Kurioser Grund

Nach Tesla-Wechsel: Ex-Daimler-Ingenieur mit fixem Job-Verlust

Baugelände der Tesla Gigafactory
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Das Baugelände der Tesla Gigafactory östlich von Berlin.
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    vonSimon Mones
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Der ehemalige Daimler-Ingenieur Stefan Schwunk entscheidet sich im vergangenen Jahr für einen Wechsel. Doch er tritt den Job nie an und das aus einem kuriosen Grund.

Das Thema Elektromobilität gewinnt in Deutschland immer mehr an Bedeutung, inzwischen haben auch Hersteller wie Daimler erkannt, dass das Elektroauto in Zukunft den Verbrenner ersetzen wird. Entsprechend hat der Hersteller eine Elektro-Offensive angekündigt.

Allerdings ist der Rückstand auf den Branchenprimus Tesla inzwischen gigantisch, weswegen Daimler sein Stammwerk in Stuttgart-Untertürkheim auf links dreht und zu einem Elektro-Campus umbaut. Doch auch Tesla schläft nicht und baut aktuell in der Nähe von Berlin ein neues Werk und wirbt dafür auch Personal bei Daimler ab.

Daimler-Ingenieur wechselt zu Tesla - tritt seinen Job aber nicht an

Auch der Ex-Daimler-Ingenieur Stefan Schwunk unterschrieb im Dezember 2020 einen Vertrag bei Tesla, trat diese Stelle aber nie wirklich an. Denn: Der US-Elektroautomobilkonzern löste den Arbeitsvertrag des 43-Jährigen schon vor dem für den 1. Februar geplanten Job-Antritt wieder auf, wie er im Podcast „Moin Tesla“ von Dennis Witthus verriet. Zuvor hatte Schwunk seinen Tesla-Abschied schon in Form eines April-Scherzes kundgetan.

Dennoch war Schwunk ab Anfang Februar für rund zwei Wochen ein Mitarbeiter von Tesla und musste im Vorfeld zahlreichen Verschwiegenheitserklärungen unterzeichnen. Kurz vor seinem Wechsel zu Tesla veröffentlichte Schwunk dann ein Video auf seinem YouTube-Kanal „Schwunkvoll“, in dem er sich dazu äußerte, warum er Daimler verlässt, um für den US-Konkurrenten zuarbeiten.

Daimler-Ingenieur wechselt zu Tesla: YouTube-Kanal Grund für Job-Verlust?

Dieses Video ist inzwischen nicht mehr auf dem Kanal des Ex-Daimler-Ingenieurs zu finden, wurde aber vorher über 115.000 Mal geklickt. Auch in der Presse schlug Schwunks Tesla-Wechsel hohe Wellen, Interviews gab der 43-Jährige aber kaum. Dennoch verbreitete sich die Meldung, dass er von Daimler zu Tesla wechselt international und erreichte so auch das Tesla Hauptquartier in den USA.

Doch warum wollte Tesla den Vertrag mit Schwunk plötzlich auflösen? Wie der Ex-Daimler-Ingenieur vermutet, dürften seine Auftritte in den sozialen Medien der ausschlaggebende Punkt gewesen sein. „Es gab wohl einen Anruf von Tesla USA in Deutschland“, sagte Schwunk im Podcast, betont aber auch: „Das ist reine Spekulation von mir.“

Daimler-Ingenieur wechselt zu Tesla: YouTube-Kanal angeblich erst kein Problem

Dabei hatte der Ex-Daimler-Ingenieur diese bei seiner Bewerbung im Tesla-Werk in der Nähe von Berlin von Anfang an erwähnt. Man habe ihm versichert, dass das kein Problem sei, im Gegenteil einer der Personal-Manager war sogar Abonnent von Schwunk. Allerdings habe er schon im Vorfeld bemerkt, dass dem wohl nicht so sei und hatte entsprechend ein Magen-Grummeln.

Der ehemalige Daimler-Ingenieur Stefan Schwunk wechselte zu Tesla - doch bevor er die Stelle antrat, wurde sein Vertrag aufgelöst.

Letztlich sei ihm „Tesla mit dem Gespräch aber zuvorgekommen“, betonte Schwunk - der inzwischen für die Volkswagen-Tochter Elli arbeitet - im Podcast „Moin Tesla“. „Ich glaube, da ist schon ziemlich viel dran, dass es bei Tesla einen Menschen gibt, der sozialmedientechnisch aktiv sein darf – und alle anderen nicht“, sagte der Ex-Daimler-Ingenieur.

Daimler-Ingenieur wechselt zu Tesla: YouTube-Kanal über Elektromobilität als Zusatzeinnahme

Dennoch hatte Schwunk die Hoffnung, seinen YouTube-Kanal auch bei Tesla trotz der vielen Verschwiegenheitserklärungen fortführen zu können. Immerhin sei das Gehalt bei Tesla nicht mit dem bei Daimler vergleichbar. Durch YouTube hätte der 43-Jährige den Verlust jedoch halbwegs ausgleichen können.

Seine Zeit bei Daimler hat Schwunk indes nicht bereut, ebenso wenig wie die Entscheidung, den schwäbischen Automobilkonzern zu verlassen. „Der goldene Handschlag ist eine richtig geile Chance“, erklärte der 43-Jährige im Podcast. Auf seinem YouTube-Kanal bezeichnete er den Wechsel von Tesla zu Elli zudem als eine der besten Entscheidungen seines Lebens.

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