Engere Zusammenarbeit mit Großaktionär

Daimler in der Krise: Kooperation mit Geely soll Millionen sparen

Daimler will sich verstärkt auf den Bau von E-Autos konzentrieren.
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Daimler will beim Motorenbau mit Geely zusammenarebiten.
  • Simon Mones
    vonSimon Mones
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Daimler muss auch weiterhin sparen. Eine Kooperation mit Großaktionär Geely aus China soll dabei helfen.

Daimler setzt auch weiterhin fleißig den Rotstift an, denn der Automobilkonzern aus Stuttgart muss weiter sparen. Zwar sahen die Quartalszahlen zuletzt wieder besser aus, doch die Krise ist noch nicht überwunden. Deshalb möchte Daimler in Zukunft noch enger mit seinem Großaktionär Geely zusammen zuarbeiten.

Ab 2024 will Daimler pro Jahr Hunderttausende Motoren in China bauen lassen. Einen entsprechenden Bericht veröffentlichte das Handelsblatt am Dienstag unter Berufung auf Konzern- und Branchenkreise. Ein Unternehmenssprecher bestätigt die Pläne: „Die Unternehmen planen die Entwicklung eines hocheffizienten modularen Motors, der Hybridfahrzeuganwendungen der nächsten Generation ermöglicht, die in Europa und China hergestellt werden.“

Daimler/Stuttgart: Kooperation mit Großaktionär - Geely baut Motor in China

Die Werke in Deutschland sollen schrittweise auf Elektro umgestellt werden. Den Stammsitz in Stuttgart-Untertürkheim möchte Daimler in einen Elektro-Campus umbauen. Die Arbeitnehmerseite hat für die Entscheidung der Konzernspitze wenig Verständnis. “Wir sind fassungslos. Nicht einmal Diskussionen über alternative Fertigungsstandorte waren möglich”, erklärt Michael Häberle, Betriebsratschef des Daimler-Werks in Stuttgart-Untertürkheim, gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Durch die Kooperation mit Großaktionär Geely möchte Daimler Kosten im dreistelligen Millionenbereich einsparen. Denn der Partner aus China kann die Antriebe zu deutlich geringeren Preisen produzieren. Zudem will der Automobilkonzern aus Stuttgart die Arbeitszeit seiner Mitarbeiter kürzen. Darüber möchte Ola Källenius das Unternehmen schlanker gestalten. Hauptverantwortlich für die Entwicklung des Motors - der neben Benzin auch mit E-Fuels oder Wasserstoff betrieben werden kann - ist laut dem Handelsblatt-Bericht Daimler.

Daimler/Stuttgart: Automobilkonzern kooperiert mit Geely-Tochter

Die Antriebe sollen aber nicht nur in Daimler-Fahrzeugen zum Einsatz kommen, sondern auch in Fahrzeugen von Volvo verbaut werden. Seit März 2010 gehört der schwedische Autobauer zu Geely und ist seither eng mit dem Mutterkonzern verflochten. Zudem kooperieren die Schweden bereits mit Daimler bei der Entwicklung für einen Brennstoffantrieb für Lkw zusammen.

UnternehmensnameDaimler AG
VorstandsvorsitzenderOla Källenius
Umsatz(2019)172,7 Mrd. Euro
Mitarbeiterzahl298.655
HauptsitzStuttgart
Gründung17. November 1998

Daimler selbst hatte bereits mehrfach angekündigt, dass man in Zukunft noch stärker als bislang angekündigt auf Elektromotoren zu setzten. Zudem hat sich das Unternehmen zum Ziel gesetzt, bis 2039 komplett klimaneutral zu werden. Deshalb betonte der Autobauer aus Stuttgart nun erneut, „die bestehenden Antriebsstrangwerke auf elektrische Umfänge umzustellen“.

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