Auch am Standort in Sindelfingen

Kurzarbeit bei Daimler: Tausende Mitarbeiter betroffen

Produktionshalle der Daimler AG in Sindelfingen
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Im Daimler-Werk in Sindelfingen müssen einige Mitarbeiter weiter in der Kurzarbeit ausharren (Symbolbild).
  • Simon Mones
    VonSimon Mones
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  • Jason Blaschke
    Jason Blaschke
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Weil wichtige Bauteile fehlen, müssen viele Daimler-Mitarbeiter weiter in der Kurzarbeit ausharren. In Bremen und Sindelfingen wurde die Kurzarbeit nun erneut verlängert.

Update, 19. August: Der weltweite Mangel an Halbleitern sorgt in der Automobilindustrie weiter für Produktionsausfälle. Wie Audi muss auch Daimler immer wieder Kurzarbeit anmelden. Erst in der vergangenen Woche kündigte der Automobilkonzern aus Stuttgart für mehrere Werke wieder Produktionsausfälle und somit Kurzarbeit an.

Wie das Portal buten un binnen nun berichtet, soll die Kurzarbeit in Bremen erneut verlängert werden. Ab der kommenden Woche sind rund 8.500 der etwa 12.500 Beschäftigten im Mercedes-Benz-Werk in Kurzarbeit. Das sind zwei Drittel der Belegschaft. Doch auch in anderen Werken von Daimler muss die Produktion aktuell angepasst werden, wie echo24.de bereits berichtete.

Zudem stehen auch im Mercedes-Benz-Werk in Sindelfingen auch in der kommenden Woche die Bänder still. Auch hier geht es für die Mitarbeiter daher in Kurzarbeit. „Das Werk Sindelfingen passt in Teilbereichen aufgrund des anhaltenden Lieferengpasses die Fahrweise an“, den Stuttgarter Nachrichten. Dort werde zusätzlich zur E-Klasse auch die Produktion der S-Klasse und des EQS gestoppt.

Kurzarbeit bei Daimler geht weiter – auch im Werk in Sindelfingen

Erstmeldung, 13. August: Der Halbleitermangel in der Automobilindustrie trifft auch die Daimler AG in Stuttgart knallhart. Und weil die Halbleiterkrise noch lange nicht ausgestanden ist, muss der Autobauer weiter Mitarbeiter in die Kurzarbeit schicken. Auch das Werk in Sindelfingen ist Berichten der Stuttgarter Nachrichten zufolge von anhaltenden Lieferengpässen betroffen, weshalb auch hier die Kurzarbeit zum Teil fortgeführt werden muss. Über die Kurzarbeit bei Daimler in Sindelfingen hatte echo24.de schon berichtet.

Das Werk in Sindelfingen passe die Fahrweise aufgrund des anhaltenden Lieferengpasses am 19. und 20. August 2021 an, teilt eine Sprecherin der Daimler AG in Stuttgart auf Anfrage der Stuttgarter Nachrichten mit. Dass in Sindelfingen die Kurzarbeit verlängert wird, kommt nicht überraschend. Schon am 11. August hatte der Autobauer erklärt, dass am Werk in Bremen rund 7.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit müssen. Auch hier begründete Daimler die Maßnahme mit der Halbleiterkrise.

Kurzarbeit bei Daimler: Wo in Sindelfingen die Produktion weiter stillsteht

In Bremen sind aktuell vor allem Mitarbeiter der Bereiche Rohbau und Lackiererei von der Kurzarbeit betroffen. In Sindelfingen soll Berichten der Stuttgarter Nachrichten zufolge vor allem die Produktion der E-Klasse von Mercedes-Benz stillstehen. Das heißt: In Sindelfingen sind – genau wie im Werk in Bremen – nicht alle Bereiche von der Kurzarbeit betroffen. Im Gegenteil, in Sindelfingen, wo die neue Factory 56 der Daimler AG angesiedelt ist, läuft die Produktion in vielen Bereichen normal weiter.

NameDaimler AG
HauptsitzStuttgart, Baden-Württemberg
Manager (CEO)Ola Källenius
Gründung17. November 1998, Stuttgart
Mitarbeiterzahl288.481 (Stand: Dezember 2020)

In der Factory 56 produziert die Daimler AG die S-Klasse sowie die elektrische Luxuslimousine EQS. Die Elektrooffensive bei Daimler geht ungeachtet der Halbleiterkrise weiter. Doch nicht nur in Sindelfingen und Bremen ist Kurzarbeit weiter ein Thema. Der Grund: Laut der Stuttgarter Nachrichten gibt es im Werk in Rastatt, wo kompakte Modelle wie die A-Klasse hergestellt werden, ab 20. August ebenfalls Kurzarbeit. Noch deutlich schlimmer trifft es das Daimler-Werk in Kecskemet, Ungarn.

Kurzarbeit bei Daimler: Nicht nur der Halbleitermangel ist ein Mega-Problem

Dort dauert der Produktionsstopp Stand 13. August seit mittlerweile drei Wochen an. Und auch in der kompletten nächsten Woche sollen in Ungarn die Bänder still stehen – es gibt aber auch eine positive Nachricht. Im Daimler-Werk in Kecskemet sollen in der Zeit Wartungsarbeiten durchgeführt und so Anläufe für neue Modelle vorbereitet werden. Welche neuen Modelle in Ungarn produziert werden könnten, ist Stand 13. August nicht bekannt. Im Hinblick auf die Kurzarbeit wären E-Modelle aber ein Segen.

Neben Kurzarbeit und Halbleiterkrise gibt es aber noch ein anderes Problem, welches die Daimler AG aktuell sehr beschäftigt. Und das heißt tatsächlich „Lagerfläche“. Hintergrund ist, dass der Halbleitermangel dazu führt, dass halbfertige Autos zwischengelagert werden müssen. Ein Problem, welches im wahrsten Sinne des Wortes wächst. Mittlerweile reichen die vorhandenen Lagerflächen von Daimler nicht mehr aus. In Bremen wird deshalb der stillgelegte Flughafen in Ahlhorn als Zwischenlager genutzt.

Kurzarbeit bei Daimler: Der Halbleitermangel verursacht immer mehr Kosten

Und man darf nicht vergessen, dass auch gelagerte Fahrzeuge kosten verursachen. Sei es durch Mietgebühren für die Lagerflächen oder auch die Ausgaben für Sicherheitspersonal im Lager. Insofern kann man nur hoffen, dass sich die Lieferengpässe in Bezug auf Halbleiter schnellstmöglich schließen. Um das Problem zu lösen, wird beispielsweise auch in Halbleiter- und Chipfabriken innerhalb von Deutschland investiert. Ein Beispiel: Die neue Bosch-Fabrik in Dresden*, über die merkur.de* aktuell berichtet. *echo24.de und merkur.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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