Daimler will Kosten sparen

Ansturm auf die Mega-Abfindungen – aber Detail in Daimler-Plan geht schief

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Bislang sollen bereits mehr als 3.500 Mitarbeiter die Chance genutzt haben und Daimler mit einem ordentlichen „Abschiedsbonus“ verlassen haben.
  • Simon Mones
    vonSimon Mones
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Um die Zahl der Mitarbeiter zu reduzieren, bietet Daimler üppige Abfindungen an. Doch wie viele Angestellte haben bislang zugegriffen?

Vor rund zwei Jahren hat Ola Källenius den Chefposten bei Daimler von Dieter Zetsche übernommen, seit dem hat sich einiges bei dem schwäbischen Automobilkonzern verändert. Statt auf schmutzige Verbrenner setzt der Schwede künftig auf klimaneutrale Elektroautos, außerdem möchte er den Konzern in diesem Jahr ein weiteres Mal umbauen beziehungsweise aufspalten.

Bereits 2019 verordnete Källenius zudem einen drastischen Sparkurs. In diesem Zusammenhang sollen auch zahlreiche Stellen wegfallen. Da betriebsbedingte Kündigungen aber bis Ende 2029 ausgeschlossen sind, setzt Daimler auf üppige Abfindungen - auch für die Mitarbeiter in der Produktion.

Daimler: Üppige Abfindungen - Mitarbeiter stürzen sich auf Källenius-Angebot

Das Abfindungsprogramm, das Källenius im vergangenen Jahr vorgestellt hat, beruht dabei auf „doppelter Freiwilligkeit“. Heißt: Will beispielsweise ein Ingenieur Daimler verlassen, muss auch dessen Vorgesetzter damit einverstanden sein. Es darf also nur der gehen, den Daimler gehen lassen will.

So zumindest die Theorie. In der Praxis sieht das laut Business Insider anders aus: Wer gehen will, der geht auch. Und das Interesse an dem Abfindungsprogramm ist gigantisch, bislang sollen bereits mehr als 3.500 Mitarbeiter die Chance genutzt haben und Daimler mit einem ordentlichen „Abschiedsbonus“ verlassen haben.

Daimler: Zahl der Mitarbeiter sinkt - nicht nur wegen Abfindungen

Der ein oder andere ehemalige Daimler-Mitarbeiter nutzt die Chance, um zu Tesla zu wechseln und das, obwohl der US-Konkurrent deutlich geringere Gehälter zahlt als die Schwaben. Für einige ehemalige Mitarbeiter des schwäbischen Automobilkonzerns ging es jedoch auf das heimische Sofa.

Denn die Zahl der Mitarbeiter, die Daimler verlassen haben, liegt deutlich über der Anzahl derer, die sich für eine Abfindung entscheiden haben. „Daimler nutzt dazu zum einen die natürliche Fluktuation, um frei werdende Arbeitsplätze abzubauen. Zudem wurden beispielsweise die Möglichkeiten zur Altersteilzeit erweitert und in Deutschland ein Abfindungsprogramm gestartet, um Stellen insbesondere in der Verwaltung zu reduzieren. Bei diesem Programm gilt grundsätzlich die doppelte Freiwilligkeit“, erklärte ein Daimler-Sprecher Business Insider.

Und das offenbar mit Erfolg, denn die Zahl der Mitarbeiter konnte im vergangenen Jahr deutlich reduziert werden. Waren 2019 noch 174.000 Menschen in Deutschland bei Daimler angestellt, sank diese Zahl 2020 auf 166.500. Somit haben alleine im vergangenen Jahr 7.500 Mitarbeiter Daimler freiwillig verlassen.

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