Mega-Projekt mit Codenamen „Fokus“

Daimler AG: Unternehmen spaltet sich – „gemeinsame Konzern-Kultur“ gefährdet

Alle Autoren
    schließen
  • Lisa Klein
    Lisa Klein
  • Jason Blaschke
    Jason Blaschke
  • Julia Cuprakowa
    Julia Cuprakowa
  • Simon Mones
    Simon Mones

Die Aufspaltung der Stuttgarter Daimler AG in zwei getrennte Unternehmen für Autos und Nutzfahrzeuge ist beschlossene Sache. Künftig soll es auch zwei Betriebsräte geben.

Update, 7. Oktober: Die Daimler AG spaltet sich in zwei Unternehmen auf: in eine Auto- und eine Lkw-Sparte. Im Zuge der Aufspaltung sollen laut Zeitungsberichten voraussichtlich Mitte Dezember auch zwei neue Gesamtbetriebsräte gebildet werden. Designierter Vorsitzender des Arbeitnehmergremiums für die bald selbstständige Daimler Truck AG sei der bisherige Daimler-Gesamtbetriebsratschef Michael Brecht, wie die Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten berichten.

Ergun Lümali, bisher Betriebsratschef bei Mercedes-Benz in Sindelfingen, solle Gesamtbetriebsratschef für die Pkw- und Van-Sparte werden. Die Informationen wurden der dpa auf Anfrage aus dem Gesamtbetriebsrat bestätigt. Im Zuge des Konzernumbaus soll die bisherige Daimler AG Anfang kommenden Jahres in Mercedes-Benz Group AG umfirmiert werden.

Daimler AG: Unternehmen spaltet sich – neue Betriebsräte ab Dezember

Ende vergangener Woche hatten die Aktionäre von Daimler grünes Licht gegeben für die Abspaltung von Daimler Truck. Der Lkw- und Bushersteller soll bis Weihnachten an die Börse gebracht werden. Er sieht sich als Weltmarktführer für Nutzfahrzeuge und beschäftigt über 100.000 Menschen.

Die Solidarität unter den Standorten wird unter der Spaltung nicht leiden.

Ergun Lümali, Betriebsratschef bei Mercedes-Benz in Sindelfingen.

Es werde eine Abstimmung untereinander geben. „Wir werden alles dafür tun, die gemeinsame Daimler-Kultur zu erhalten.“ Die Chipkrise löse auch Befürchtungen und Unmut in der Belegschaft aus. „Da müssen die Arbeitnehmervertreter ständig informieren, wo wir stehen, auch um die Ruhe im Team zu bewahren.“ Er wünsche sich vom Management eine klarere Information über die Umstände und anstehende Schritte. Der Mangel von Mikrochips und anderen elektronischen Bauteilen bringt die Produktion bei vielen Autoherstellern durcheinander.

Daimler AG-Hauptversammlung: Ein Stern, zwei Konzerne – Unternehmen spaltet sich

Update, 1. Oktober: Die Anteilseigner der Stuttgarter Daimler AG haben bei der außerordentlichen Hauptversammlung beinahe einstimmig die Aufspaltung in zwei getrennte Unternehmen für Autos und Nutzfahrzeuge gebilligt. Es habe beim entsprechenden Tagesordnungspunkt eine Zustimmung von 99,9 Prozent gegeben, teilte Aufsichtsratschef Bernd Pischetsrieder am Freitag bei der außerordentlichen Hauptversammlung mit. Das Treffen fand wegen der Corona-Beschränkungen online statt.

Berichten der Deutschen-Presse-Agentur (DPA) zufolge geht es im Kern des Vorhabens darum, das große Geschäft für Lkw sowie für Busse aus der Daimler AG herauszulösen und bis Weihnachten an die Börse zu bringen. Anteilseigner von Daimler sollen durch neue Aktien von Daimler Truck profitieren. Das Topmanagement will mit der Trennung den Wert der Einzelunternehmen steigern. Der Name Daimler AG für die bisherige Dachgesellschaft wird Anfang kommenden Jahres ganz verschwinden.

Daimler AG-Hauptversammlung: Tiefer Einschnitt soll Unternehmen spalten

Update, 30. September: Morgen, 1. Oktober, sei ein „wirklich historischer Tag“, meint Martin Daum, Vorstandschef der Nutzfahrzeugsparte Daimler Trucks. Schon vor dem Daimler-Aktionärstreffen wird mit großen Worten nicht gegeizt. Und tatsächlich geht es um eine große Veränderung im weltbekannten Unternehmen der Daimler AG. Denn: Künftig sollen Autos und Lkw von Mercedes nicht mehr aus einem Haus kommen.

UnternehmenDaimler AG
HauptsitzStuttgart, Baden-Württemberg
Manager (CEO)Ola Källenius
Anzahl der Mitarbeiter288.481 (Stand: 12/2020)
Gründung17. November 1998, Stuttgart

Die Anteilseigner sind am morgigen Freitag bei einer Online-Versammlung aufgerufen, der Aufspaltung des Stuttgarter Autobauers zuzustimmen. Der Einschnitt ist tief. Im Kern geht es darum, das große Lkw- und Busgeschäft aus dem Konzern herauszulösen und als eigenständiges Unternehmen an die Börse zu bringen, wie echo24.de bereits berichtete.

Daimler AG-Hauptversammlung morgen: Branche im Umbruch

„Es ist kein Naturgesetz, dass Daimler ewig besteht“, stellte der damalige Konzernchef Dieter Zetsche bereits 2019 fest. Manch einer dürfte bei der außerordentlichen Hauptversammlung an seine prophetischen Worte denken. Die Branche befindet sich im Umbruch, die Herausforderungen sind riesig, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet.

Unter anderem leidet die Automobilbranche weiterhin unter einem extremen Halbleiter-Mangel. Dieser Umstand zwingt auch die „noch“ Daimler AG, „auf Halde“ zu produzieren. Und die großen Unternehmen sind längst nicht die einzigen, die die Auswirkungen des Chip-Mangels zu spüren bekommen. Denn: Wer einen neuen Neuwagen kaufen möchte, muss aufgrund des weltweiten Chip-Mangels tiefer in die Tasche greifen. Auch Gebrauchtwagen sind teurer geworden.

Daimler AG-Hauptversammlung morgen: Ein Stern, zwei Konzerne – Es geht um viel Geld

Doch zurück zum Thema. Um was geht es bei der „Daimler AG“-Spaltung genau? Bei der Trennung geht es natürlich um viel Geld. Kurzum: Es soll Mehrwert für die Anteilseigner geschaffen werden. Die Sparte Daimler Truck wird in die unternehmerische Selbstständigkeit entlassen. Aktien sollen noch vor Weihnachten an der Börse notiert werden. Die Lkw-Sparte stand lange im Schatten des glamourösen Autogeschäfts – dabei sieht sich der Hersteller mit mehr als 100.000 Mitarbeitern als Weltmarktführer für Nutzfahrzeuge.

Nach der Aufspaltung verbleibt der größere und ertragreichere Teil des Konzerns im Auto- und Vangeschäft. Es soll künftig als Mercedes-Benz Group AG geführt werden. Der Name Daimler AG für die bisherige Dachgesellschaft wird Anfang kommenden Jahres ganz verschwinden.

Daimler-Spaltung: Außerordentliche Hauptversammlung morgen – Keine Zweifel an Zustimmung der Aktionäre

Es gibt kaum einen Zweifel daran, dass die Aktionäre von Daimler der Zerlegung zustimmen werden. Schließlich sollen sie von den neuen „Daimler Truck“-Aktien profitieren. Profi-Investoren rechneten aus, dass die beiden Teile an der Börse getrennt mehr wert sein werden, als gemeinsam.

Laut dpa werde der Topmanager um Daimler-Vorstandschef Ola Källenius sich Zeit nehmen, den „historischen Schritt“ noch einmal gründlich zu erklären. Dazu soll auch ein Wasserstoff-Lkw als eine Art Vorbote einer klimafreundlicheren Zukunft aufgefahren werden.

Außerordentliche Daimler-Hauptversammlung 2021: Das ist geplant

Erstmeldung, 22. September: Für den 1. Oktober hat Daimler bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr zur Hauptversammlung geladen. Anders als die Veranstaltung am 31. März, als der Autobauer aus Stuttgart seine Anleger regulär über das abgelaufene Geschäftsjahr informierte, handelt es sich bei dem Termin in der kommenden Woche um eine außerordentliche Hauptversammlung.

Los geht es um 10 Uhr, allerdings findet die Veranstaltung – wie bereits die ordentliche Hauptversammlung – nur virtuell statt. Doch warum ist diese außerordentliche Hauptversammlung überhaupt notwendig? Diese Frage lässt sich relativ einfach beantworten: wegen der Abspaltung der Lkw-Sparte.

Daimler: Außerordentliche Hauptversammlung wegen Truck-Abspaltung

Bereits seit Längerem ist bekannt, dass Daimler diesen Schritt gehen will, um die Lkw-Sparte unter dem Namen Daimler Trucks an die Börse zu bringen. Auf der außerordentlichen Hauptversammlung will der Automobilkonzern aus Stuttgart seine Anleger nun über die Pläne informieren und davon überzeugen.

Sollten die Aktionäre von Daimler den Plänen zustimmen, könnte die Daimler Truck Holding AG schon am 1. Dezember an die Börse gebracht werden. Die bisherige dritte Säule der Daimler AG, in der die Finanz- und Mobilitätsdienstleistungen gebündelt sind, soll in zwei eigenständige Unternehmen aufgehen. Im Zuge der Aufspaltung soll die Holding Daimler AG zum 1. Februar 2022 in Mercedes-Benz Group AG umbenannt werden.

Außerordentliche Daimler-Hauptversammlung: Aktionäre profitieren

Die Aktionäre der Daimler AG erhalten dann für zwei Aktien des Stuttgarter Autobauers eine zusätzliche Aktie der neuen Daimler Truck Holding AG. Heißt, für die Anleger winken nach der Abspaltung der Lkw-Sparte noch mehr Dividenden und die lohnen sich bei Daimler mitunter.

In diesem Jahr wurde die Dividende auf der Hauptversammlung von 0,90 Euro auf 1,35 Euro je Aktie erhöht. Dafür hagelte es jedoch ordentlich Kritik, da Daimler 2020 unter anderem vom Kurzarbeitergeld profitiert hatte. Wer nun von der erhöhten Dividende profitieren möchte, hätte bis zum 31. März 2021 die Aktien von Daimler in seinem Depot haben müssen.

Rubriklistenbild: © Daimler AG

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema