Tausende Stellen sollen wegfallen

Spezial-Angebot an Daimler-Mitarbeiter: So soll der Stellenabbau gelingen

Daimler/Stuttgart: Ärger um Dieselskandal - Wird's richtig teuer?
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Daimler will weitere Stellen abbauen und setzt dabei auf ein besonderes Angebot an seine Mitarbeiter.
  • Simon Mones
    vonSimon Mones
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Daimler will künftig auf Elektromobilität setzen, am Stammsitz in Stuttgart-Untertürkheim sollen Tausende Stellen wegfallen. Mitarbeiter erhalten daher ein besonderes Angebot.

Für Daimler könnte es aktuell kaum besser laufen. Dem Automobilkonzern gelang es im ersten Quartal naht los an den positiven Trend aus dem letzten Quartal des Vorjahres anzuknüpfen. Insbesondere das Absatzplus in China ließ die Kassen ordentlich klingeln.

Dennoch hält Daimler weiter eisern an den Sparplänen fest, die auch einen massiven Abbau von Arbeitsplätzen in der Produktion vorsehen. Dieser hängt aber auch damit zusammen, dass die Zukunft des Konzerns in der Elektromobilität liegt. Das neue Motto in Stuttgart heißt: „Electric First“.

Daimler: Stammsitz in Stuttgart-Untertürkheim wird Elektro-Campus

Entsprechend wurde kürzlich auch über die Zukunft des Stammwerks in Stuttgart-Untertürkheim entschieden, hier soll künftig ein Elektro-Campus entstehen. Dafür will Daimler rund 400 Millionen Euro investieren, doch durch den Umstieg auf die Elektromobilität wird ein Großteil der Mitarbeiter in der Produktion nicht mehr benötigt. Dem Vernehmen nach sollen rund 4.000 Stellen im Stammwerk in Stuttgart-Untertürkheim gestrichen werden.

Allerdings will Daimler - wie im Herbst 2020 zugesagt - auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten. Diese sind bis Ende 2029 ausgeschlossen. Stattdessen setzt man in der Stuttgarter Konzernzentrale auf Fluktuation und „freiwillige Ausscheidungsvereinbarungen“, wie die Stuttgarter Nachrichten berichten.

Daimler: Abfindungen auch für Mitarbeiter in der Produktion

In anderen Bereichen des Konzerns wird die Möglichkeit bereits angeboten, Daimler mit einer saftigen Abfindung freiwillig zu verlassen. Wie Daimler den Stuttgarter Nachrichten mitteilte, würde dies inzwischen „sehr ordentlich angenommen“. Ab dem 1. Mai auch die Mitarbeiter in der Produktion die Möglichkeit, ein solches Angebot wahrzunehmen.

Laut den Stuttgarter Nachrichten berichten bereits erste Mitarbeiter, dass ihre Vorgesetzte mit entsprechend Vorschlägen auf sie zugekommen wären. Doch auch in der Daimler-Belegschaft scheint es reges Interesse zu geben, demnach hebe es bereits seit Längerem „Anfragen von Mitarbeitern aus der Produktion ab wann man sich melden kann“.

Daimler: Mitarbeiter kritisieren Abfindung - Personalmangel am Stammsitz in Stuttgart-Untertürkheim

Dieses Interesse teilen aber nicht alle Angestellten von Daimler. „Wir wollen die Abfindungen nicht“, sagt ein Mitarbeiter den Stuttgarter Nachrichten. Stattdessen sollte man das Geld lieber in die Weiterentwicklung des Stammsitzes in Stuttgart-Untertürkheim investieren.

Rund 4.000 Stellen sollen in Stuttgart-Untertürkheim wegfallen.

Auch wegen der aktuell gut laufenden Geschäfte stoßen die Abfindungen bei einigen Daimler-Mitarbeiter in Stuttgart-Untertürkheim auf Ablehnung. Demnach bewegen sich einige Abteilungen wegen Personalmangel schon jetzt „im roten Bereich“, daher werde aktuell jeder Mitarbeiter benötigt. Und auch Branchen-Experten empfehlen den Herstellern, wegen möglicherweise steigender Absatzzahlen bei Elektroautos mehr Kapazitäten zu schaffen.

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