Dunkle Zeiten für die Daimler AG

Diesel-Skandal: Daimler erneut vor Gericht - mächtige Gegner reichen Millionenklagen ein

Das Logo der Daimler AG ist an der Konzernzentrale im Mercedes Benz-Werk in Untertürkheim zu sehen.
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Investoren fordern mit Diesel-Klagen Millionen von Daimler.
  • Julia Cuprakowa
    vonJulia Cuprakowa
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Auf Stuttgarter Autobauer Daimler kommen neue Schadenersatz-Klagen zu. Nun fordern Anleger und Investoren eine Entschädigung im Diesel-Skandal. 

Stuttgart - Gerade erst hat sich die Daimler AG in den USA mit Behörden und Verbrauchern auf einen Vergleich in Höhe von rund zwei Milliarden Euro geeinigt, da droht in Sachen Diesel-Skandal eine erneute Klagewelle. Denn Anleger und Investoren haben im Zusammenhang mit der Dieselaffäre weitere Millionenklagen gegen den Autobauer aus Stuttgart eingereicht.

Dachgesellschaft Daimler AG
CEO:Ola Källenius
Zentrale Stuttgart
Gründung 17. November 1998, Stuttgart

Fast 250 Millionen Euro Schadenersatz verlangen die Kläger allein in einem Verfahren. In drei weiteren summieren sich die Forderungen zusätzlich auf etwa 100 Millionen Euro. Hinzu kommt noch eine Reihe weiterer neuer Verfahren, in denen es aber um geringere Beträge geht. Insgesamt verlangen Daimler-Anleger in diversen Verfahren am Landgericht Stuttgart inzwischen deutlich mehr als eine Milliarde Euro Schadenersatz vom Stuttgarter Autohersteller.

Laut dpa wird dem Autobauer aus Stuttgart vorgeworfen, die Märkte seien zu spät über die finanziellen Folgen der Dieselaffäre informiert worden. Dadurch seien die Daimler-Aktien - die Anleger gekauft haben - zum damaligen Zeitpunkt viel zu teuer gewesen. Daimler weist die Vorwürfe jedoch zurück. „Wir halten die Klagen für unbegründet und werden uns gegen die Vorwürfe mit allen juristischen Mitteln verteidigen“, sagte ein Sprecher.

Daimler AG in Stuttgart: Millionenverlust wegen Rückrufe und Gerichtsverfahren

Den Vorwurf der Behörden, in den Diesel-Fahrzeugen von Mercedes-Benz eine illegale Abgastechnik verwendet zu haben, weist Daimler ebenfalls zurück. Der Autobauer kooperiert aber nach eigenen Angaben mit den Behörden und spielt bei Hunderttausenden Fahrzeugen ein Software-Update auf. Die unzähligen Rückrufe und diverse Verfahren haben den Konzern bereits Milliarden gekostet. Um die Vielzahl von Fällen bewältigen zu können, hatte das Stuttgarter Gericht Anfang des Jahres extra zwei Spezialkammern eingerichtet. Die Kammern beschäftigen sich hauptsächlich mit den zahlreichen VW-Diesel-Fällen, sowieso mit Daimler und Porsche SE.

Insgesamt verlangen Daimler-Anleger in diversen Verfahren am Landgericht Stuttgart inzwischen deutlich mehr als eine Milliarde Euro Schadenersatz.

Manche Daimler-Klagen gehen sogar über das Stuttgarter Landgericht hinaus. Ende Oktober will sich der Bundesgerichtshof erstmals mit einem Daimler-Fall beschäftigen. Dabei geht es aber um Schadenersatz für Autobesitzer, nicht für Anleger.

In solchen Fällen fordern die Kläger meist die Rückabwicklung des Kaufs bei Daimler, also der Finanzierung. Oft steckt dahinter die Absicht, ein unliebsames Dieselauto loszuwerden. Der Grund: Die Fahrverbote für Euro-5-Diesel in Stuttgart.

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