Impfung gegen Coronavirus

Daimler: Corona-Impfung für Mitarbeiter vor Ort - doch es gibt Kritik

Eine C-Klasse in der Fertigung.
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Daimler möchte mehr als 3.000 Mitarbeiter pro Tag impfen. (Symbolbild)
  • Simon Mones
    vonSimon Mones
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Sobald Impfstoff geliefert wird, will Daimler seine Mitarbeiter gegen das Coronavirus impfen. Doch Personalvorstand Wilfried Porth übt auch heftige Kritik.

Update, 17. Mai: Die Impfkampagne in Deutschland schreitet immer weiter voran, auch wenn die Impfstoffe zeitweise knapp sind. Neben den Impfzentren und den niedergelassenen Ärzten sollen deshalb künftig auch die Betriebsärzte gegen das Coronavirus impfen dürfen.

Neben Audi hat sich auch Daimler auf die anstehenden Impfungen seiner Mitarbeiter vorbereitet, seit Ende April ist es bei dem Automobilkonzern aus Stuttgart möglich, sich für eine Corona-Impfung anzumelden. „Das Interesse ist sehr groß“, erklärte Daimlers Personalvorstand Wilfried Porth der Stuttgarter Zeitung. „Es haben sich bereits 58 000 Beschäftigte registrieren lassen. Das ist bereits mehr als die Hälfte derer, die wir angeschrieben haben.“

Daimler: Offene Fragen bei Corona-Impfung für Mitarbeiter

Wann die ersten Mitarbeiter von Daimler geimpft werden können, hängt aber davon ab, wann der Konzern die ersten Impfstoff-Lieferungen erhält. Ein konkretes Datum konnte Porth nicht nennen, stellte aber klar: „Wir sind auf jeden Fall startklar. Wir haben an allen deutschen Standorten Impfstraßen aufgebaut und könnten sofort mehr als 3000 Beschäftigte pro Tag impfen.“

Geht es nach der Bundesregierung, können die Betriebsärzte ab dem 7. Juni mit den Impfungen gegen das Coronavirus beginnen. „Um an diesem Termin festhalten zu können, sind jedoch in der Abstimmung zwischen dem Bund und den Ländern noch offene Fragen zu klären“, sagte ein Sprecher des baden-württembergischen Sozialministeriums der Stuttgarter Zeitung.

Daimler: Personalvorstand Porth mit heftiger Kritik

So sei aktuell noch unklar, woher die Unternehmen den benötigten Impfstoff bekommen und wie am Ende abgerechnet werde. „Uns ist jetzt in erster Linie wichtig, dass wir den Impfstoff bekommen und dass wir unseren Beschäftigten ein Angebot machen können. Erst dann schauen wir, wie das am Ende abgerechnet wird“, betonte Porth im Interview mit der Stuttgarter Zeitung.

Ein Punkt stört den Daimler-Personalvorstand indes doch, und zwar die fehlende transparente Dokumentation des Impfstatus der Mitarbeiter. „In der betrieblichen Praxis kommt erschwerend hinzu, dass wir als Arbeitgeber aus Datenschutzgründen gar nicht dokumentieren dürfen, wer geimpft ist und wer nicht“, erklärt Porth. Daher wisse man nicht, ob die Mitarbeiter, die keinen Termin gemacht haben, schon geimpft sind oder sich „schlichtweg nicht impfen lassen können oder möchten. Auf dieser Grundlage ist es kaum möglich, Lockerungen bei den Hygienevorschriften zu planen.“

Daimler: Corona-Impfung für Mitarbeiter vor Ort - so soll‘s funktionieren

Erstmeldung, 28. April: Wer sich bislang gegen das Coronavirus impfen lassen will, muss dafür entweder zu seinem Hausarzt oder in eines der zahlreichen Impfzentren. Dort einen Termin zu bekommen, ist oftmals aber nicht so einfach, trotz der noch immer gültigen Impfreihenfolge. Doch bald können sich Arbeitnehmer, ähnlich wie bei der Grippeschutzimpfung, auch am Arbeitsplatz impfen lassen. Erste Pilotversuche laufen in Baden-Württemberg bereits.

Auch bei Daimler befindet man sich in Warteposition, um die Impfung der eigenen Mitarbeiter zu starten. Der scheidende Personalvorstand Wilfried Porth betonte, man habe „alle Vorbereitungen getroffen, um sofort mit den Impfungen loslegen zu können, sobald dies für Werksärzte möglich ist.“

Daimler: Mitarbeiter sollen vor Ort gegen Corona geimpft werden

Porth betonte am Montag: „Ab sofort kann jeder Beschäftigte sein Impfinteresse hinterlegen, um einen Impftermin am jeweiligen Standort zu erhalten“, hieß es in einer Mitteilung von Daimler. Dazu können sich die Mitarbeiter über eine Onlineplattform für eine Impfung durch den werksärztlichen Dienst registrieren.

Das umfassende Impfprogramm an allen deutschen Daimler-Standorten soll starten, sobald „Impfstoff im jeweiligen Bundesland erhältlich und die Impfung für Betriebsärzte zulässig ist“, heißt es in der Mitteilung des Konzerns. Dazu wurden in den vergangenen Wochen an allen Standorten Impfzentren und Impfstraßen aufgebaut. Diese sind so vorbereitet, „sodass nach Zuteilung des Impfstoffs direkt mit der Impfung gestartet werden kann.“

Kampf gegen Coronavirus: Daimler setzt bei Impfungen auf erfahrenes Personal

Je nach Standort gibt es jedoch unterschiedlich viele Impfstraßen, „in denen im Fünfminutentakt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufgeklärt und gegen das Corona-Virus immunisiert werden. An den Standorten können so täglich mehrere Hundert Beschäftigte geimpft werden.“

Daimler setzt dabei auf die Erfahrung der „mehr als 70 Werksärzten und mehr als 200 medizinischen Fachangestellten“, die die Mitarbeiter des Stuttgarter Automobilkonzerns bereits jetzt vor Betriebsreisen und gegen die Grippe impfen. Zudem unterstützt Daimler die Impfkampagne bereits mit dem Impfbus und einem weiteren mobilen Impfzentrum.

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