Wandel zur Elektromobilität

Daimler: Elektroauto hat Priorität - Källenius schockt mit einer Forderung

Ola Källenius, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG, nimmt an der Bilanz-Pressekonferenz der Daimler AG teil und gestikuliert
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Ola Källenius glaubt, dass der Wandel zur Elektromobilität bei Daimler schneller gelingt als gedacht.
  • Simon Mones
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Daimler möchte den Wandel zur Elektromobilität deutlich schneller vollziehen als bislang geplant. Damit das klappt, richtet Ola Källenius eine klare Forderung an die Politik.

Es hatte sich bereits angedeutet, doch nun ist klar: Daimler möchte den Wandel zur Elektromobilität schneller vollziehen als geplant. Bislang war der Ausstieg aus der Verbrenntechnologie bis 2039 angedacht, doch wie Ola Källenius nun bestätigte, sei dies inzwischen das „konservativste Szenario“.

In einem Interview mit den Stuttgarter Nachrichten erklärte der Daimler-Boss, dass man sich inzwischen auch mit deutlich progressiveren Szenarien beschäftige. „Das allerwichtigste für uns ist jetzt ganz klar das Elektroauto“, betonte Källenius. Bei Daimler gilt ohnehin bereits seit Längerem das Motto „Electric First“.

Daimler setzt auf Elektroautos: Bis 2030 in jedem Marktsegment vertreten

Gemäß dieser Prämisse verfolgt Daimler sehr ehrgeizige Pläne, so will man bis 2030 in jedem Marktsegment ein Elektroauto anbieten können. Wie genau der Weg dorthin aussehen könne und wie schnell sich die Pläne umsetzten lassen, will Källenius noch in diesem Jahr in einem „Strategie-Update“ verraten.

Källenius wollte sich zudem nicht auf ein Datum festlegen, wann Daimler die letzten Autos mit Verbrennungsmotoren verkaufe. Hier ist Audi bereits einen Schritt weiter, das letzte Auto mit Verbrenner-Antrieb soll 2026 vorgestellt werden. 2033 soll dann Schluss sein mit Diesel und Benziner.

Förderung der Elektromobilität: Daimler-Boss Ola Källenius mit Appell an Politik

Der Vorsprung der Konkurrenz beim Umstieg auf die Elektromobilität beunruhigt den Daimler-Boss jedoch nicht. Für Källenius ist es deutlich wichtiger, dass man die Elektroautos mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis auf den Markt bringen kann. Außerdem müsse der Ausbau der Ladeinfrastruktur schneller vorankommen.

Dafür braucht es aber eine Zusammenarbeit von Politik und Wirtschaft, wie der Grünen-Politiker Cem Özdemir im selben Interview mit den Stuttgarter Nachrichten forderte. Daher bot er eine Partnerschaft an, um den Ausbau der Elektromobilität weiter voranzubringen. Dazu müsse aber auch die Kaufprämie für Elektroautos bis auf Weiteres fortgesetzt werden, um die hohen Preise zu kompensieren.

Dass die Verkehrswende nur gelingen kann, wenn Wirtschaft und Politik zusammenarbeiten, sieht auch Daimler-Boss Källenius so. Im Interview mit den Stuttgarter Nachrichten forderte er daher einen steigenden CO2-Preis. Bislang „haben wir den vollen Preis für die Nutzung (der fossilen Energieträger) noch nicht bezahlt“, erklärte der Schwede. Von der Politik wünscht sich der Daimler-Boss daher eine „große Ambition bei ökologischen Themen mit einer starken Wirtschaftspolitik“.

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