Daimler: Freiwilliger Abschied gut bezahlt?

Daimler: Drastische Schritte des Autobauers – Mitarbeiter sollen Hammer-Abfindungen bekommen

Ein Schild mit der Aufschrift Daimler steht vor dem Mercedes-Benz Werk in Untertürkheim.
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Daimler zahlt seinen Mitarbeiter hohe Abfindungen.
  • Simon Mones
    vonSimon Mones
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Daimler steckt in der Krise und muss sparen. Der Personalabbau soll mit Mega-Abfindungen beschleunigt werden.

Das Coronavirus hat Daimler und die gesamte Deutsche Automobilindustrie schwer getroffen und die anhaltende Krise in der Branche weiter verschärft. Auch Daimler hat bereits seit längerem mit den Fehlern der Vergangenheit zu kämpfen und sich deshalb einen harten Sparkurs verordnet.

Zudem soll der Wandel vom Verbrenner hin zum Elektroauto konsequenter vorangetrieben werden, entsprechend benötigt der Automobilhersteller aus Stuttgart in den kommenden Jahren deutlich weniger Personal. „Ziel ist, die Personalkosten bis Ende 2022 um mindestens 1,4 Milliarden Euro zu senken“, erklärt die Unternehmenssprecherin Ute Wüest von Vellberg. Davon sind besonders die Daimler-Werke in Berlin und am Stammsitz in Stuttgart-Untertürkheim betroffen. Weltweit sollen demnach „tausende Stellen“ wegfallen.

Daimler/Stuttgart: Abfindungen statt betriebsbedingten Kündigungen

„Den Strukturwandel, gerade im Bereich Automotive gab es schon länger“, erklärt die Präsidentin des Bundesverbandes der Personalmanager (BPM) Dransfeld-Haase gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ), „aber Corona wirkt wie ein Beschleuniger.“

Auf betriebsbedingte Kündigungen möchte Daimler-Chef Ola Källenius dabei verzichten, diese sollen lediglich der letzte mögliche Schritt sein. Stattdessen setzt der Autobauer aus Stuttgart auf Abfindungen. Und die können laut der FAZ durchaus sehr happig ausfallen.

Daimler/Stuttgart: Hohe Abfindungen für Personal möglich

Wie die Zeitung unter Berufung auf eine 30-seitige Broschüre des Betriebsrats berichtet, besteht die Abfindung bei Daimler aus zwei Teilen: Einem Sockelbetrag und einem Zusatzbetrag, der deutlich über dem letzten Bruttogehalt liegt. Beide Beträge sind demnach vom Alter oder der Betriebszugehörigkeit des Mitarbeiters abhängig.

Eine schnelle Entscheidung wird zudem durch eine „Turbo-Prämie“ belohnt. Laut einem Rechenbeispiel des Betriebsrats kommt ein 45-jähriger Daimler-Mitarbeiter mit einem Brutto-Gehalt von 6.500 Euro so auf einen Mindestbetrag von 215.000 Euro. Mit allen Prämien für eine schnelle Entscheidung sind sogar 275.000 Euro möglich. Der Stuttgarter Autobauer kommentierte diese Zahlen auf Anfrage von echo24.de nicht.

Daimler/Stuttgart: Coronavirus lässt Interesse an Abfindungen sinken

Wie die FAZ berichtet, haben sich 1.100 Mitarbeiter von Daimler für einen Aufhebungsvertrag und somit die Abfindung entschieden. Doch inzwischen habe das Interesse laut Informationen der FAZ merklich abgenommen, was auch an der Corona-Pandemie und ihren Folgen liegt.

Zu Beginn des vergangenen Jahres war es noch möglich den Autobauer aus Stuttgart mit einer saftigen Abfindung und einer neuen Stelle bei einem Zulieferer oder Daimler-Konkurrenten zu verlassen. Doch auch dort hat sich die Krise wegen der Corona-Pandemie verschärft, was einen direkten Wechsel deutlich schwerer macht.

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