansage.

Tarifverhandlungen können mitunter schwierig und vor allem langwierig sein, denn meist liegen die beiden Verhandlungsparteien mit ihren Vorstellungen weit auseinander. Insbesondere, wenn es um das Gehalt und die Arbeitszeit der Mitarbeiter geht. Um ihre Forderungen durchzusetzen, greifen die Arbeitnehmer dann oft zu einem wichtigen taktischen Mittel: dem Streik!

Manchmal eskaliert die Situation aber auch schon bevor überhaupt verhandelt wird, so wie aktuell in Baden-Württemberg. Im Vorfeld der Tarifverhandlungen mit der IG Metall kündigte die Tarifgemeinschaft des Kfz-Handwerks - zu der auch Daimler gehört - laut der Südwest Presse (SWP) wesentliche Tarifregelungen auf.

Daimler: IG Metall reagiert auf Kündigung der Tarifgemeinschaft des Kfz-Handwerks

Entsprechend fiel auch die Reaktion der IG Metall aus, diese kündigte parallel zum ersten Verhandlungstag am 18. Mai eine sogenannte „Aktive Mittagspause“ an. Davon ist unter anderem auch die Niederlassung der Daimler-Tochter Mercedes-Benz in Pfullingen betroffen. Die IG Metall hält sich somit an die Friedenspflicht, die bis zum 31. Mai keinen Arbeitskampf erlaubt.

In den vergangenen Wochen hat die IG Metall in mehreren gemeinsamen Inforunden mit den Betriebsräten die Beschäftigten über die Konsequenzen aufgeklärt und deren Stimmung eingeholt - auch bei Daimler. „Dabei wurde sehr deutlich, dass die Belegschaften der betroffenen Betriebe nicht gewillt sind, dem Ansinnen der Arbeitgeberseite nach einer deutlichen Verschlechterung der Arbeitsbedingungen nachzugeben“, erklärte der zuständige Gewerkschaftssekretär der IG Metall Reutlingen-Tübingen, Michael Bidmon der SWP.

Daimler: Nach Kündigung der Tarifgemeinschaft des Kfz-Handwerks - IG Metall mit Ansage

Heißt: Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Gewerkschaft nach Ablauf dieser First zum Arbeitskampf aufruft. Doch was genau fordert die Tarifgemeinschaft des Kfz-Handwerks - zu der auch Daimler gehört - eigentlich? „Im Kern verlangt die Tarifgemeinschaft mehr Leistung für weniger Geld“, sagte Bidmon.

Dieser Schritt betrifft unter anderem die Reglungen zur tariflichen Arbeitszeit (36-Stunden-Woche), zur Verteilung der Arbeitszeit und der Höhe von Zuschlägen. Zudem solle der Samstag ein Regelarbeitstag werden und die Zuschläge für Überstunden weitestgehend wegfallen. Die Kündigung der Tarifregelungen erfolgte dabei, ohne den Verhandlungspartner im Vorfeld darüber zu informieren und wurde von der IG Metall als „verantwortungslos“ kritisiert.

Die IG Metall bezieht im Tarifkonflikt klarere Stellung.

„Die Arbeitgeber haben diese Tarifrunde mit einem Konflikt begonnen. Jetzt erleben sie die Antwort darauf. Unsere Beschäftigten sind bereit, für gute Arbeitsbedingungen und gute Tarifverträge einzustehen. Daran sollten auch die Arbeitgeber ein Interesse haben - nur so können Betriebe und Belegschaften gemeinsam den Umbruch in der Branche meistern und erfolgreich sein“, betonte die erste Bevollmächtigte der IG Metall Reutlingen-Tübingen, Tanja Silvana Nitschke.

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