Klimaneutrale Produktion

Daimler mit Hammer-Plan: So wird die Produktion grüner

Daimler/Stuttgart: Ärger um Dieselskandal - Wird's richtig teuer?Daimler/Stuttgart: Ärger um Dieselskandal - Wird's richtig teuer?
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Daimler will bis 2039 klimaneutral werden.
  • Simon Mones
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Daimler will bis 2039 seine Produktion klimaneutral machen. Dazu hat der schwäbische Autobauer eine wichtige Kooperation geschlossen.

Wie die ganze Automobilindustrie befindet sich auch Daimler derzeit im Wandel. Denn die Zukunft gehört den Elektroautos. Hinzu kommt, dass die Lkw-Sparte im kommenden Monat vom Konzern abgespalten und an die Börse gebracht werden soll. Parallel dazu arbeitet Daimler an einem weiteren wichtigen Ziel: der klimaneutralen Produktion! Am Stammsitz in Untertürkheim, wurde dieses Ziel bereits teilweise erreicht.

Neben der Stromversorgung hat sich der schwäbische Automobilhersteller vorgenommen, auch die Lieferketten klimaneutral zu machen. „Die Erreichung der Mercedes-Benz Ambition 2039 setzen wir gemeinsam mit unseren Partnern um. Fast die Hälfte unserer rund 2.000 Lieferanten hat bereits einen ‚Ambition Letter of Intent‘ unterzeichnet und bekennt sich damit dazu, uns künftig nur noch mit CO2-neutralen Teilen zu beliefern“, erklärte der Chef-Einkäufer von Mercedes, Gunnar Güthenke im vergangenen Jahr.

Daimler setzt auf grünen Stahl aus Schweden - klimaneutrale Produktion bis 2039

Doch damit alleine gibt man sich in Stuttgart nicht zufrieden. Wie das Handelsblatt berichtet, will Daimler bereits ab 2026 Stahl aus Wasserstoffproduktion einsetzten. Daher hat der Automobilkonzern eine Kooperation mit dem schwedischen Stahlhersteller SSAB gestartet.

„Wir wollen bis 2039 unsere gesamte Lieferkette dekarbonisieren“, sagte Daimler-Vorstand Markus Schäfer dem Handelsblatt. „Dafür ist es nötig, dass wir eng mit unseren Lieferanten zusammenarbeiten und früh in die gemeinsame Entwicklung einsteigen.“ Entsprechend sollen bereits 2022 erste Prototypenteile für Rohbauumfänge aus grünem Stahl hergestellt werden.

Weniger CO-2 in der Daimler-Produktion - Kooperationen helfen Ziel zu erreichen

Zusätzlich zu der Kooperation mit SSAB arbeitet Daimler auch mit anderen Lieferanten daran, die Stahllieferkette klimaneutral zu machen. Bereits vor einigen Wochen bekam der niedersächsische Stahlhersteller Salzgitter von Mercedes-Benz einen Auftrag und versorgt die Daimler-Tochter künftig mit einem um zwei Drittel geringeren CO2-Fußabdruck.

Dass das Thema grüner Stahl bei Daimler jedoch besonders wichtig ist, zeigt die Beteiligung an der Neugründung H2 Green Steel. „Das Thema hat für uns eine hohe Priorität. Dabei sind wir auch bereit, mit Lieferanten zusammenzuarbeiten, mit denen wir bislang keine enge Beziehung gepflegt haben“, sagte Schäfer dem Handelsblatt. Das Unternehmen H2 Green Steel will in Nordschweden ein klimaneutrales Stahlwerk aufbauen.

SSAB will Daimler bald mit grünem Stahl beliefern.

SSAB setzt seinerseits ebenfalls auf weitere Kooperationspartner und arbeitet unter anderem mit dem schwedischen Staatsbergbaukonzern LKAB zusammen, um an klimaneutral gefördertes Eisenerz zu gelangen. Den grünen Strom erhält man vom Energieversorger Vattenfall. „Solche branchenübergreifenden Projekte werden in Zukunft immer wichtiger“, betont Daimler-Vorstand Schäfer. „Denn die Klimaziele lassen sich nur erreichen, wenn wir die CO2-Emissionen über die gesamte Prozesskette eliminieren – vom Fördern der Rohstoffe bis zum Recycling des Endprodukts.“

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