Ola Källenius mit deutlicher Ansage

Daimlers Elektro-Plan kostet Jobs: „Werden weniger Menschen beschäftigen“

  • Julia Thielen
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Der Umbruch bei Daimler hin zur Elektro-Zukunft wird laut Chef Ola Källenius Menschen ihre Jobs kosten. Grund ist der geringere Aufwand.

„Electric only“ - das ist der Leitspruch, unter dem Mercedes Benz, Tochter der Daimler AG* künftig agieren soll. Auf ganzer Linie elektrisch soll die Pkw-Flotte des Konzerns zukünftig vom Band rollen. Doch mit dem Umbruch des Automobilriesens aus Stuttgart vom Verbrennungsmotor zur Batterie, über den echo24.de* ausführlich berichtet, dürfte es auch einen Ruck durch die Mitarbeiter geben. Denn: Chef Ola Källenius rechnet mit einem Abbau von Arbeitsplätzen.

„Man muss auch ehrlich mit den Menschen sein: Die Montage eines Verbrennungsmotors bringt mehr Arbeit mit sich als der Bau einer Elektroachse“, sagte Källenius der Welt am Sonntag. „Selbst wenn wir den kompletten elektrischen Antriebsstrang selbst bauen würden, werden wir Ende der Dekade weniger Menschen beschäftigen.“

Stellenabbau bei Daimler: E-Offensive wird weitere Jobs kosten

Mit der großen E-Offensive* hatte sich Daimler bereits ambitionierte Ziele gesetzt. Für Mercedes wurde der baldige Abschied vom Verbrennungsmotor angekündigt. Das Datum für das Ende von Diesel und Benzinern* steht bereits. 2025 sollen bereits rund 50 Prozent der Neuverkäufe vollelektrische oder Plug-ins sein. Das ist doppelt so viel wie vorher geplant.

Schon jetzt war der Umbruch auch im Personal deutlich zu spüren. So geht beispielsweise Personalvorstand Wilfried Porth* deutlich schneller als zunächst gedacht. Doch nicht nur er - auch Tausende anderer Stellen sollen am Stammsitz in Untertürkheim weichen. Daimler machte seinen Mitarbeiter dafür sogar ein Spezial-Angebot*.

Daimler: E-Offensive wird laut Källenius weitere Jobs kosten

Trotzdem: Eine Alternative zum Elektro-Umbruch sieht auch der Betriebsrat der Daimler AG offenbar nicht. „Man kann nicht gegen den Strom schwimmen, wenn die ganze Welt gerade den batterieelektrischen Antrieb vorantreibt“, sagte Arbeitnehmervertreter Michael Brecht. Zweifel an der Richtigkeit der Elektrooffensive gäbe es in der Belegschaft allerdings dennoch.

„Einige Kollegen hängen schon noch dem Glauben an, dass wir noch eine Weile so weitermachen könnten.“ Aktuell machen E-Autos bei Daimler gerade einmal etwas mehr als drei Prozent aller ausgelieferten Autos aus - tragen zum Milliardengewinn des Unternehmens* also noch nicht allzu viel bei. Bei Hybrid-Fahrzeugen sind es etwas mehr.

Daimler: Absatzquoten für E-Autos sollen sich steigern

Doch das Verhältnis könnte sich ganz schnell ändern. Die Autobranche rechnet - auch angesichts politischer Vorgaben - in den nächsten Jahren mit rasant wachsenden Absatzquoten bei E-Autos. Kein Wunder also, dass trotz der Kurzarbeit auch am Standort Sindelfingen bei Daimler* die Produktion der E-Modelle weitestgehend unberührt bleiben soll. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Silas Stein/dpa

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