Neue Farbe für Polizeiautos

Revolutionäre Idee von Daimler: Polizeiautos sähen sonst heute anders aus

Über 1.400 neue Mercedes-Benz Fahrzeuge für baden-württembergische Polizei
+
In Baden-Württemberg kommt die Polizei bereits seit 2000 in silbernen Streifenwagen daher. Anfangs noch in Kombination mit Grün statt wie heute Blau.
  • Simon Mones
    vonSimon Mones
    schließen

Lange waren Polizeiautos in Deutschland grün-weiß. Inzwischen sind die Streifenwagen blau-silber. Dahinter steckt Daimler - aus einem speziellen Grund.

Ein Polizeiwagen ist blau-silber - das weiß jedes Kind. Doch das war nicht immer so. Die Älteren werden sich womöglich noch erinnern: Über viele Jahrzehnte gingen die Ordnungshüter in Deutschland in grün-weißen Streifenwagen auf Ganoven-Jagd. Ihre Premiere feierten die grün-weißen Polizeiautos in den 1970er-Jahren, ehe man nach der Jahrtausendwende in Brüssel auf die Idee kam, das Erscheinungsbild der Polizei in der EU zu vereinheitlichen.

Das gewohnte Grün musste dem heute präsenten Blau weichen. Dass aber die weiße Grundfarbe durch einen Silberton ersetzt wurde, geht nicht auf Kosten der EU. Denn schon mit der Jahrtausendwende kamen viele Streifenwagen in grün-silber statt grün-weiß daher.

Daimler: Revolutionärer Idee sorgt für neue Farbe der Polizeiautos

Tatsächlich steckt Daimler hinter der neuen Grundfarbe der Polizeiautos in Deutschland, wie der schwäbische Automobilkonzern in seinem Magazin verrät. Um genau zu sein, änderte sich die Farbe zunächst nur in Baden-Württemberg, denn das dortige Innenministerium legte Ende der Neunziger das „Technik-Zukunfts-Programm“ auf. In dessen Zuge sollte auch die Polizei-Flotte erneuert werden.

Wie das Daimler-Magazin schreibt, war die Devise klar: „Leasen statt kaufen“. In einer europaweiten Ausschreibung setzte sich Daimler - damals noch im Verbund mit Chrysler - durch und sicherte sich den „Zuschlag für die 3.800 Pkw und Transporter“. Dabei kam der Automobilkonzern aus Stuttgart mit einer revolutionären Idee um die Ecke, die letztlich dafür sorgte, dass die Streifenwagen heute in Silber statt Weiß erstrahlen.

Daimler stellt Streifenwagen für Polizei: Silber steigert Wiederverkaufswert

Diese revolutionäre Daimler-Idee war das „Rückrüstkonzept“! Dabei stand die Frage im Raum, wie Sonderfahrzeuge - wie Streifenwagen - mit möglichst geringem Aufwand wieder zu Serienfahrzeugen zurück gerüstet werden können. Und sich somit nach der Nutzung leichter verkaufen lassen.

Die blauen und gelben Flächen auf den Streifenwagen sind lediglich foliert.

Deshalb entschied man sich auch gegen das seit 1975 übliche Weiß, da Silber den Wiederverkaufswert der Daimler-Streifenwagen nach dem Leasingende deutlich erhöhte. „Dank eines speziellen Verfahrens zur Folierung der Fahrzeuge ließ sich das Grün auf den beweglichen Teilen problemlos abkleben“, heißt es im Daimler Magazin.. Der Dachbalken ließ sich einfach durch die Schiebedachöffnung abmontieren.

Daimler: Streifenwagen kommen mit Servicevertrag

Kein Wunder, dass sich dieses Leasing-Konzept von Daimler schnell durch setzte und nicht nur bei der Polizei Standard wurde, sondern auch von anderen Behörden und anderen Herstellern übernommen wurde. Denn: Während der Wiederverkaufswert der ausrangierten Polizeiautos stieg, sank die Leasingrate.

Zudem sparte das Land bei jedem Auto rund 4.500 Mark für die Umlackierung der weißen Streifenwagen. Durch die kürzeren Leasingzeiten der Polizeiautos und einen Servicevertrag sanken zugleich die Wartungskosten der Polizei, die so die eigenen Werkstattbetriebe reduzieren konnte. Die ersten silbernen Streifenwagen von Mercedes-Benz übernahm die Polizei in Baden-Württemberg bereits im April 2000.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema