Neuer Campus in Sindelfingen

Angriff auf Tesla: Startschuss für wichtiges Daimler-Projekt

Das Logo der Daimler AG ist an der Konzernzentrale zu sehen.
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Um auf Tesla aufzuholen, startet Daimler nun ein wichtiges Software-Projekt.
  • Simon Mones
    vonSimon Mones
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Die Software spielt beim Elektroauto eine immer wichtigere Rolle. Deswegen startet Daimler jetzt ein Projekt für die Zukunft.

Die Automobilbranche befindet sich aktuell in einem der größten Umbrüche ihrer Geschichte. Weg vom klassischen Verbrenner hin zum Elektroauto. Für Hersteller wie Daimler bringt das neue Probleme mit sich, denn die Software wird immer wichtiger. Das liegt auch daran, dass das autonome Fahren ebenfalls immer wichtiger wird.

Während der Elektroauto-Pionier Tesla seine Software schon selbst entwickelt und damit Milliarden macht, steckt die Entwicklung von Daimlers eigenem Betriebssystem MB.OS noch in den Anfängen. Bereits im Mai 2020 hatte Ola Källenius erklärt, dass es im „Rennen um die Mobilität der Zukunft“ wichtig sei, eine eigene Softwareplattform zu schaffen. Nur so könne man die Oberhand über „das Hirn und das zentrale Nervensystem der Fahrzeuge der Zukunft“ behalten.

Daimler: Software-Campus in Sindelfingen - weitere 2.000 Stellen an anderen Standorten

Das Daimler-Werk in Sindelfingen soll deswegen jetzt zu einem Software-Campus werden, wie die Automobilwoche berichtet. Dort sollen 1.000 neue Arbeitsplätze „vor allem für ausgewiesene Experten auf dem Gebiet Software-Entwicklung und -Programmierung“ geschaffen werden.

Doch das ist nur ein Teil der Entwicklungsoffensive im Softwarebereich, auch an den Standorten in Berlin, Tel Aviv, Seattle und Peking sollen weitere 2.000 Stellen für Entwickler geschaffen werden, wie der Sindelfinger Betriebsratschef der Automobilwoche erklärte.

Daimler: MB.OS soll 2024 fertig sein - Einsatz in neuen Elektroautos

Um den Softwareentwicklern bei Mercedes-Benz ein agileres Arbeiten zu ermöglichen, steht Daimler aktuell in Verhandlungen mit der Arbeitnehmerseite. Zudem sei eine höhere Flexibilität bei der Arbeitszeit und dem Arbeitsort geplant. Denn: MB.OS soll zum Großteil innerhalb des Daimler-Konzerns entwickelt werden.

Einige Komponenten sollen jedoch zusammen mit externen Partnern entwickelt werden, die Nutzeroberfläche soll aber eine hundertprozentige Eigenentwicklung von Daimler sein. Dabei verfolgt der schwäbische Automobilhersteller einen engen Zeitplan, bereits 2024 soll MB.OS fertig sein und in den Elektroautos der neuen MMA-Plattform zum Einsatz kommen.

Auf dieser neuen Plattform sollen dann kompakte und mittelgroße Fahrzeuge aufbauen und somit die Electric Vehicle Architecture (EVA) ergänzen. Als erstes Elektroauto von Daimler nutzt der Mercedes-Benz EQS die EVA-Plattform. Diese soll zudem für den EQE und die SUV-Modelle von EQS und EQE verwendet werden. Der EQE soll noch in diesem Jahr vorgestellt werden.

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