Teure Elektroautos

Daimler-Vorstand mit Elektro-Ansage: Kaufprämie auch nach 2025 nötig

Markus Schäfer neben einem Mercedes EQS
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Markus Schäfer hat sich für eine Verlängerung der Kaufprämie für Elektroautos ausgesprochen.
  • Simon Mones
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Wer aktuell ein Elektroauto kauft, muss tief in die Tasche greifen. Daimler-Vorstand Markus Schäfer hat sich nun zur Preisentwicklung geäußert.

Immer mehr Menschen in Deutschland entscheiden sich für ein Elektroauto. Immerhin kommen diese in Sachen Reichweite immer näher an die Werte der Verbrenner ran. In einem Punkt trennen die beiden Antriebskonzepte jedoch noch Welten, wenn nicht sogar Galaxien: beim Preis.

Denn noch immer kosten Elektroautos deutlich mehr als der klassische Verbrenner und das dürfte vorerst auch so bleiben, sagte Daimler-Forschungsvorstand Markus Schäfer im Gespräch mit dem Fachblatt Auto, Motor und Sport. Um weiterhin konkurrenzfähig zu sein, bleiben die Stromer daher auf Subventionen angewiesen.

Daimler-Vorstand Schäfer: Elektroautos bleiben teurer

Schäfer erklärte auch klar, warum die Preise bei den Elektroautos so viel höher ausfallen als bei Autos mit Benzin- oder Dieselmotoren. So treiben vor allem die Kosten für die Herstellung der Batterien die Preise in die Höhe. Diesen preislichen Unterschied werde es vermutlich auch in den kommenden Jahren noch geben, betonte der Daimler-Vorstand. Auch nach der Einführung der neuen Abgasnorm Euro 7.

Dass das noch eine Zeit so bleiben wird, hängt auch mit den Rohmaterialien der Batterien zusammen, erklärte der Daimler-Vorstand. Daher müsse die Kaufprämie für Elektroautos auch über 2025 hinaus verlängert werden. „Damit sich substanziell hinsichtlich der Eingrenzung der Folgen des Klimawandels etwas ändert, braucht es diesen Anreiz, ja“, sagte Schäfer. Um die breite Masse zu einem Umstieg auf ein Elektroauto zu bewegen, brauche es diese Motivationsspritze.

Daimler-Vorstand verspricht: Preise für Elektroautos werden sinken

Allerdings solle dies kein Dauerzustand bleiben. Denn: In Zukunft werden die Preise für die Elektroautos sinken. Doch bis es so weit ist, müssten sich die Kunden noch gedulden. „Wir werden günstigere Angebote mit weiterem technischen Fortschritt machen können, aber erst nach einer gewissen Übergangsphase“, versprach der Daimler-Vorstand.

Zeitgleich kündigte er aber auch an, dass die Tage des Verbrenners endgültig gezählt sind. Den Einsatz von alternativen Antriebstechniken oder Kraftstoffen - wie der Brennstoffzelle oder E-Fuels - erklärte Schäfer für nicht zielführend. „Wir wollen keinen Parallelweg eröffnen. E-Fuels ergeben für die Bestandsflotte Sinn, weshalb wir uns da engagieren. Für künftige Modelle müssen wir uns auf eine Technik konzentrieren.“ Damit folgte er der Einschätzung von Audi-Boss Markus Duesmann.

Daimler setzt auf Elektroauto - keine Zukunft für Brennstoffzelle

Auch bei der Brennstoffzelle decken sich die Ansichten von Schäfer mit denen seiner Audi-Kollegen. Denn diese sei im Vergleich mit dem batterieelektrischen Antrieb laut dem Daimler-Vorstand weniger effi­zient und deutlich teurer. Auch die Audi-Vorständin Hildegard Wortmann hatte der Brennstoffzelle eine klare Absage erteilt.

Dass Daimler auf das Elektroauto setzt, hat sich auch auf der IAA Mobility in München gezeigt. Gleich fünf neue Stromer wurden auf der Messe vorgestellt. Wie der Stuttgarter Automobilkonzern jüngst erklärte, soll Mercedes-Benz zum Ende des Jahrzehnts „überall dort, wo es die Marktbedingungen zulassen“, vollelektrisch werden. Bereits im kommenden Jahr sollen in allen Segmenten Elektroautos angeboten werden. Zudem sollen die Kunden bei jedem Modell die Wahl zwischen einem Elektroauto und einem Verbrenner haben. Ab 2025 werden dann nur noch rein elektrische Fahrzeugplattformen entwickelt.

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