CureVac-Impfstoff hält gekühlt drei Monate

Coronavirus: So viele Menschen will CureVac mit Impfstoff versorgen können

  • Isabel Ruf
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CureVac will seine Produktionskapazitäten deutlich erhöhen. In den nächsten beiden Jahren sollen Millionen von Impfstoff-Dosen zur Verfügung stehen.

Update vom 17. November: Das biopharmazeutische Unternehmen CureVac in Tübingen arbeitet mit Hochdruck an der Entwicklung seines Impfstoffkandidaten gegen das Coronavirus. Zuletzt gab es bereits mehrfach gute Nachrichten seitens des Konzerns. Jetzt legt CureVac auch in Sachen Kapazitäten nach. Das Unternehmen aus Tübingen will sein europäisches Netzwerk ausbauen, um größere Mengen von CVnCoV, wie der Impfstoffkandidat heißt, produzieren zu können.

Im Kampf gegen Corona: So viele Dosen Impfstoff viel CureVac produzieren können

Die Vorbereitungen für den Produktionsbeginn und den Technologietransfer des Impfstoffkandidaten gegen das Coronavirus seien im Gange. „Auf Basis dieser Strategie beabsichtigt das Unternehmen, seine bestehenden Produktionskapazitäten für CVnCoVdeutlich zu erhöhen und gleichzeitig potenzielle Risiken in der Lieferkette zu reduzieren“, teilte CureVac am Dienstag mit.

CureVacbiopharmazeutisches Unternehmen
FirmensitzNiederlande
FirmenzentraleTübingen
MethodeSpezialisierung auf Entwicklung von Arzneimittel auf Basis des Botenmoleküls mRNA

Im kommenden Jahr sollen laut CureVac bis zu 300 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs zur Verfügung stehen. 2022 mit bis zu 600 Millionen Dosen sogar doppelt so viele.

Impfstoff gegen Corona: CureVac baut große Produktionsanlage in Tübingen

Darüber hinaus sei eine von der Europäischen Investitionsbank (EIB) geförderte große Produktionsanlage am Hauptsitz von CureVac in Tübingen derzeit im Aufbau. „Es ist unser Ziel, die Produktionskapazität innerhalb kurzer Zeit zu erhöhen, um eine stabile Versorgung mit unserem Impfstoffkandidaten sicherzustellen“, erklärte Produktionsvorstand Florian von der Mülbe.

CureVac, das laut Unternehmens-Eigner Dietmar Hopp den besten Impfstoff liefern werde, arbeite derzeit mit erfahrenen Partnern in ganz Europa zusammen, um ein solides Produktionsnetzwerk aufzubauen. Geografische Nähe sei dabei ein wichtiger Faktor, um die Ausrichtung und den Technologietransfer zu erleichtern. Die Partner würden voraussichtlich in der kommenden Woche bekannt gegeben. CureVac plant, die zulassungsrelevante klinische Studie der Phase 2b/3 bis Ende 2020 einzuleiten.

CureVac: Rahmenvertrag mit EU-Kommission für Impfstoff geschlossen

Am Montag war bekannt geworden, dass die EU-Kommission mit CureVac einen Vertrag über den Kauf von bis zu 405 Millionen Dosen Corona-Impfstoff vereinbart hatte. Es handelt sich um den fünften Rahmenvertrag mit Pharmafirmen, die einen aussichtsreichen Impfstoff gegen das Coronavirus in der Entwicklung haben.

Coronavirus: Impfstoff von CureVac lange haltbar

Update vom 12. November: Der in Tübingen erforschte Impfstoffkandidat der Firma CureVac gegen Corona ist auch bei einer Temperatur von plus fünf Grad mindestens drei Monate lang haltbar. Das teilte das biopharmazeutische Unternehmen am Donnerstag in Tübingen mit. Zudem bleibe CVnCoV, wie die Flüssigkeit heißt, bei Raumtemperatur bis zu 24 Stunden als gebrauchsfertiger Impfstoff stabil.

„Das dürfte eine dezentrale Aufbewahrung des Impfstoffes erleichtern und breit angelegte Impfanstrengungen in der aktuellen Pandemie unterstützen“, erklärte Produktionsvorstand Florian von der Mülbe. CureVac kündigte an, dass die Stabilitätsstudie fortgesetzt werde, um die Möglichkeiten für eine längere Haltbarkeit des kommerziellen Produkts zu untersuchen.

Das Unternehmen hatte im Juni 2020 eine klinische Phase-1-Studie mit CVnCoV in klinischen Studienzentren in Deutschland und Belgien begonnen. Ende September 2020 startete der Impfstoffkandidat in einer klinischen Studie der Phase 2a in Peru und Panama. Dort wurden die klinischen Untersuchungen auf ältere Erwachsene ausgedehnt. CureVac plant, die zulassungsrelevante klinische Studie der Phase 2b/3 bis Ende 2020 einzuleiten.

Coronavirus: Impfstoffkandidat von CureVac hat Konkurrenz von Biontech

Das Mainzer Unternehmen Biontech und Pfizer sind da schon weiter. Sie hatten kürzlich bekannt gegeben, dass ihr Impfstoff einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor Covid-19 biete. Jedoch sind die Studien dazu noch nicht abgeschlossen. Einen Antrag auf Zulassung in den USA kündigten sie frühestens für kommende Woche an.

