Zukunft des Standortes Untertürkheim

Daimler-Betriebsrat reagiert heftig auf möglichen Stellenabbau und Mehrarbeit

  • Julia Cuprakowa
    vonJulia Cuprakowa
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Im Rahmen der Umstrukturierung sollen Daimler-Mitarbeiter im Werk in Stuttgart-Untertürkheim Mehrarbeit leisten. Der Betriebsrat stellt sich dagegen.

Stuttgart - Die Autobranche befindet sich im Wandel. Die Verbrennermotoren sind von gestern, die E-Mobilität ist die Zukunft. An diese Entwicklung muss sich auch der Stuttgarter Autokonzern Daimler* anpassen. Trotz harter Sparmaßnahmen* will der Autohersteller einige Werke umstrukturieren und anpassen. Doch was heißt das genau? Was auf dem Papier zuerst gut klingt, ist für Tausende Mitarbeiter der Werke in Berlin* und Stuttgart-Untertürkheim* weniger erfreulich, wie echo24.de* bereits berichtete.

Denn: Um bei der E-Mobilität eine entscheidende Rolle zu spielen, muss der Autokonzern umstrukturieren. Dazu gehört auch, dass die Produktion von Verbrennermotoren, die bisher im Werk in Untertürkheim stattfand, ins Ausland verlegt werden soll. Im Rahmen dieser Verlagerung streicht der Stuttgarter Autobauer Tausende Stellen und die verbliebenen Mitarbeiter sollen dafür Mehrarbeit leisten. Der Betriebsrat stellt sich nun deutlich gegen diese Forderung.

Daimler-Werk in Untertürkheim: Stellenabbau und Mehrarbeit für Mitarbeiter - Betriebsrat geht auf Barrikaden

Angesichts der Umstrukturierung und der laufenden Verhandlungen um die Zukunft der Produktionsstätte in Untertürkheim kündigte der Betriebsrat an keine Anträge auf Mehrarbeit mehr zu genehmigen. „Wir lassen uns nicht mit unserer Zukunft erpressen“, schrieb das Gremium in einer Mitteilung an die Mitarbeiter, die der StZ.de vorliegt. Betroffen sind vor allem die Bereiche der Produktion, aber auch produktionsnahe Bereiche und die Logistik. In dem Untertürkheimer Werk werden Motoren, Achsen und Getriebe gefertigt.

Daimler AG: Mitarbeiter fühlen sich von Konzern bedroht - „wir lassen uns nicht erpressen“ (Symbolbild).

Im Rahmen der Zukunftsverhandlungen will der Betriebsrat verhindern, dass Teile für Verbrennungsmotoren abwandern. Daimler habe den Betriebsrat „mit einer Entweder-Oder-Drohung“ konfrontiert, heißt es in der Mitteilung. „Entweder verzichten wir auf die Einhaltung der benannten Vereinbarungen oder wichtige Zukunftsprodukte – die Beschäftigung auch nach 2030 sichern würden – kommen an andere Standorte und nicht nach Untertürkheim!“

Daimler AG: Betriebsrat in Untertürkheim wehrt sich gegen Mehrarbeit - Autobauer bedauert Reaktion

Der Stuttgarter Autobauer bedauert die Reaktion des Betriebsrats, wie eine Sprecherin der Daimler AG gegenüber der Stuttgarter Zeitung verlauten ließ: „Untertürkheim solle seine Kompetenzen im Bereich E-Mobilität weiter ausbauen. Dafür müssten jedoch Voraussetzungen geschaffen werden, etwa hinsichtlich der Flächengestaltung. Dazu gehört auch, dass nicht am angestammten Portfolio festgehalten werden kann.“ Klassische Motoren-, Getriebe- und Komponentenumfänge würden Schritt für Schritt abnehmen. Der Betriebsrat dagegen bezeichnet die vorliegenden Vorschläge als „Wortbruch“ und fordern „die Umsetzung der Transformationszusagen“ und erwarten „konkrete Maßnahmen und sinnvolle Vorschläge hierzu“. *echo24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

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