Projekt Fokus

Riesen Überraschung: Daimler heißt bald Mercedes - aus bestimmtem Grund!

Das Daimler-Logo an der Konzernzentrale in Stuttgart, davor eine Flagge mit dem Mercedes-Stern.
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Noch prangt das Daimler-Logo an der Konzernzentrale in Stuttgart, das könnte sich bald ändern.
  • Simon Mones
    vonSimon Mones
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1998 wurde die Daimler AG in Stuttgart gegründet. Doch bald könnte dieser Name Geschichte sein!

Seit Mai 2019 ist Ola Källenius der Chef der Daimler AG und seit seitdem hat sich vieles bei dem Stuttgarter Automobilkonzern getan, zu dem auch Mercedes-Benz gehört. Angefangen bei einer neuen Konzernstruktur bis hin zu massiven Sparmaßnahmen und dem anstehenden Neustart des Smart in China.

Doch Källenius hat große Pläne mit Daimler. Bis 2030 möchte der Schwede die Diesel- und Benzinmotoren aus dem Angebot von Mercedes-Benz verbannen und den Fokus wieder mehr auf das Luxussegment richten. Dabei schreckt Källenius auch nicht vor radikalen Entscheidungen zurück.

Daimler AG: Källenius kündigt Konzernumbau an - Truck-Sparte soll an die Börse

Das hat der Schwede am Mittwoch einmal mehr unter Beweis gestellt und mit dem Projekt Fokus einen weiteren Konzernumbau bei Daimler ankündigt. Und das nach grade einmal zwei Jahren. Aus den aktuellen drei Säulen unter dem Dach der Daimler AG sollen künftig zwei Aktiengesellschaften werden. Die Truck-Sparte und das Auto-Segment. Rums, diese Meldung hat gesessen!

„Dies ist ein historischer Moment für Daimler und der Anfang für eine tiefgreifende Umgestaltung des Unternehmens“, sagte Källenius am Mittwoch. Das zeigte sich auch im Kurs der Daimler AG, der geplante Börsengang der Truck-Sparte ließ die Aktie um satte 8,9 Prozent steigen und machte den Stuttgarter Automobilkonzern damit zum Spitzenreiter im Dax.

Daimler AG: Das ändert sich durch den Konzernumbau von Källenius

Doch wie wirkt sich der Konzernumbau genau aus, und welche Folgen hat das für die Daimler AG, die bislang als Holdinggesellschaft für die drei Tochterunternehmen fungiert? Zunächst einmal verschwindet die Daimler Mobility AG, in der die Finanz- und Mobilitätsdienstleistungen gebündelt sind. Diese werden auf die beiden neuen Unternehmen aufgeteilt.

Auch die Holding wird durch den geplanten Börsengang von Daimler Truck - der noch in diesem Jahr stattfinden soll - nicht mehr gebraucht. Die Mehrheit der Anteile soll an die Aktionäre der Daimler AG gehen, die Konditionen stehen aber noch nicht fest. Daimler wird künftig aber nur noch eine Minderheit an seiner Truck-Sparte halten.

Daimler AG: Neuer Name nach Konzernumbau - Mercedes-Benz kehrt zurück

Doch damit nicht genug, auch der Name Daimler wird auf lange Sicht wohl verschwinden, zumindest wenn es um Autos geht. Denn die zweite Aktiengesellschaft neben der Daimler Truck AG soll künftig wieder auf den Namen Mercedes-Benz AG hören. Källenius betonte, dass die beiden künftigen Unternehmen in völlig verschiedenen Branchen unterwegs seien, die jeweils spezielle Kunden, Technologien und Kapitalanforderungen hätten.

Der Stern rückt bei Daimler wieder mehr ind en Fokus

Zudem befänden sich beide Industrien in einem umfassenden Wandel. Und beide seien in Industrien tätig, die sich umfassend veränderten. „Diesen Wandel können sie deutlich effektiver gestalten, wenn sie dabei als unabhängige Einheiten agieren“, sagte Källenius.

Daimler AG: Erneuter Konzernumbau - Das sind die Gründe von Källenius

Diese größere Beweglichkeit war auch der Grund für den Konzernumbau 2019, schon damals forderten Investoren einen Börsengang des Lastwagengeschäfts. Das Daimler-Management hatte dies jedoch lange abgelehnt, besonders unter Ex-Chef Dieter Zetsche.

Källenius stellte deshalb klar: „Die Frage ist nicht, warum jetzt, sondern: Warum warten, wenn man sich für einen Weg entschieden hat?“ Dabei ist der Zeitpunkt der Entscheidung durchaus interessant, erst in der vergangenen Woche hatte Daimler überraschend gute Zahlen für das Jahr 2020 präsentiert. Die Truck-Sparte blieb dabei jedoch aufgrund der Kaufzurückhaltung von Spediteuren in der Corona-Krise hinter den Erwartungen zurück.

Daimler AG: Autoexperte lobt Konzernumbau

„Wir haben klare Strategien, um unsere finanzielle Performance zu steigern und unsere Marschroute schneller umzusetzen“, erklärte Truck-Chef Martin Daum. Dazu gehören allerdings auch weitere Sparmaßnahmen, wie Källenius klarstellte. „Wir glauben an die finanzielle und operative Stärke unserer beiden industriellen Geschäftsfelder“, sagte der Daimler-Boss. „Und wir sind überzeugt: Mit einem unabhängigen Management und mit unabhängiger Governance-Struktur werden beide Einheiten künftig noch schneller agieren, ehrgeiziger investieren sowie Wachstum und Kooperationen gezielter vorantreiben können - das alles macht sie deutlich stärker und wettbewerbsfähiger.“

Lob gab es zudem auch von Ferdinand Dudenhöffer. „Es passt in die Zeit“, erklärte der Automobilexperten mit Verweis auf ähnliche Tendenz bei anderen Automobilkonzernen. Gegenüber der Welt griff Dudenhöffer zu einem besonderen Vergleich: „Ein Pkw hat mit einem Lkw so viel gemeinsam wie ein U-Boot mit einem Kreuzfahrtdampfer.“ Das letzte Wort haben jedoch die Aktionäre von Daimler, die sollen laut der Deutschen Presse-Agentur auf einer außerordentlichen Hauptversammlung im dritten Quartal über die Pläne entscheiden.

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