Daimler steht in der Kritik

Daimler Hauptversammlung: Abstimmung über Dividenden - Reaktion auf Mega-Vorwurf

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Auf der Daimler Hauptversammlung stimmen die Aktionäre heute über die Dividenden ab.
  • Simon Mones
    vonSimon Mones
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Auf der heutigen Hauptversammlung von Daimler soll über die Erhöhung der Dividenden abgestimmt werden. Die massive Kritik an den Plänen weist der Automobilkonzern zurück.

Update, 31. März, 11:55 Uhr: Seit 10 Uhr läuft die Hauptversammlung von Daimler und schon in den Auftaktreden des Aufsichtsratschefs Manfred Bischoff und des Vorstandsvorsitzenden Ola Källenius, spielte die Erhöhung der Dividenden für die Aktionäre eine wichtige Rolle.

„Die Unterstellung, dass die Dividende ausbezahlt würde aus Steuergeldern, die wir als Subventionen in der Krise erhalten haben, ist schlicht und einfach falsch“, betonte Bischoff in seiner Rede auf der virtuellen Daimler Hauptversammlung. Zuvor hatte auch schon Källenius, der scheidende Aufsichtsratschef, beteuert, dass es sich beim Kurzarbeitergeld um eine Versicherungsleistung aus der Arbeitslosenkasse handele, in die Daimler über Jahre viel Geld einbezahlt hatte.

Daimler: Aufsichtsrat weist Dividenden-Vorwurf zurück - Aufwärtstrend hält an

Zudem betonte Bischoff, dass es die grundsätzliche Politik von Daimler sei, etwa 40 Prozent des Nettogewinns an die Aktionäre auszuschütten. Aufgrund des guten Geschäftsjahres im Corona-Jahr 2020, würde daher eine Dividende von 1,35 Euro vorgeschlagen, die eben jenen 40 Prozent entspricht.

Daimler-Boss Källenius erklärte derweil, dass sich der positive Trend, der zur Erhöhung der Dividenden geführt hatte, im ersten Quartal fortsetzte. Sowohl Absatz als auch Umsatz sollen dabei - trotz der Lieferprobleme bei den Mikrochips - über dem Vorjahresquartal liegen.

Daimler Hauptversammlung: Abstimmung über Dividenden-Erhöhung trotz Mega-Vorwurf

Update, 31. März: Über viele Jahre hinweg war Daimler bei den Aktionären wegen seiner hohen Dividenden eine beliebte Anlage. Auf der Hauptversammlung im vergangenen Jahr wurde diese von über drei Euro auf nur noch 90 Cent gesenkt, denn schon vor der Corona-Krise steckte der Stuttgarter Automobilkonzern in der Krise und musste sparen.

Da das Krisenjahr 2020 dank eines starken vierten Quartals jedoch deutlich besser verlief als gedacht, möchte Daimler die Dividende auf der heutigen Jahreshauptversammlung (31. März) wieder auf 1,35 Euro anheben. Bereits im Vorfeld hatte die Interessenvertretung Bürgerbewegung Finanzwende das Vorgehen als „moralisch verwerflich“ bezeichnet.

Daimler: Massive Kritik an Dividenden-Erhöhung - Källenius kontert

Für den Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre zeige sich Daimler mit dieser Entscheidung - mitten einer Pandemie - „ignorant für die gesamtgesellschaftliche Stimmung“. Zumal der Automobilkonzern aus Stuttgart im vergangenen Jahr durch das Kurzarbeitergeld rund 700 Millionen Euro einsparte.

Daimler-Chef Ola Källenius verteidigte die Pläne hingegen und betonte, dass man für diese Leistungen aus der Arbeitslosenkasse jahrelang in die Sozialversicherung eingezahlt habe. Zudem habe Daimler laut dem Schweden 2020 dank eines starken zweiten Halbjahres überraschend gute Gewinnzahlen erzielt.

Daimler: Abstimmung auf Hauptversammlung - Protestaktionen geplant

Daher hält man in der Daimler-Konzernzentrale an den Plänen zur Erhöhung der Dividende fest, angesichts der Mehrheitsverhältnisse unter den Anteilseignern dürfte der Antrag auf der virtuellen Hauptversammlung beschlossen werden. Nichtsdestotrotz haben mehrere Organisationen für den Mittwochvormittag Protestaktionen in Stuttgart und Berlin angekündigt.

