Corona-Impfstoff von Curevac

Corona-Impfstoff in Sicht? Curevac vor wichtiger Phase - aber in Südamerika

  • Simon Mones
    vonSimon Mones
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Das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac entwickelt derzeit einen Impfstoff gegen das Coronavirus. Die ersten Tests laufen bereits.

  • Curevac arbeitet an einem Impfstoff gegen das Coronavirus.
  • An der Uniklinik in Tübingen läuft bereits eine Studie.
  • Nun will der Hersteller sein Präparat auch in Südamerika testen.

Tübingen - Als Anfang des Jahres die ersten Fälle des Coronavirus bekannt wurden, handelte es sich zunächst noch um einen lokalen Ausbruch in der chinesischen Stadt Wuhan. Seitdem hat sich das Virus zu einer globalen Pandemie entwickelt, die auch Baden-Württemberg hart getroffen hat.

Über 35.000 Menschen sind seit Beginn der Pandemie - trotz zahlreicher Schutzmaßnahmen, wie dem Kontaktverbot und dem Abstandsgebot - am Coronavirus erkrankt. Zudem sind über 1800 Menschen in Baden-Württemberg im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben (Stand 12. August). Noch immer ist das öffentliche Lebe in zahlreichen Bereichen durch die Coronaverordnung eingeschränkt. Ein Ende der Maskenpflicht ist beispielsweise noch nicht absehbar.

Curevac/Tübingen: Studie an Uniklinik läuft

Denn obwohl sich mehrere Hersteller mit der Suche nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus beschäftigen, kann es noch dauern, bis ein Präparat in Deutschland zugelassen wird. In Russland wurde derweil überraschend ein Corona-Impfstoff zugelassen. Jedoch wirft das Vorgehen viele Fragen auf, da es noch keine klinische Studie gab.

An der Wall Street ist zum Wochenstart Panik ausgebrochen. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial sackte zeitweise um knapp 1600 Zähler ab. Foto: Sven Hoppe/dpa

In eben jener Phase der Impfstoff-Entwicklung befindet sich laut echo24.de* auch das Präparat des Tübinger Biotech-Unternehmens Curevac . Derzeit läuft an der Uniklinik in Tübingen bereits die erste Phase der Studie, die kurz vor ihrem Abschluss steht. An bislang 180 jungen Freiwilligen wurde der Impfstoff laut dem SWR bereits getestet. CureVac-Eigner Dietmar Hopp erklärte im Interview*, was den Impfstoff von der Konkurrenz abheben werde. 

Um die weitere Entwicklung des Corona-Impfstoff zu finanzieren, möchte Curevac an die New Yorker Börse gehen. Bereits im Juni beteiligte sich die Bundesregierung mit 300 Millionen an dem Tübinger Biotech-Unternehmen.

FirmennameCurevac N.V.
Branche Biopharmazie und Biotechnologie
CEOIngmar Hoerr
SpezialgebietEntwicklung von Arzneimittel, Messenger-RNA
Mehrheitseigner Dietmar Hopp
FirmensitzTübingen, Deutschland

Curevac /Tübingen: Auch Boris Palmer nimmt an Impfstoff-Studie teil

In einer nächsten Phase wird der Impfstoff an Proben zwischen 41 und 60 Jahren getestet. Darunter befindet sich auch der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer, das gab der Grünen-Politiker auf seiner Facebook-Seite bekannt. „In meiner Altersgruppe hat es an Probanden gefehlt, die den Gesundheitscheck überstanden. Ich habe mich gerne dafür zur Verfügung gestellt“, schreibt der 48-Jährige in einem Facebook-Post. “Ich bin jetzt hier unter ständiger Beobachtung, falls doch eine Nebenwirkung auftreten sollte. Ich spüre aber rein gar nichts.“

Allerdings gibt es auch die Chance, dass Palmer lediglich ein Placebo bekommen hat - der Tübinger Oberbürgermeister hofft aber, dass er das richtige Präparat bekommen habe. Zeitgleich spricht sich der Grünen-Politiker beim Cornonavirus aber gegen eine Impfpflicht aus: „Wenn es eine gut verträgliche und wirksame Impfung gibt, wird es sowieso einen Run darauf geben.“ Die ersten Ergebnisse der Studie an der Uniklinik in Tübingen sollen laut dpa Mitte September vorliegen.

Curevac /Tübingen: Impfstoff-Hersteller vor Test in Brasilien

Zusätzlich zu der Studie möchte Curevac den Impfstoff ab September oder Oktober auch in Brasilien testen. Neben dem Tübinger Unternehmen testen auch die Unternehmen AstraZeneca, Sinovac und Biontech/Pfizer ihren Wirkstoff in dem südamerikanischen Land. Zusammen mit den USA ist Brasilien derzeit eines der am stärksten vom Coronavirus betroffenen Länder weltweit. Nach offiziellen Angaben haben sich dort mehr als drei Millionen Menschen mit Covid-19 infiziert. Jedoch dürfte die Dunkelziffer deutlich höher liegen, da in Brasilien nur wenig getestet wird. Anders als in den USA, die laut Donald Trump besonders viel testen.

Hinzu kommt der relativ laxe Umgang des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro mit dem Coronavirus. Dieser hatte Covid-19 laut dpa als „leichte Grippe" bezeichnet und sich ähnliche wie zuerst auch sein Amtskollege Trump in den USA gegen Schutzmaßnahmen gestellt. Deswegen geriet Bolsonaro in die Kritik. Somit eignet sich Brasilien sehr gut als Testgebiet. *echo24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netwerks.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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