Firmenwagen bei Daimler

Daimler: Firmenwagen für Mercedes-Bosse - Elektro bald Pflicht?

Ein Schild mit der Aufschrift Daimler steht vor dem Mercedes-Benz Werk in Untertürkheim.
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Müssen die Mercedes-Bosse bald elektrisch fahren?
  • Simon Mones
    vonSimon Mones
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Bei Porsche sollen Führungskräfte zukünftig keine reinen Verbrenner mehr als Firmenwagen bekommen. Doch wie sieht es bei der Daimler-Tochter Mercedes aus?

Die Elektromobilität ist aktuell das bestimmende Thema. Egal ob Audi, Porsche oder Mercedes, die Zukunft gehört den Elektroautos. Das möchte Porsche auch nach außen zeigen und hat deswegen beschlossen, dass die Führungskräfte künftig keine reinen Verbrenner mehr als Firmenwagen fahren dürfen.

Stattdessen sollen die Porsche-Mitarbeiter „authentische Botschafter der E-Mobilität“ für mehr Nachhaltigkeit sorgen, wie der Personal-Vorstand Andreas Haffner erklärte. Dennoch stehen auch weiterhin die Modelle 911 und 718 zur Auswahl, von denen es bislang keine elektrifizierte Versionen gibt.

Daimler: Keine Elektro-Pflicht für Mercedes-Führungskräfte

Bei Daimler hält man ein ähnliches Vorgehen wie bei Porsche indes nicht für nötig und das trotz der ehrgeizigen Klimaziele. „Entsprechende Vorgaben sind bei der Dienstwagenflotte bei Mercedes-Benz nicht notwendig, da sich unsere Führungskräfte auch ohne solche Auflagen für unsere elektrifizierten Modelle entscheiden: Wir freuen uns sehr darüber, dass in Deutschland ihr Anteil schon jetzt bei fast 45 Prozent liegt“, betonte eine Mercedes-Sprecherin auf Anfrage der Stuttgarter Zeitung.

Dennoch möchte auch Daimler „auf dem Weg zur emissionsfreien Mobilität selbst mit gutem Beispiel vorangehen“. Deshalb möchte der Stuttgarter Automobilkonzern seinen Mitarbeitern künftig die Möglichkeit bieten, die Ladekosten für den Dienstwagen abzurechnen. Ein entsprechendes Pilotprojekt läuft bereits, wie die Stuttgarter Zeitung berichtet.

Daimler: Keine Elektro-Pflicht bei Mercedes - Neue Abrechnungsmöglichkeit kommt

Sobald der Fahrer seinen Firmenwagen an die heimische Wallbox anschließt, erfasst die Autosoftware den Standort und wie viel Strom geladen wurde. Diese kann der Mitarbeiter dann centgenau mit seinem Arbeitgeber - in diesem Fall Daimler - abrechnen. Aktuell bietet der Stuttgarter Konzern hierfür lediglich eine Pauschale an.

Zudem bekommen die Mitarbeiter als Sonderleistung eine Firmenkarte, mit der die Ladesäulen an den Daimler-Standorten genutzt werden können. Wie die Konzernsprecherin der Stuttgarter Zeitung erklärte, solle die Vergütung für die heimischen Ladevorgänge bis zum Jahresende in der Fläche umgesetzt und allen interessierten PHEV-Dienstwagenfahrer*innen zur Verfügung gestellt werden“. Das Kürzel PHEV wird in der Automobilindustrie für die Plug-in-Hybride verwendet, also Fahrzeuge mit einem Verbrennungs- und Elektromotor, die extern geladen werden können.

Daimler: Neue Abrechnungsmöglichkeit für Mitarbeiter - Firmenwagen fahren seltener im Elektromodus

Wie die Sprecherin der Stuttgarter Zeitung erklärte, werde die neue Abrechnungsmöglichkeit „zusätzlich zur KfW-Förderung privater Ladeinfrastruktur und unserer Ladepauschale“ angeboten. Damit möchte Daimler einen großen Kritikpunkt der Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge angehen, denn diese werde wie reine Elektroautos steuerlich begünstigt. Oftmals wird von der Hybridfunktion aber kein Gebrauch gemacht.

Zu Hause laden, aber die Firma zahlt? So könnte es bei Mercedes bald laufen.

„Um CO2-Emissionen schnellstmöglich und effektiv zu senken und alle Vorteile der Plug-in-Hybridtechnik optimal auszuschöpfen, muss das Fahrzeug regelmäßig extern aufgeladen werden“, betont die Mercedes-Sprecherin. Wie die Stuttgarter Zeitung berichtet, ist das Phänomen auch durch eine wissenschaftliche Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) aus dem vergangenen Jahr belegt. Demnach werden Firmenwagen seltener geladen und fahren deutlich kürzere Strecken im Elektromodus. Die Forscher erklären das unter anderem damit, dass Firmen oftmals Tankkarten an ihre Mitarbeiter ausgeben, die dadurch keine Spritkosten haben.

Daimler: Mercedes will Nutzung von Plug-in-Hybriden mit App fördern

Zwar gibt es eine solche Tankkarte auch bei Mercedes, in Zukunft soll aber auch das heimische Laden der Firmenwagen deutlich erleichtert werden. Zudem hat sich Mercedes noch etwas ausgedacht, um die die Nutzung der Plug-in-Hybride zu fördern und den Spieltrieb seiner Mitarbeiter und Kunden zu wecken.

Dazu wurde die App „Mercedes me Eco Coach“ entwickelt. „Wer den Empfehlungen und Tipps der App folgt, lernt nicht nur den alternativen Antrieb seines Autos besser kennen, sondern auch, mit einem optimierten Fahrstil die Umwelt zu schonen“, sagte die Sprecherin der Stuttgarter Zeitung.

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