Hersteller folgt Renault

Partnerschaft mit Daimler: Nissan trifft drastische Entscheidung

Vor dem Eingang zur Daimler Zentrale und zum Stammwerk in Stuttgart steht ein Daimler Firmenlogo.
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Das Dreierbündnis aus Daimler, Nissan und Renault zerbröckelt immer mehr.
  • Simon Mones
    vonSimon Mones
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Seit 2011 bilden Daimler, Renault und Nissan ein Dreierbündnis, doch dieses beginnt immer mehr zu bröckeln. Nach Renault hat jetzt auch Nissan eine drastische Entscheidung getroffen.

Als Daimler, Renault und Nissan vor zehn Jahren ihr Dreierbündnis begannen, besiegelten sie diese strategische Partnerschaft mit einer Überkreuzbeteiligung. Während Renault und Nissan je 1,55 Prozent an Daimler hielten, war der Stuttgarter Automobilkonzern an seinen beiden Partnern mit jeweils 3,1 Prozent beteiligt.

Doch die eins so ehrgeizigen Pläne haben sich inzwischen in Wohlgefallen aufgelöst. Die Zusammenarbeit von Daimler und Renault beschränkt sich mittlerweile fast ausschließlich auf Vans und Transporter wie die kommende T-Klasse. Stattdessen arbeitet man in Stuttgart immer enger mit Geely zusammen, wie zum Beispiel beim neuen Smart.

Daimler: Nach Renault-Ausstieg - auch Nissan verkauft Anteile

Das einstige Triumvirat ist über die Jahre zerbröckelt und existierte quasi nur noch auf dem Papier. Wohl gemerkt existierte, denn bereits im März entschloss sich Renault dazu, seine Anteile an Daimler zu veräußern. Dadurch nahm der französische Automobilhersteller mehr als 1,1 Milliarden Euro ein.

Inzwischen hat sich auch Nissan entschieden, seine 1,55 Prozent an Daimler zu verkaufen. Die 16,4 Millionen Aktien wurden für einen Preis von jeweils 69,85 Euro an einen Profi-Investor abgegeben, das teilte der Konzern am Mittwoch in Yokohama mit. Dadurch nahm Nissan rund 1,15 Milliarden Euro ein.

Daimler: Beteiligungen an Renault und Nissan als Teil des Pensionsvermögens

Nissan betonte zudem, dass die industrielle Partnerschaft mit Daimler von dem Verkauf unberührt sei und bestehen bleibe. Wie das Handelsblatt berichtet, hat Daimler seinerseits die Aktienpakete von Renault und Nissan in das Pensionsvermögen eingebracht, mit dem die Betriebsrenten bezahlten werden. Dies wird als Zeichen gewertet, dass die Beteiligungen bei Daimler nicht mehr als strategisch gewertet werden.

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