Batteriehersteller Farasis

Daimler: Doch keine Batteriefabrik vom Produktionspartner in Bitterfeld-Wolfen?

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Daimler befindet sich mitten im Umbruch. Schon in wenigen Jahren sollen keine Verbrenner mehr gebaut werden.
  • Julia Cuprakowa
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Daimler befindet sich mitten im Umbruch. Der chinesische Produktionspartner des Autoherstellers wollte in Bitterfeld-Wolfen eine Batteriefabrik bauen. Nun droht das Projekt zu scheitern.

Batteriezellen für Elektroautos sind ein knappes Gut. Der Autobauer Daimler mit Sitz in Stuttgart bezieht die begehrte Ware daher von einer Vielzahl von Lieferanten. Unter anderem von einer chinesischen Firma namens Farasis Energy. Um den steigenden Bedarf von Daimler und Co. nach Lithium-Ionen-Zellen zu sichern, verfolgt der Hersteller große Pläne in Deutschland. Und zwar will der Hersteller Farasis Energy eine Gigafactory in Bitterfeld-Wolfen errichten.

Und genau dieser Bau der geplanten Batteriefabrik des chinesischen Herstellers und Daimler-Zulieferers Farasis in Bitterfeld-Wolfen könnte nochmals auf den Prüfstand kommen. Das Unternehmen teilte am Montag, 12. Juli, auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit, man überarbeite seine europaweite „Lokalisierungsstrategie“.

Daimler: Doch keine Batteriefabrik von Produktionspartner Farasis in Bitterfeld-Wolfen?

Hierbei gehe um die Entscheidung, welche Batteriezellen wo produziert würden. Fragen dazu, inwiefern sich der Bau der geplanten Fabrik in Sachsen-Anhalt damit verzögern oder ob die Errichtung des Werks gekippt werden könnte, ließ das Unternehmen unbeantwortet. Es hieß lediglich, Bitterfeld sei nach wie vor Bestandteil „potenzieller Lokalisierungsstrategien“. Nähere Angaben zur überarbeiteten Strategie wolle man innerhalb der kommenden sechs Wochen machen.

Das Handelsblatt hatte berichtet, womöglich komme das Projekt in Bitterfeld gar nicht mehr zustande, zumindest sei aber von einer Verzögerung beim Bau um rund zwei Jahre bis Herbst 2024 auszugehen. Könnte der verzögerte Bau zu erneutem Produktionsstopp und Kurzarbeit führen, wie es in Sindelfingen gerade der Fall ist? Denn: Batteriezellen und Halbleiter gehören zum Kerngeschäft der Daimler AG.

Daimler: Batteriefabrikbau droht zu scheitern - 600 Arbeitsplätze in Gefahr?

Eigentlich sollte das Werk 2022 eröffnen. Dafür wollte Farasis nach früheren Angaben rund 600 Millionen Euro investieren. Mit dem Bau der Fabrik sollte außerdem rund 600 Jobs geschaffen werden. Der Standort sollte nach bisherigen Vorstellungen zudem neuer Europasitz des Konzerns werden. Seinen Deutschland-Sitz hat das Unternehmen momentan in Frickenhausen bei Esslingen. Farasis ist einer von mehreren Batteriezell-Zulieferern des Autobauers Daimler.

Die Stuttgarter bauen die Batterien für ihre Elektroautos zwar selbst. Sie kaufen einen Großteil der Zellen, die in den Batterien stecken, aber bisher zu. Der Hersteller betonte, die Belieferung von Daimler laufe und sei auch für die Zukunft gesichert. Ein Daimler-Sprecher wies Spekulationen, die Kooperation beider Unternehmen sei inzwischen geplatzt, auf Anfrage zurück. Die Zusammenarbeit bestehe fort.

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