Kurzarbeit bei Daimler

Daimler-Chef mit Schock-Prognose: Chip-Krise dauert länger als gedacht

Vor dem Eingang zur Daimler Zentrale und zum Stammwerk in Stuttgart steht ein Daimler Firmenlogo.
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Daimler musste zuletzt mehrfach Kurzarbeit anmelden.
  • Simon Mones
    VonSimon Mones
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Die Automobilindustrie hat derzeit mit einem Halbleitermangel zu kämpfen, der immer wieder zu Kurzarbeit und Produktionsunterbrechungen führt. Daimler-Boss Ola Källenius glaubt nicht an ein zeitnahes Ende der Krise.

Update, 6. September: Noch immer sorgt die Chip-Krise dafür, dass Daimler immer wieder Kurzarbeit anmelden muss. Die Produktion in den meisten Daimler-Werken läuft inzwischen wieder normal - anders als bei Audi. Doch „die Situation ist volatil“, sagte Ola Källenius am Sonntagabend vor Beginn der Automesse IAA in München. Grund dafür seien auch die jüngsten Corona-Lockdowns in Malaysia, die Mercedes-Benz im laufenden Quartal getroffen hatten.

Der Daimler-Chef hofft darauf, dass sich die Situation im vierten Quartal wieder bessern werde, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet. Allerdings betonte Källenius auch, dass die Nachfrage nach Halbleitern auch 2022 deutlich über den Produktionskapazitäten liegen werde. Eine deutliche Entspannung erwartet der Schwede erst 2023.

Daimler: Kurzarbeit wegen Halbleitermangel - droht die Kaugummi-Krise?

Erstmeldung, 4. Juni: Mit dem Umstieg auf die Elektromobilität steht die Automobilindustrie derzeit vor einer der größten Herausforderungen seit der Erfindung des Autos. Doch als wäre diese Herausforderung nicht schon groß genug, haben Daimler, Audi und Co. aktuell auch mit einem Halbleitermangel zu kämpfen, der in den vergangenen Monaten immer wieder zu Produktionsunterbrechungen und Kurzarbeit geführt hat.

Wegen des anhaltenden Halbleitermangels hat Audi erst Ende Mai die Kurzarbeit an den Standorten in Ingolstadt und Neckarsulm bis in den Juni verlängert. Und auch Daimler hat mit der aktuellen Situation zu kämpfen und musste zeitweise Tausende Mitarbeiter in Rastatt, Bremen und Sindelfingen in Kurzarbeit schicken.

Daimler: Schock-Prognose - Kurzarbeit bis Mitte 2022?

Wie der Business Insider berichtet, arbeiten die Zulieferer derweil daran, ihre Logistik an die gestiegene Nachfrage während der Corona-Krise und die Engpässe bei der Beschaffung der Halbleiter anzupassen. Allerdings verzögern sich dabei auch die Lieferfristen der Unternehmen wesentlich.

Entsprechend geht man bei Daimler davon aus, dass sich die Situation frühestens bis Ende des Jahres bessern wird. Allerdings dauert die Produktion der Halbleiter laut Insidern sechs bis sieben Monate. Zudem müsse diese erst wieder anlaufen, ehe die Chips dann auf dem Weltmarkt verteilt werden können. In der Stuttgarter Konzernzentrale geht man in der Planung daher vorsichtshalber davon aus, dass sich die Situation erst Mitte nächsten Jahres bessert. Das berichtet der Business Insider unter Berufung auf Unternehmenskreise.

Daimler: Enger Austausch mit Lieferanten - Weitere Kurzarbeit möglich

Entsprechend vermutet man bei Daimler auch, dass bis Mitte nächsten Jahres immer wieder Kurzarbeit angemeldet werden muss. Heiß: Wie in den vergangenen Monaten würde auch in Zukunft immer wieder auf die aktuelle Situation reagiert. Das betonte auch eine Daimler-Sprecherin auf Anfrage des Business Insiders: „Gegenwärtig besteht weltweit ein Lieferengpass an bestimmten Halbleiterkomponenten. Auf derartige Schwankungen reagieren wir aufgrund der hohen Flexibilität unserer Werke kurzfristig.“

Allerdings sei die Situation so schwankend, dass man keine Prognose zu den Auswirkungen abgeben könne. „Wir sind in engem Austausch sowohl mit unseren direkten als auch mit den Halbleiter-Lieferanten und passen, falls nötig, unsere Fahrweisen in einzelnen Werken an“, sagte die Sprecherin weiter.

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