Mercedes-Benz vor Einstieg

Krise bei Aston Martin: Daimler vor Einstieg bei Bond-Marke

Das Logo der Daimler AG ist an der Konzernzentrale im Mercedes Benz-Werk in Untertürkheim zu sehen.
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Daimler baut seine Zusammenarbeit mit Aston Martin weiter aus.
  • Simon Mones
    vonSimon Mones
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Aston Martin steckt in der Krise. Daimler will dem Sportwagenhersteller helfen und bekommt dafür Anteile.

Im Dienste ihrer Majestät rettet der britische Geheimagent James Bond (007) die Welt immer vor den größten Bösewichten. Neben einem Glas Wodka Martini - natürlich geschüttelt, nicht gerührt - wird 007 dabei vom Geheimdienst MI-6 immer mit der neusten Technik ausgestattet dazu gehört auch ein schnelles Auto. Dabei handelt es sich - bis auf wenige Ausnahmen - um einen Aston Martin.

Doch abseits der Bond-Filme hat es die britische Sportwagen-Marke derzeit alles andere als leicht und steckt tief in der Krise. Erst im Frühjahr stieg der kanadische Milliardär und Formel-1-Teambesitzer Lawrence Stroll Aston Martin ein. Sein Formel-1-Team Racing Point geht in der kommenden Saison unter dem Namen Aston Martin Racing an den Start - mit Mercedes-Benz-Motoren!

Daimler/Stuttgart: So läuft der Deal mit Aston Martin

Die Zusammenarbeit der Unternehmen aus Gaydon und Stuttgart beschränkt sich aber nicht nur auf die Formel 1, bereits seit Längerem hält Daimler einen Anteil von derzeit 2,6 Prozent an der britischen Traditionsmarke. Den bauen die Stuttgarter jetzt aus, auf bis zu maximal 20 Prozent.

In den nächsten drei Jahren erhält Daimler in mehreren Schritten neu auszugebende Aktien von Aston Martin bis zu einem Gesamtwert von 286 Millionen Pfund (rund 315 Millionen Euro). Im Gegenzug erhalten die Briten Zugang zu moderner Technologie von Mercedes-Benz. Der Deal umfasst laut Daimler „Hybrid- und Elektroantriebsstränge der nächsten Generation sowie andere Fahrzeugkomponenten und -systeme.“ Der Automobilkonzern aus Stuttgart möchte selbst künftig auf Elektroautos der Luxusklasse setzten.

Daimler/Stuttgart: Aston Martin bekommt schrittweise Zugang

„Die Liefervereinbarungen für diese neuen Technologien werden zu vereinbarten kommerziellen Bedingungen erfolgen.“, erklärt Wolf-Dieter Kurz, Leiter Produktstrategie Mercedes-Benz Cars. Heißt: Nicht nur die Aktien von Aston Martin werden in mehreren Schritten ausgegeben, auch der Zugang der Briten zur Technologie von Daimler erfolgt schrittweise.

Zunächst erhält Aston Martin Zugang „zu bestimmten Motoren und Antriebssträngen sowie zu entsprechender Software, zur E/E-Architektur“. Zudem bekommen die Briten Zugriff auf weitere Komponenten. Für die weiteren Aktienpakete müssen sich Daimler und Aston Martin auf den „Umfang der Technologie“, die zur Verfügung gestellt wird und „den jeweiligen Wert („Einstiegsgebühren“) sowie die Stückpreise von Komponenten und Systemen einigen.“ Während Daimler künftig enger mit Aston Martin zusammenarbeitet, könnte Audi bald mehr Verantwortung für die Schwestermarke Bentley tragen.

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