Daimler AG

Daimler Sparwahn: Wütende Mitarbeiter rächen sich mit fiesen Spitznamen am Daimler-Chef

  • vonLisa Klein
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Bei der Belegschaft von Daimler brodelt es derzeit ordentlich. Mit seinem Sparkurs macht Vorstandschef Ola Källenius viele Mitarbeiter wütend – das bekommt er auch zu spüren.

Stille Nacht, heilige Nacht? Nicht bei Daimler in der Landeshauptstadt Stuttgart! Schon seit längerer Zeit sind die Mitarbeiter von Daimler aufgebracht. Der Grund: Der Sparkurs, den das Unternehmen bereits seit längerem fährt. Ihrem Ärger machten die Mitarbeiter bei Daimler nun erneut Luft mit bösen Spitznamen für den Daimler Chef Ola Källenius.

Bereits Anfang Dezember gab es Gegenwind für den Daimler-Vorstand durch die Daimler-Mitarbeiter: In einer Protestaktion wurden 50.000 Postkarten an den Vorstand geschickt. Hinter der Postkarten-Aktion stehen tausende Menschen, die durch harte Arbeit zum Erfolg von Daimler beigetragen haben und nun gehört werden sowie Anerkennung erhalten wollen.

Wütende Mitarbeiter bei Daimler: Kritik an Sparkurs des Vorstandes

Die Betriebsräte und IG Metall hatten sich zuletzt immer offener gegen die aktuelle Konzernführung positioniert. Dem Management wird vorgeworfen, mit den Beschäftigten nicht gerecht umzugehen. Einer der größten Streitpunkte ist derzeit die Zukunft des Motorenwerks in UntertürkheimStuttgart. Nach Angaben durch den Betriebsrat sollen dort bis 2025 insgesamt 4.000 von rund 19.000 Stellen abgebaut werden.

Hoch in der Kritik steht eine weitere Aktion: Daimler möchte seinen Mitarbeitern einen Corona-Bonus von bis zu 1.000 Euro zahlen. Soweit so gut. Doch vielen könnte das eher wie ein Hohn statt einer gut gemeinten Wohltat vorkommen, angesichts des Sparkurses im Unternehmen und die tausenden Stellen, die gestrichen werden sollen. Es gibt also genügend Gründe für die Mitarbeiter von Daimler auf die Barrikaden zu gehen.

Daimler Sparwahn: Fiese Spitznamen für den Daimler-Chef

Statt friedlicher Weihnachtstimmung gab es bei Daimler nun erneut Aufruhr und eine kleine Retourkutsche für den Sparkurs des Unternehmens: neue Spitznamen für die Chefs der Daimler AG. „Sankt NikOLAus und Knecht Porthrecht“, beschwerten sich Betriebsräte vor den Feiertagen, der Vorstand sei mit Rute und goldenem Sparbuch unterwegs, um die Belegschaft zu bestrafen. Das Unternehmen, so die Betriebsräte, „versohlt den artigen Beschäftigten kräftig den Hintern“.

Die Mitarbeiter von Daimler sind sauer. Als Reaktion auf die Corona-Krise hatten Arbeitnehmer und Vorstand sich im Herbst auf Reduzierungen der Arbeitszeit in einigen Bereichen geeinigt. Auch die jährliche Prämie fällt bei Daimler im Jahr 2021 aus. Der Vorstand treibt es aus Sicht der Daimler Belegschaft eindeutig zu weit: Dem Unternehmen seien die Zahlen wichtiger als die Menschen.

Erst Ende November hatte das Management gedroht, die Entwicklung wichtiger Zukunftstechnologien doch nicht nach Untertürkheim zu bringen, wenn der Betriebsrat weiter auf seine Forderungen bezüglich einer früheren Zusage zur Auslastung des Standorts beharre. Die Arbeitnehmervertreter fühlten sich erpresst, eine Entscheidung steht weiterhin aus und wurde ins neue Jahr verschoben. In Berlin gingen vor knapp drei Wochen Hunderte Beschäftigte auf die Straße, weil sie um ihre Jobs fürchten.

Mehr Luxus und weniger Kosten: Daimler auf Sparkurs – zum Ärger der Mitarbeiter

Ola Källenius trat sein Amt im Unternehmen im Mai 2019 an. Die Corona-Krise war in diesem Jahr die perfekte Vorlage für einen mega Sparplan. Mindestens 15.000 Stellen, eher sogar mehr, sollen wegfallen. Das Smart-Werk in Hambach, einstiges deutsch-französisches Prestigeprojekt, hat der Daimler-Chef bereits verkauft – an einen britischen Milliardär. Dieser schnappt sich kurz darauf auch die Mercedes-Formel-1-Sparte.

In Zukunft möchte Daimler einen Fokus auf das Luxus-Segment legen, vor allem auf luxuriöse Elektroautos. Also teurere Autos, durch die mehr Geld verdient werden kann. Bereits im November sprach der Daimler Vorstandsvorsitzende davon, dass das Unternehmen Daimler künftig schrumpfen wird – die Frage bleibt, zu welchem Preis.

Rubriklistenbild: © Silas Stein/dpa

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