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Daimler AG vor Aufspaltung: Datum für Truck-Börsengang steht

  • Julia Cuprakowa
    VonJulia Cuprakowa
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    Simon Mones
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Die Daimler AG steht vor einer der größten Veränderungen in ihrer Geschichte. Noch in diesem Jahr soll die Lkw-Sparte an die Börse gehen.

Update, 12. August: Die Aufspaltung der Daimler AG nimmt immer mehr an Fahrt auf. Im Oktober sollen die Aktionäre auf einer außerordentlichen Hauptversammlung über das Vorhaben entscheiden. Danach könnte alles ganz schnell gehen, denn das Datum für den Börsengang der Lkw-Sparte steht bereits.

Schon am 1. Dezember könnte Daimler Truck demnach erstmals an der Frankfurter Börse gehandelt werden, das berichtet das Handelsblatt unter Berufung auf Unternehmenskreise. Im Trennungsvertrag ist zudem festgelegt, dass sich die Daimler AG dazu verpflichtet, ihren verbleibenden Anteil von 35 Prozent für drei Jahre nicht ohne Zustimmung der Daimler Truck Holding AG verkauft. Allerdings lässt sich diese Haltefrist auf zwölf Monate verkürzen, sofern der Vorstand der Meinung ist, dass ein Verkauf aus wirtschaftlichen und strategischen Gesichtspunkten „geboten ist“.

Daimler AG: Wichtige Rechte werden verkauft

Zudem werden im Trennungsvertrag auch wichtige Lizenzfragen geklärt. So werden „alle eingetragenen oder durch Benutzung erworbenen Rechte an der Marke Daimler sowie die dazugehörigen Markenfamilien und Domains“ an die Daimler Truck AG verkauft. Der Preis: 9,7 Millionen Euro zuzüglich Umsatzsteuer. Auch die angestrebte Umbenennung der Daimler AG in Mercedes-Benz Group AG wird in dem Vertragswerk erwähnt.

Da die Daimler Truck Holding AG jedoch auch Busse und Lkw unter dem Namen Mercedes-Benz vertreibt, werden auch diese Rechte benötigt. Dazu erhält das neue Unternehmen das „unentgeltliche, zeitlich unbeschränkte, einfache Recht“, die Marke sowie das „Dreizack-Stern“-Logo weiterhin zu verwenden.

Daimler AG vor Aufspaltung: Termin für Hauptversammlung steht

Update, 3. August: Noch besteht die Daimler AG aus drei Säulen, doch das soll sich bis Ende des Jahres bekanntlich ändern. Künftig soll es nur noch zwei unabhängige Aktiengesellschaften geben: die Truck-Sparte und das Auto-Segment. Allerdings benötigt Daimler dazu die Zustimmung seiner Aktionäre, die am 1. Oktober im Rahmen einer außerordentlichen Hauptversammlung darüber abstimmen sollen.

Dies sehe ein von Vorstand und Aufsichtsrat ausgegebener Fahrplan vor, teilte der Konzern am Freitag in Stuttgart mit. Sollten die Anleger die Pläne der Konzernspitze durchwinken, soll das Unternehmen Daimler Truck bis Ende des Jahres abgespalten und an die Börse gebracht werden. Früheren Aussagen zufolge soll der Spin-off im Dezember durchgezogen werden.

Daimler AG: Umbenennung nach Aufspaltung - Aktionäre profitieren

Die bisherige dritte Säule der Daimler AG, in der die Finanz- und Mobilitätsdienstleistungen gebündelt sind, soll in die beiden eigenständigen Unternehmen aufgehen. Im Zuge der Aufspaltung soll die Holding Daimler AG zum 1. Februar 2022 in Mercedes-Benz Group AG umbenannt werden.

Die künftigen Mercedes-Benz Group AG bleibt als bisherige Dachorganisation weiterhin mit einem Minderheitsanteil von 35 Prozent an der Daimler Truck AG beteiligt. Fünf Prozent werden jedoch an den für den Pensionsfonds zuständigen Verein Daimler Pension Trust übertragen. Die übrigen 65 Prozent der Anteile sollen handelbar sein, wobei die Aktionäre der Daimler AG für zwei Aktien des Stuttgarter Autobauers eine zusätzliche Aktie der neuen Daimler Truck Holding AG erhalten.

