Daimler setzt auf Elektromobilität

Daimler kompromisslos: Nicht nur Diesel und Benziner vor dem Aus

Daimler/Stuttgart: Ärger um Dieselskandal - Wird's richtig teuer?
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Daimler setzt voll auf Elektroautos. Doch nicht jeder elektrifizierte Antrieb hat in Stuttgart eine Zukunft.
  • Simon Mones
    VonSimon Mones
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Daimler arbeitet weiter am Umstieg auf die Elektromobilität. Doch für eine spezielle elektrische Antriebsart sieht man keine Zukunft.

Das Angebot an reinen Elektroautos wächst bei Daimler immer weiter. Im Vorfeld der IAA Mobility in München hat die Pkw-Tochter Mercedes-Benz mit der Oberklasselimousine EQE und der Geländewagen-Studie EQG zwei weitere Modelle vorgestellt. Der Umstieg auf reine Elektroautos schreitet also immer voran und somit rück auch das Ende der Verbrenner in greifbare Nähe.

Doch jetzt geht es auch einer Elektro-Technologie an den Kragen. So sieht Daimler für die Übergangstechnologie Plug-in-Hybrid nur noch eine begrenzte Zukunft, wie das Handelsblatt berichtet. „Es sind keine weiteren neuen Entwicklungen geplant“, erklärte Entwicklungschef Markus Schäfer am Montag auf der IAA Mobility. „Die Investitionen sind getätigt, insofern nutzen wir sie.“

Daimler-Entwicklungschef Schäfer: Plug-in-Hybride zu komplex

Die Abkehr vom Plug-in-Hybrid hängt dabei aber nicht nur mit dem Aus für die Verbrennungsmotoren zusammen. Auch die Technik an sich ist ein Grund, denn die Kombination von zwei Antrieben in einem Auto gehört mit zu den komplexesten Aufgaben, die es gibt. „Am Ende ist es aber auch eine Kostenbelastung für das Fahrzeug“, erklärt Daimler-Entwicklungschef Schäfer.

Im Umkehrschluss bedeutet ein Fokus auf die reinen Elektroautos mit Batterie weniger Komplexität. Allerdings machen die Plug-in-Hybrid-Autos noch einen deutlich größeren Anteil an den Umsatzzahlen von Mercedes-Benz aus, als die reinen Stromer. Durch die Modell-Offensive bei Mercedes-EQ - unter diesem Label werden die Elektroautos der Daimler-Tochter verkauft - könnte sich das aber ändern.

Daimler baut Elektroauto-Angebot aus - ZF glaubt an Plug-in-Hybride

Bislang umfasst die Produktpalette mit den kompakten Modellen EQA, EQB, EQC und der Luxuslimousine EQS fünf reine Elektroautos. 2022 kommt dann der EQE hinzu, der EQG soll 2024 folgen. Der ebenfalls zu Daimler gehörende Kleinwagenhersteller Smart ist bereits seit Längerem rein elektrisch unterwegs.

Die Einschätzung von Daimler bezüglich der Plug-in-Hybride teilt aber nicht jeder. Beim Autozulieferer ZF sieht man für die Plug-in-Hybride noch eine längerfristige Zukunft. Grundlage für die Einschätzung sind die eigenen Auftragsbestände. Daher werden die Plug-in-Hybride „weit über 2030 hinaus in vielen Teilen der Welt eine wichtige Rolle bei der Elektrifizierung der individuellen Mobilität“ spielen, wie ZF-Vorstandsvorsitzende Wolf-Henning Scheider auf der IAA Mobility erklärte. Dann allerdings mit einer deutlich größeren Reichweite als bislang. Scheider sprach von mehr als 100 Kilometern. Für den ZF-Chef gibt es zudem einen „Schub in der Gesellschaft“. Aus seiner Sicht sei die Bereitschaft nie größer gewesen, das eigene Mobilitätsverhalten anzupassen.

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