Dürfen Unternehmen Impfstatus abfragen?

Separate Kantine für Ungeimpfte bei Daimler? Pläne überraschen

  • Julia Cuprakowa
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Ab 3. November gilt in Baden-Württemberg die Warnstufe mit vielen Einschränkungen. Bald könnte es auch für ungeimpfte Daimler-Mitarbeiter ungemütlich werden.

Ab diesem Mittwoch (2. November) ist es wieder so weit. Die Landesregierung hat die Corona-Warnstufe in Baden-Württemberg ausgerufen. Der Grund dafür ist die zu schnell steigende Zahl der Corona-Kranken, die auf den Intensivstationen behandelt werden müssen, wie echo24.de im aktuellen Corona-Ticker für Baden-Württemberg berichtet.

Wie seit langem angekündigt, muss das Land nun auf die Bremse treten – auf Ungeimpfte kommen wieder Einschränkungen zu. Auch der Stuttgarter Autobauer Daimler prüft im Kampf gegen Corona separate Kantinenbereiche für geimpfte und genesene Mitarbeiter. Was ist genau geplant?

Daimler in Stuttgart: Bald separater Kantinenbereich für Ungeimpfte? Autobauer prüft Pläne

„Wir planen ein ähnliches Sitzmodell und prüfen derzeit, inwiefern wir das in den Kantinen an unseren Standorten umsetzen können“, teilte eine Sprecherin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) zu Berichten über entsprechende Modelle in anderen Unternehmen mit. „Wir setzen weiterhin alles daran, die Verbreitung des Corona-Virus einzudämmen.“

Zuvor hatte die Rheinische Post unter Berufung auf eine Umfrage berichtet, dass einige Firmen in Nordrhein-Westfalen geimpften und von Corona genesenen Mitarbeitern eigene Kantinenbereiche oder eine eigene Cafeteria anbieten. In diesen Sonderbereichen dürften Beschäftigte ohne Schutzvorgaben zusammensitzen, während diejenigen, die sich nicht impfen lassen oder keine Auskunft darüber geben, weiter mit Abstandsregeln, Masken oder Trennwänden leben müssten, berichtet die dpa weiter. Der Bayer-Konzern spricht hierbei von mehreren Pilotprojekten.

Separater Bereich für Ungeimpfte: Daimler prüft Pläne – Bosch und Porsche sind dagegen

Während Daimler ein ähnliches Modell prüft, spielt es für andere Firmen in Baden-Württemberg keine Rolle. Überlegungen für getrennte Kantinenbereiche gebe es derzeit nicht, sagte ein Sprecher vom Technologiekonzern Bosch. „Bei uns gelten für alle Mitarbeiter an allen Standorten umfassende Schutzmaßnahmen.“

Und weil viele Mitarbeiter weiterhin im Homeoffice arbeiten, halte sich der Andrang in Grenzen. Außerdem können die Beschäftigten seit Juni auch Kantinenessen „to go“ mitnehmen. Beim Autobauer Porsche wird laut einer Sprecherin „in den Kantinen Stand heute nicht zwischen ungeimpften und geimpften oder genesenen Mitarbeitern“ unterschieden.

Arbeitgeberverband sieht Vorteile in getrennten Kantinenbereichen

Der Arbeitgeberverband Südwestmetall sieht zwar mögliche Vorteile für Firmen durch getrennte Kantinenbereiche, wenn die Abstandsregel teilweise wegfalle, sagte ein Sprecher. Man sehe aber „keine absolut sichere datenschutzrechtliche Grundlage“, da Arbeitgeber den Impfstatus der Beschäftigten nicht abfragen dürfen.

Ebenso verhält es sich bei einer betrieblichen Weihnachtsfeier. Unternehmen dürfen den Impfstatus ihrer Mitarbeiter nur im Rahmen bereichsspezifischer Sonderregelungen oder einzelner landesrechtlicher Vorgaben erfragen. Das gilt zum Beispiel auch, wenn Hygienekonzepte für das Unternehmen erstellt werden sollen, wie echo24.de in einem anderen Artikel bereits berichtet hat.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild

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