Daimler Trucks auf Börsen-Kurs - Entscheidung der Aktionäre steht aus

Update, 26. Juli: Im Zuge einer Aufspaltung des Konzerns soll die Daimler Truck AG bis Ende des Jahres an die Börse gebracht werden. Sie kann dann, so jedenfalls der Plan, schneller und wendiger agieren und sich stärker auf die für Nutzfahrzeuge wichtigen Technologien konzentrieren. Zugleich muss sie dann im Notfall aber auch ohne den Großkonzern im Rücken auskommen.

Truck-Chef Martin Daum und Vorstandschef der Daimler AG Ola Källenius hatten die Abspaltung vor allem mit den schwindenden Gemeinsamkeiten von Pkw- und Nutzfahrzeuggeschäft begründet. Während etwa die Brennstoffzelle in Daimlers Auto-Strategie derzeit keine Rolle spielt, hält der Konzern bei Trucks und Bussen große Stücke auf diese Antriebsart. Für die Entwicklung serienreifer Brennstoffzellen-Antriebe für Lastwagen hat sich Daimler mit Konkurrent Volvo zusammengetan. Und das, obwohl der Stuttgarter Autohersteller kürzlich erst eine Weltprämriere mit seinem ersten elektrischen Serien-LKW aActros feierte.

Stuttgart: Daimler Trucks nimmt Kurs auf die Börse - Entscheidung der Aktionäre steht aus

Die Transaktion und die Notierung von Daimler Truck an der Frankfurter Wertpapierbörse liegen im Zeitplan und sollen vor Jahresende 2021 abgeschlossen sein. Laut Daimler befindet sich das Projekt aktuell in der Vorbereitungs- und Prüfungsphase. Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung im Herbst soll die Zustimmung der Aktionäre der Daimler AG zu diesem historischen strategischen Schritt eingeholt werden, heißt es auf der offiziellen Internetseite der „noch“ Daimler AG.

Erstmeldung, 4. Februar: Seit Mai 2019 ist Ola Källenius der Chef der Daimler AG und seit seitdem hat sich vieles bei dem Stuttgarter Automobilkonzern getan, zu dem auch Mercedes-Benz gehört. Angefangen bei einer neuen Konzernstruktur bis hin zu massiven Sparmaßnahmen und dem anstehenden Neustart des Smart in China.

Doch Källenius hat große Pläne mit Daimler. Bis 2030 möchte der Schwede die Diesel- und Benzinmotoren aus dem Angebot von Mercedes-Benz verbannen und den Fokus wieder mehr auf das Luxussegment richten. Dabei schreckt Källenius auch nicht vor radikalen Entscheidungen zurück.

Daimler AG: Källenius kündigt Konzernumbau an - Truck-Sparte soll an die Börse

Das hat der Schwede am Mittwoch einmal mehr unter Beweis gestellt und mit dem Projekt Fokus einen weiteren Konzernumbau bei Daimler ankündigt. Und das nach grade einmal zwei Jahren. Aus den aktuellen drei Säulen unter dem Dach der Daimler AG sollen künftig zwei Aktiengesellschaften werden. Die Truck-Sparte und das Auto-Segment. Rums, diese Meldung hat gesessen!

„Dies ist ein historischer Moment für Daimler und der Anfang für eine tiefgreifende Umgestaltung des Unternehmens“, sagte Källenius am Mittwoch. Das zeigte sich auch im Kurs der Daimler AG, der geplante Börsengang der Truck-Sparte ließ die Aktie um satte 8,9 Prozent steigen und machte den Stuttgarter Automobilkonzern damit zum Spitzenreiter im Dax, wie auch BW24.de berichtete.

