Klare Ziele auch bei Daimler Trucks

Daimler mit Hammer-Prognose: Diesel bald Relikt der Vergangenheit?

Ein Daimler Truck mit Brennstoffzelle
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Künftig soll bei Daimler auch die Brennstoffzelle zum Einsatz kommen.
  • Simon Mones
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Bis 2030 soll Mercedes-Benz vollelektrisch sein. Doch wie sieht es bei Daimler Trucks aus?

Bei der Automobilsparte der Daimler AG ist die Marschrichtung längst klar. Statt Benziner und Diesel sollen hier künftig nur noch Elektroautos vom Band rollen. Bis 2030 soll Mercedes-Benz voll elektrisch werden, schon 2025 sollen die Elektroautos 50 Prozent der Verkäufe aus machen. Ähnliche Ziele strebt nun auch der Lastwagenhersteller Daimler Trucks an, der bis Ende des Jahres von der Daimler AG abgespalten werden soll.

Bis 2030 will die Lkw-Tochter von Daimler die CO2-Emissionen für die eigene Lkw-Flotte deutlicher reduzieren, als es die Europäische Union fordert. Das bestätigte  der Technologievorstand des Unternehmens, Andreas Gorbach, der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Demnach sei es möglich, „dass wir bis 2030 schon einen Anteil von 40, 50 oder 60 Prozent an CO2-neutralen Batterie- oder Brennstoffzellen-Lkw bei unserem Absatz in der EU erreichen und dies dann auch entsprechend zur Reduktion an CO2-Emissionen beiträgt“.

Daimler Truck: Europäische Union formuliert harte Ziele - Hersteller fordern Unterstüzung

Grund für die große Spannweite bei den Prozentangaben ist, dass des schwer ist zu prognostizieren sei, „wie sich die Strom- und Wasserstoffpreise genau entwickeln, wie der Ausbau der Infrastruktur in beiden Bereichen vorangeht und ob die Politik zügig die Weichen für gleiche Wettbewerbsbedingungen gegenüber Diesel-Lkw stellt“.

Die aktuellen Vorgaben der EU sehen vor, dass Lkw-Hersteller die CO2-Emissionen ihrer neu zugelassene Fahrzeugflotte bis zum Jahr 2025 um 15 Prozent sowie bis zum Jahr 2030 um 30 Prozent im Vergleich zum Referenzzeitraum zwischen Mitte 2019 und Mitte 2020 reduzieren müssen. Schaffen die Hersteller das nicht, drohen hohe Strafen. Aus diesem Grund hatten Branchenvertreter laut der dpa zuletzt immer wieder höhere Subventionen für alternative Antriebe gefordert, damit diese Ziele erreicht werden können. Um die Entwicklung voranzutreiben, kooperiert Daimler Trucks bei der Brennstoffzelle bereits mit Volvo.

Daimler Truck: Umstieg könnte bei Lkw schnell gehen - unter den Richtigen Rahmenbedingungen

Für den Daimler-Vorstand ist klar, dass die alternativ angetrieben Lkw nur dann ein Erfolg werden, wenn sich diese für die Käufer schnell rechnen. Entsprechend müsse auch die Politik Anreize setzten. „Wir als Lkw-Hersteller können nicht wie ein Pkw-Premiumanbieter sagen: Wir bieten jetzt nur noch Elektrofahrzeuge an und das kostet den Kunden dann eben einen bestimmten Betrag mehr pro Auto“, sagte Gorbach der dpa. „Der Umstieg funktioniert auf dem Lkw-Markt nur, wenn der betriebswirtschaftliche Mehrwert für den Kunden sofort da ist. Dann ergibt sich automatisch ein schnell steigender Marktanteil für klimaneutrale Antriebe.“

Daher müsse es das Ziel sein, dass die Gesamtbetriebskosten von  batterieelektrische Lkw bis Mitte der 2020er-Jahre und Brennstoffzellen-Lkw im Laufe der zweiten Hälfte der Dekade „auf das Niveau heutiger Dieselfahrzeuge“ zu bringen. „Es geht abseits des Anschaffungspreises letztlich vor allem darum, dass der Kunde nach ein paar Jahren, in denen er den Lkw in Betrieb hat, gleich viel Geld in der Tasche haben muss, wie er es beim Betrieb eines Diesel-Lkw gehabt hätte“, betont Daimler-Vorstand Gorbach.

Daimler Truck: Umweltaspekt für Lkw-Käufer nicht entscheidend

Denn für viele Lkw-Kunden sei der betriebswirtschaftliche Gedanke noch immer deutlich wichtiger als der Umweltaspekt. „Es gibt natürlich Lkw-Kunden, die aus ihrer Nachhaltigkeitsstrategie heraus schon jetzt sagen: Ich will grün fahren. Das ist aber nicht die Mehrzahl“, erklärte Gorbach. „Die Kunden denken betriebswirtschaftlich. Und solange der Betrieb eines Diesel-Lkw für die Kunden wirtschaftlicher ist als der eines Brennstoffzellen- oder Batterie-Lkw, wird er sich im Regelfall auch weiter für den Diesel entscheiden.“

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