Auf der Hauptversammlung von Daimler wird die Kritik an der Erhöhung der Dividenden jedoch allenfalls in schriftlicher Form oder als aufgezeichnetes Video eine Rolle spielen. Denn wegen der Corona-Pandemie sind bei der virtuellen Veranstaltung keine Redebeiträge der Aktionäre zugelassen.

Daimler: Mega-Vorwurf wegen Geld-Plänen - „moralisch verwerflich“

Erstmeldung 23. März: 2020 war für Daimler und die anderen deutschen Automobilhersteller kein einfaches Jahr. Wegen der Corona-Krise war das vergangene Jahr geprägt von sinkenden Absatzzahlen und Kurzarbeit. Bei Daimler kam zudem noch ein strikter Sparkurs hinzu, den der Vorstandsvorsitzende dem schwäbischen Automobilhersteller verordnet hatte.

Trotz allem fiel der Jahresabschluss für Daimler deutlich besser aus als erwartet, auch dank einer erfolgreichen zweiten Jahreshälfte. Entsprechend dürfen sich die Mitarbeiter von Daimler doch über einen Erfolgsbonus freuen. Eigentlich sollte die Beteiligung am Gewinn wegen der Corona-Pandemie nicht ausgezahlt werden.

Daimler: Bürgerbewegung mit Mega-Vorwurf - Källenius will trotz Corona Dividenden erhöhen

Geht es nach den Plänen von Daimler-Boss Källenius sind die Mitarbeiter nicht die Einzigen, die sich über mehr Geld freuen dürfen. Wegen der guten Geschäftsentwicklung im vergangenen Jahr - das Konzernergebnis stieg auf vier Milliarden Euro - kündigte der Automobilhersteller aus Stuttgart an, die Ausschüttungen von 90 Cent auf 1,35 Euro pro Aktie anzuheben.

Die Ausschüttungssumme würde somit auf 1,4 Milliarden Euro steigen, ohne die Erhöhung würden eine Milliarde Euro an die Daimler-Aktionäre ausgeschüttet. Allerdings stößt dieser Plan nicht überall auf viel Gegenliebe. So äußerte die „Bürgerbewegung Finanzwende“ laut der Süddeutschen Zeitung heftige Kritik an dem Vorhaben.

Daimler: Kritik an Dividenden-Plänen von Källenius

In einem offenen Brief an Daimler-Chef Källenius fordert die Bürgerbewegung: „Stoppen Sie die geplante Ausschüttung!“ Die Bürgerbewegung bezeichnet das Vorgehen von Daimler in dem Brief als „moralisch verwerflich.“ Immerhin hatte Daimler im vergangenen Jahr auch den Abbau Tausender Stellen angekündigt und zeitweise die Arbeitszeit und das Gehalt einige Mitarbeiter gekürzt.

„Wenn Sie Ihre Pläne umsetzen, werden die deutschen Steuerzahlerinnen in diesen Krisenzeiten dazu beitragen, dass die Investoren eine um 50 Prozent höhere Gewinnausschüttung erhalten als im Vorjahr“, heißt es in dem Brief weiter in Anspielung auf die Kurzarbeit bei Daimler im Frühjahr.

Daimler: Werden Dividenden erhöht? Aktionäre entscheiden auf Hauptversammlung

Daimler selbst verteidigt den Dividendenvorschlag, dieser enthalte „eine sorgfältige und umsichtige Abwägung“ der Interessen aller Beteiligten. Die Bürgerbewegung hingegen kritisiert, dass Daimler nicht selbstständig durch die Corona-Krise gekommen sei. Neben den staatlichen Zuschüssen zur Kurzarbeit hat der Automobilhersteller aus Stuttgart auch von den Förderprämien für Lkw und Elektroautos profitiert.

Zudem hatte Daimler im April 2020 zusammen mit anderen Herstellern eine staatlich finanzierte Kaufprämie für Autos mit klassischen Verbrennungsmotoren gefordert, die bis heute nicht umgesetzt wurde. Ob die Dividendenzahlung tatsächlich erhöht wird, sollen die Daimler-Aktionäre auf der virtuellen Hauptversammlung am 31. März entscheiden.

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