Daimler AG: Das ändert sich durch den Konzernumbau von Källenius

Doch wie wirkt sich der Konzernumbau genau aus, und welche Folgen hat das für die Daimler AG, die bislang als Holdinggesellschaft für die drei Tochterunternehmen fungiert? Zunächst einmal verschwindet die Daimler Mobility AG, in der die Finanz- und Mobilitätsdienstleistungen gebündelt sind. Diese werden auf die beiden neuen Unternehmen aufgeteilt, wie auch

Auch die Holding wird durch den geplanten Börsengang von Daimler Truck - der noch in diesem Jahr stattfinden soll - nicht mehr gebraucht. Die Mehrheit der Anteile soll an die Aktionäre der Daimler AG gehen, die Konditionen stehen aber noch nicht fest. Daimler wird künftig aber nur noch eine Minderheit an seiner Truck-Sparte halten.

Daimler AG: Neuer Name nach Konzernumbau - Mercedes-Benz kehrt zurück

Doch damit nicht genug, auch der Name Daimler wird auf lange Sicht wohl verschwinden, zumindest wenn es um Autos geht. Denn die zweite Aktiengesellschaft neben der Daimler Truck AG soll künftig wieder auf den Namen Mercedes-Benz AG hören. Källenius betonte, dass die beiden künftigen Unternehmen in völlig verschiedenen Branchen unterwegs seien, die jeweils spezielle Kunden, Technologien und Kapitalanforderungen hätten.

Der Stern rückt bei Daimler wieder mehr ind en Fokus

Zudem befänden sich beide Industrien in einem umfassenden Wandel. Und beide seien in Industrien tätig, die sich umfassend veränderten. „Diesen Wandel können sie deutlich effektiver gestalten, wenn sie dabei als unabhängige Einheiten agieren“, sagte Källenius.

Daimler AG: Erneuter Konzernumbau - Das sind die Gründe von Källenius

Diese größere Beweglichkeit war auch der Grund für den Konzernumbau 2019, schon damals forderten Investoren einen Börsengang des Lastwagengeschäfts. Das Daimler-Management hatte dies jedoch lange abgelehnt, besonders unter Ex-Chef Dieter Zetsche.

Källenius stellte deshalb klar: „Die Frage ist nicht, warum jetzt, sondern: Warum warten, wenn man sich für einen Weg entschieden hat?“ Dabei ist der Zeitpunkt der Entscheidung durchaus interessant, erst in der vergangenen Woche hatte Daimler überraschend gute Zahlen für das Jahr 2020 präsentiert. Die Truck-Sparte blieb dabei jedoch aufgrund der Kaufzurückhaltung von Spediteuren in der Corona-Krise hinter den Erwartungen zurück.

Daimler AG: Autoexperte lobt Konzernumbau

„Wir haben klare Strategien, um unsere finanzielle Performance zu steigern und unsere Marschroute schneller umzusetzen“, erklärte Truck-Chef Martin Daum. Dazu gehören allerdings auch weitere Sparmaßnahmen, wie Källenius klarstellte. „Wir glauben an die finanzielle und operative Stärke unserer beiden industriellen Geschäftsfelder“, sagte der Daimler-Boss. „Und wir sind überzeugt: Mit einem unabhängigen Management und mit unabhängiger Governance-Struktur werden beide Einheiten künftig noch schneller agieren, ehrgeiziger investieren sowie Wachstum und Kooperationen gezielter vorantreiben können - das alles macht sie deutlich stärker und wettbewerbsfähiger.“

Lob gab es zudem auch von Ferdinand Dudenhöffer. „Es passt in die Zeit“, erklärte der Automobilexperten mit Verweis auf ähnliche Tendenz bei anderen Automobilkonzernen. Gegenüber der Welt griff Dudenhöffer zu einem besonderen Vergleich: „Ein Pkw hat mit einem Lkw so viel gemeinsam wie ein U-Boot mit einem Kreuzfahrtdampfer.“ Das letzte Wort haben jedoch die Aktionäre von Daimler, die sollen laut der Deutschen Presse-Agentur auf einer außerordentlichen Hauptversammlung im dritten Quartal über die Pläne entscheiden.

Rubriklistenbild: © © Daimler Truck AG

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