Daimler: Politik gefordert

Alles für die E-Mobilität - Klare Worte vom Daimler-Boss zu Zukunftsplänen

Ola Källenius, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG, präsentiert auf der Technik-Messe CES das Konzeptfahrzeug "Vision AVTR".
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Ola Källenius hat eine Vision für Daimler.
  • Simon Mones
    vonSimon Mones
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Daimler-Boss Ola Källenius setzt voll auf die Elektromobilität. Dabei nimmt er aber auch die Politik in die Verantwortung.

Die Automobilindustrie befindet sich weltweit im Wandel weg von den klassischen Verbrennern hin zur Elektromobilität. Einen Trend, den gerade die deutschen Automobilkonzerne wie Daimler zu lange verschlafen haben - wie auch der Erfolg des Elektroauto-Marktführers Tesla zeigt.

Bis vor einigen Jahren war Daimler noch an dem US-Start-up beteiligt, das an der Börse inzwischen fast sechsmal so viel Wert ist wie der Automobilkonzern aus Stuttgart. Doch statt sich über die Fehler der Vergangenheit zu ärgern, nimmt der Daimler-Boss Ola Källenius den Tesla-Erfolg als Motivation. „Vielleicht ist es gar nicht schlecht, wenn ein Neuling die Lage aufmischt“, sagt der Schwede im Interview mit dem Manager Magazin.

Daimler/Stuttgart: Tesla motiviert Källenius

So zeige der Aktienkurs von Tesla, „welche Fantasie in der neuen Mobilität steckt“. Für Daimler bedeutet das laut Källenius: „Wir müssen zulegen, das gilt auch für unsere Ingenieure.“ Das liegt auch an den ehrgeizigen Zielen, die der Schwede ausgegeben hat: Bis 2030 soll mindestens die Hälfte aller Autos von Mercedes-Benz mit einem elektrischen Antrieb verkauft werden.

Källenius betont im Interview mit dem Manager Magazin: „Aber wenn der Markt sich schneller dreht, werden wir bereit sein!“ Bisher sieht es allerdings nicht so aus, als würde der Plan des Managers aufgehen, denn Daimlers Elektro-SUV EQC ist eher ein Ladenhüter. Statt der angepeilten 50.000 Autos, die 2020 verkauft werden sollten, sind bis lang erst 10.000 über den Ladentisch gegangen. „Da spielt auch Covid-19 eine Rolle, wir steigern die Stückzahlen jetzt sukzessive“, so der Daimler-Boss.

Daimler/Stuttgart: Auch Maybach und AMG werden elektrisch

Zudem will der Schwede bei Mercedes-Benz nicht halt machen, auch die Luxusversion Maybach soll künftig mit Elektromotoren ausgestattet werden. Denn die Zukunft der Kernmarke sieht Källenius eben nicht nur in der Elektromobilität, sondern auch wieder verstärkt im Luxussegment. Auch für die Tuningmarke AMG „werden wir sehr wahrscheinlich in einigen Jahren eine batterieelektrische Sportwagenplattform auf den Markt bringen“.  Dann aber ohne die gewohnte Handschaltung, denn die gehört bei Daimler der Vergangenheit an.

Zusätzlich zu den Anstrengungen der Hersteller sieht Källenius aber auch die Politik in der Verantwortung und fordert eine höhere CO2-Steuer. „CO2 muss einen höheren Preis haben“, erklärt der Daimler-Boss. „Wäre eine solche Steuer auch noch global und über alle Industrien gültig und handelbar, könnte der Markt sehr schnell reagieren.“ So könnten die Kunden zum Kauf von Elektroautos bewogen werden. Auch beim Aufbau der Ladeinfrastruktur erwartet der Schwede mehr Hilfe von der Politik für die Autohersteller und Energieversorger, die bereits sehr aktiv seien. Am Ende des Tages sei die Elektromobilität aber eine Gemeinschaftsaufgabe.

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