Abspaltung der Lkw-Sparte

Daimler: Konzernumbau mit Folgen - auch für Gemeinden!

Das Logo der Daimler AG ist an der Konzernzentrale zu sehen.
+
Das Logo der Daimler AG ist an der Konzernzentrale zu sehen.
  • Simon Mones
    vonSimon Mones
    schließen

Daimler hat kürzlich angekündigt die Lkw-Sparte abzuspalten. Das hat auch Folgen für einige Gemeinden.

Diese Meldung schlug ein wie eine Bombe: Der Daimler-Konzern spaltet sich auf! Es ist bereits der zweite Konzernumbau, seit Ola Källenius die Geschicke des Stuttgarter Automobilkonzerns lenkt. Künftig sollen die Lkw- und Automobil-Sparte unabhängig voneinander agieren.

Daimler selbst will dann aber nur noch eine Minderheitsbeteiligung an dem Lkw-Geschäft halten. Doch der Konzernumbau hat nicht nur Folgen für die Daimler AG - beziehungsweise die Mercedes-Benz AG - wie der Konzern nach der Umbenennung heißen soll - sondern auch für zahlreiche Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg.

Daimler: Konzernumbau mit Folgen - Weniger Einnahmen für einige Gemeinden

Denn die Abspaltung der Lkw-Sparte könnte laut StN.de zu finanziellen Verschiebungen zwischen den Gemeinden führen, in denen Daimler mit Standorten vertreten ist. Demnach würden Stuttgart und Sindelfingen wohl zu den Gewinnern des Konzernumbaus bei Daimler gehören, da die Standorte einen hohen Auto-Anteil haben.

Für Kommunen wie Mannheim mit Lkw-lastigen Werken dürfte der Konzernumbau mit erheblichen Belastungen verbunden sein. Doch warum ist das so? Die Erklärung ist einfach: Aktuell zahlt Daimler seine Gewerbesteuer auf den Gesamtgewinn beider Sparten. Das könnte sich jedoch mit der Abspaltung ändern, davon gehen laut StN.de zumindest Kapitalmarktexperten aus.

Daimler: Konzernumbau mit Folgen - Auswirkung auf Gewerbesteuer

Entsprechend würden die Kommunen dann nur noch an dem Gewerbeertrag der dort angesiedelten Daimler-Sparte beteiligt. Auch dann, wenn die Lohnsumme am Standort gleich bleiben sollte, sind laut Nadja Dwenger, Professorin für Finanzwissenschaft an der Uni Hohenheim, durch den Konzernumbau bei Daimler Änderungen zu erwarten.

Der Grund: Durch die Abspaltung der Lkw-Sparte müssen die Standorte mit der ertragsstärksten Automobil-Sparte die Einnahmen aus der Gewerbesteuer nicht mehr mit denen der weniger ertragreichen Lkw-Sparte teilen. Wie StN.de weiter berichtet, äußerten sich Daimler und die Stadt Stuttgart noch nicht zu dem Thema.

Daimler: Konzernumbau mit Folge - Lkw-Sparte mit weniger Gewinn

Allerdings ist aufgrund der öffentlich zugänglichen Geschäftszahlen eine Abschätzung möglich. Und die zeigen, dass die Automobil-Sparte im Vergleich pro Mitarbeiter deutlich mehr Umsatz erzielt. Zudem fällt auch die Umsatzrendite in der Regel deutlich höher aus. Entsprechend ist auch der Gewinn pro Mitarbeiter in der Automobil-Sparte deutlich höher und der ist wiederum eine Schlüsselgröße für die Einnahmen, die eine Kommune mit Daimler-Standort erzielt.

Stuttgart würde von der Auto-Produktion in Untertürkheim profitieren.

Besonders deutlich dürfte der Effekt des Konzernumbaus in Leinfeld-Echterdingen sein. Dort soll die Lkw-Sparte nach der Abspaltung angesiedelt werden. Daher möchte Daimler 2.000 Arbeitsstellen aus anderen Gemeinden in der Region nach Leinfeld-Echterdingen verlagern.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema