Daimler bleibt Ionity treu

Daimler stärkt Schnellladenetz Ionity: Källenius gibt deutliches Versprechen

Mercedes-EQ, EQE V295, 2021
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Daimler gehört zu den Gründungsmitgliedern von Ionity.
  • Simon Mones
    VonSimon Mones
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Ionity steht in der Kritik. Daimler-Boss Ola Källenius stärkt dem Schnellladenetz nun den Rücken und gibt ein wichtiges Versprechen.

Auf Deutschlands Straßen rollen immer mehr Elektroautos. In Zukunft sollen es noch mehr werden, dafür will auch Daimler sorgen. Auf der IAA stellten die Stuttgarter mit der Studie EQG und dem EQE zwei weitere Stromer vor. Doch ein alt bekanntes Problem bleibt: Nach wie vor gibt es zu wenig Ladesäulen.

Um das zu ändern, hatten sich 2017 Daimler, BMW, Ford und der Volkswagen-Konzern mit den Marken Audi und Porsche zusammengetan und das Gemeinschaftsunternehmen Ionity gegründet. Bis Ende 2020 sollten so an 400 Standorten Schnellladesäulen errichtet werden. Dieses Ziel wurde jedoch deutlich verfehlt. Aktuell listet die Website von Ionity 362 Standorte, weitere 41 sind noch im Aufbau (Stand 9. September).

Daimler stärkt Ionity den Rücken – VW-Boss mit heftiger Kritik

Entsprechend unterschiedlich ist das Fazit der Gründungsmitglieder, wie ecomento.de berichtet. Volkswagen-Boss Herbert Diess hat sich bereits mehrfach kritisch über Inonity geäußert und einen Standort gar als „traurige Angelegenheit“ kritisiert.  „Zu wenige Ladepunkte am Brenner! Nur 4 – klar, da hält jeder am Shopping Center. Besetzt. Also weitergefahren nach Trento. Auch nach der Kritik im letzten Jahr: kein WC, kein Kaffee, eine Säule außer Betrieb/defekt, traurige Angelegenheit. Das ist alles andere als ein Premium-Ladeerlebnis, Ionity!“, polterte Diess.

Anders ist die Gefühlslage derweil bei Daimler-Boss Ola Källenius. „Wir sind Gründungsmitglied von Ionity und ich muss dem Team gratulieren: Ionity hat das zu Anfang gesteckte Ziel erreicht. Und das lautete, ein europäisches Schnellladenetz entlang der Autobahnen aufzubauen“, betonte der Schwede auf der IAA Mobility in München. Zudem erklärte er, dass er selbst regelmäßig an den Schnellladesäulen von Iontiy lade und es „hervorragend“ funktioniere.

Neue Investoren für Ionity? Audi baut eigenes Netz auf

Nach der heftigen Kritik von Diess dürften diese Worte bei Ionity wohl wie Öl heruntergehen. Dennoch versicherte man dem Volkswagen-Boss, das man am Brenner Verbesserungen plane. Insgesamt habe man im Sommer an zahlreichen Standorten eine höhere Auslastung festgestellt. Doch bei Volkswagen ist man mit dem Tempo offenbar derart unzufrieden, dass Audi künfitg eine eigene Infrastruktur aufbauen will.

Da hilft es wohl auch nichts, dass nach Hyundai und Kia, bald auch Renault und der Ölkonzern Shell zu den Gesellschaftern von Ionity zählen. Mit neuen Investoren soll dann das Netz deutlicher weiter ausgebaut werden als bislang angedacht. Ionity könnte dann auch vermehrt in Städten Schnellladesäulen in Betrieb nehmen.

Daimler will Ionity „massiv untersützen“

Für Daimler Grund genug, auch weiterhin auf Ionity zusetzen und das Angebot weiter zu unterstützen, wie Källenius auf der IAA erklärte.  „Natürlich werden wir eine Version 2.0 anstreben. Ich kann nicht für Ionity sprechen, aber lassen Sie es mich einmal so ausdrücken: Mercedes wird einen weiteren Ausbau dieses Netzwerk ganz sicher massiv unterstützen“, macht der Daimler-Boss klar.

Daimler gehört zu den Gründungsmitgliedern von Ionity.

Källenius betont aber auch: „Ich bin ungeduldig. Und ich bin der Meinung, dass wir als Hersteller mit unserer Produktoffensive einen Punkt erreicht haben, an dem wir schneller sind, als der Ausbau der Ladeinfrastruktur vorangeht. Und zwar nicht nur in Europa, sondern weltweit!“

Entsprechend will sich Daimler auch auf politischer Ebene für den Ausbau der Ladeinfrastruktur starkmachen. „Wir haben immer gesagt, dass wir uns um die Produkte kümmern werden. Und das haben wir getan. Aber wenn es unser gemeinsames Ziel ist, eine CO2-freie Welt aufzubauen, müssen in Sachen Ladeinfrastruktur den Worten jetzt auch Taten folgen!“ Der Bundestag hat bereits ein Gesetz zur Förderung von Ladesäulen beschlossen, für das es jedoch auch ordentlich Kritik gab.

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