Was wird aus dem Vakzin?

CureVac-Zulassung? Endergebnis zur Wirksamkeit liegt vor

  • Anna-Maureen Bremer
    VonAnna-Maureen Bremer
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Der Impfstoff von CureVac hatte bei seiner Wirksamkeit enttäuscht. Aber die Tübinger machten weiter – jetzt liegen die endgültigen Studienergebnisse vor.

Update, 1. Juli: Ein kleines bisschen Hoffnung hatte es noch gegeben, dass mit der abschließenden Analyse eine bessere Wirksamkeit des Corona-Impfstoffs des Hersteller CureVac bestätigt werden könne. Vor zwei Wochen hatte eine Zwischenanalyse ein ernüchterndes Ergebnis geliefert: Wirksamkeit 47 Prozent. „Die enttäuschenden Studienergebnisse des Covid-19-Impfstoffkandidaten des Tübinger Biotech-Unternehmens Curevac haben sich auch nach einer abschließenden Analyse bestätigt“, schreibt der SWR.

CureVac-Wirksamkeit reicht noch immer nicht aus

Eine „signifikante Schutzwirkung“ gibt es laut Hersteller trotzdem. Diese sei abschließend festgestellt worden bei den Studienprobanden zwischen 18 und 60 Jahren. Bei ihnen wurde demnach eine Wirksamkeit von 53 Prozent gegen eine Erkrankung jeglichen Schweregrades und von 77 Prozent gegen moderaten und schweren Krankheitsverlauf beobachtet.

Die Zahlen zur finalen Analyse von CureVac:

  • 228 Covid-Fälle wurden in der finalen Analyse untersucht
  • 83 davon in der Impfstoffgruppe
  • Altersgruppe von 18 bis 60 Jahren: Hier reichte die variantenabhängige Wirksamkeit von rund 42 bis hin zu 67 Prozent.
  • 15 Virusvarianten wurden in der Auswertung beobachtet
  • Ursprünglicher Virusstammkaum noch vorgekommen
  • Insgesamt rund 40.000 Probandinnen und Probanden in zehn Ländern in Lateinamerika und Europa

Wird der Impfstoff von CureVac noch zugelassen?

Und wird das Vakzin von CureVac nun zugelassen? Im SWR-Bericht heißt es dazu: „Curevac erklärte, mit der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA in laufendem Austausch für die Fortsetzung des Zulassungsverfahrens des Vakzins zu stehen.“ Das Bundesgesundheitsministerium plant für das kommende Jahr derzeit wohl nicht mit CureVac. Bitter: Die Regierung hält indirekt selbst 16 Prozent der Anteile an CureVac - der Plan war es, dadurch eine Übernahme aus dem Ausland zu verhindern.

„Wir glauben, dass dieses Wirksamkeitsprofil einen wichtigen Beitrag darstellt, um die Covid-19-Pandemie zu bewältigen und mit der dynamischen Verbreitung der Virusvarianten umzugehen“, sagte Curevac-Vorstandschef Franz-Werner Haas. Für eine Zulassung sagte er allerdings selbst, dass eine Wirksamkeit von mindestens 50 Prozent erreicht werden sollte.

CureVac vor Zulassung? Ergebnisse der Impfstoffstudie bald vollständig

Ursprungstext von 29.Juni: Zuletzt waren die Meldung über den Impfstoff von CureVac ernüchternd. Die Wirksamkeit reichte bei relevanten Tests nicht aus. Mancher fürchtete schon das komplette Aus für das Vakzin. Aber so leicht geben die Tübinger nicht auf: Der Vorstandsvorsitzende des Tübinger Impfstoffentwicklers Curevac, Franz-Werner Haas, rechnet sehr bald mit finalen Ergebnissen der zulassungsrelevanten Studienphase.

„Es wird nicht länger als eine Woche oder zehn Tage dauern. Wir rechnen kurzfristig mit den Ergebnissen“, sagte Haas am Montagabend in Tübingen bei einer Pressekonferenz mit Bundesforschungsministerin Anja Karliczek und Staatsministerin Annette Widmann-Mauz (beide CDU), der Wahlkreisabgeordneten für Tübingen-Hechingen.

Curevac hatte kürzlich bekanntgeben müssen, dass sein Corona-Impfstoffkandidat der ersten Generation nach einer vorläufigen Auswertung über eine Wirksamkeit von rund 47 Prozent verfügt. Damit wäre der Impfstoff deutlich weniger wirksam als andere Impfstoffe. Die Mitteilung hatte für einen deutlichen Rückgang des Börsenkurses und Enttäuschung bei Politikern gesorgt.

CureVac Aktie crahst – Vakzin soll nach Studie zugelassen werden

Karliczek sagte, man hätte sich gewünscht, dass die aktuellen Zwischenergebnisse besser ausgefallen wären. Es sei richtig, auf die mRNA-Technologie zu setzen, um die Souveränität in Europa zu erhalten im Vergleich zu China und den USA. Es gehe auch um strategische Investitionen im internationalen Wettbewerb.

Der Bund war im vergangenen Jahr über die Aufbaubank KfW mit 300 Millionen Euro bei Curevac eingestiegen und hält laut KfW damit einen Anteil von 16 Prozent. Aus einem Sonderförderprogramm stehen Curevac rund 250 Millionen Euro zur Verfügung. Haas zeigte sich weiter überzeugt davon, den Impfstoff zur Zulassung bringen zu können. „Wir planen auch heute noch mit einer Zulassung dieses Impfstoffs.“ Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA in Amsterdam hatte im Februar ein schnelles Prüfverfahren für den Impfstoff der Tübinger Firma gestartet.

Rubriklistenbild: © Bernd Weißbrod/dpa/Archivbild

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