Auch in Europa soll eine Zulassung angestrebt werden. Pfizer hatte im September darauf hingewiesen, man habe Daten, die nahelegten, dass der Impfstoff auch bei normaler Kühlschrank-Temperatur (zwischen zwei und acht Grad) bis zu fünf Tage stabil bleibe.

Biontech mit Durchbruch bei Corona-Impfstoff - legt CureVac nach?

Update vom 10. November: Es ist ein großer Durchbruch, den das Mainzer Biotechunternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer am 9. November verkündet haben. Aus der entscheidenden Studie mit der Impfung legten die Firmen positive Wirksamkeitsdaten vor. Demnach war das Risiko, an Covid-19 zu erkranken, für die Teilnehmer mit Impfstoff um mehr als 90 Prozent geringer als ohne Impfstoff. Biontech und Pfizer wollen nach eigenen Angaben voraussichtlich schon ab der kommenden Woche die Zulassung bei der US-Arzneimittelbehörde FDA beantragen. 

Aber auch das Tübinger Unternehmen CureVac ist im Rennen um einen Impfstoff gegen das Coronavirus dabei. Zuletzt gab es hier gute Neuigkeiten (siehe Erstmeldung vom 5. November). Zum Vorgehen und den Daten von Biontech möchte sich CureVac auf echo24.de-Nachfrage nicht äußern. „Generell zeigen die Daten aber die Möglichkeiten der mRNA-Technologie und bestärken uns, mit unserer Entwicklung eines Impfstoffes fortzufahren“, teilt ein Sprecher mit. Der CureVac-Impfstoff basiert auf dem Botenmolekül mRNA und regt im Körper die Bildung eines Virus-Eiweißes an. Dies löst eine Immunreaktion aus, die den Menschen vor dem Virus schützen soll. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur.

Nach Biontech-Durchbruch: Globale klinische Studie von CureVac-Impfstoff startet bald

Das Tübinger Biotechunternehmen befindet sich mit dem Impfstoffkandidaten derzeit in der klinischen Phase 2a. „Erste Ergebnisse daraus erwarten wir noch in diesem Jahr“, sagt der CureVac-Sprecher. Die global angelegte Phase 2b/3 mit rund 30.000 Probanden solle möglichst noch in diesem Jahr starten. „Sofern die Daten aus den laufenden und künftigen klinischen Studien positiv ausfallen, gehen wir davon aus, im ersten Quartal 2021 den Zulassungsprozess bei den entsprechenden Behörden zu starten“, gibt der Sprecher gegenüber echo24.de eine Prognose ab.

Am heutigen Dienstag hat die EU-Kommission dpa-Informationen zufolge bereits einen Vertrag zur Lieferung des Impfstoffs von Biontech und Pfizer fertig ausgehandelt. Deutschland möchte demnach bis zu 100 Millionen Dosen erhalten. Dass Biontech nun bereits einen Durchbruch verzeichnen konnte, ändert nichts an der Arbeit von CureVac. „Grundsätzlich sehen wir im Markt ausreichend Platz für mehrere Anbieter. Es wird am Ende voraussichtlich nicht einen, sondern mehrere Impfstoffe geben“, erklärt der Tübinger Sprecher.

Biontech und Pfizer hatten am Montag bekanntgegeben, dass ihr Impfstoff einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor Covid-19 biete.

Impfstoff gegen Corona: Erste Tests beendet – so ist der aktuelle Stand

Erstmeldung vom 5. November: Die erste klinische Phase ist vorbei. Und das Biopharma Unternehmen CureVac verkündet gute Nachrichten in Sachen Corona-Impfstoff. Nach mehrmonatigen Tests wird dem Impfstoffkandidaten CVnCOV eine gute Verträglichkeit bescheinigt. Die Daten der Phase eins seien sehr ermutigend, sagte der CureVac-Vorstandsvorsitzende Franz-Werner Haas am Montag in Tübingen. „Sie stellen einen entscheidenden Meilenstein in unserem Covid-19-Impfstoffprogramm dar und unterstützen nachdrücklich die Weiterentwicklung unseres Impfstoffkandidaten“, erklärte Haas.

Corona-Impfstoff: CureVac mit positiver Nachricht

In der ersten klinischen Studie wurde der Impfstoffkandidat CVnCoV mit Dosisstärken zwischen zwei und zwölf Mikrogramm mehr als 250 Probanden im Alter zwischen 18 Jahren und 60 Jahren verabreicht. Es seien keine schwerwiegenden Nebenwirkungen beobachtet worden, sagte der Direktor des Instituts für Tropenmedizin der Universität Tübingen und Leiter der klinischen Phase eins, Peter Kremsner.

Bei zwölf Mikrogramm traten etwa Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schüttelfrost, Muskelschmerzen und in geringerem Maße Fieber auf. „Alle berichteten Ereignisse waren vorübergehend und klangen schnell ab, in der Regel innerhalb von 24 bis 48 Stunden“, erklärte Kremsner.

CureVac zu Corona-Impfstoff: Zweite Studie läuft bereits

Mittlerweile läuft bereits die zweite Studie zur Prüfung des Impfstoffkandidaten - in Peru und Panama mit 690 gesunden Teilnehmern. Dann beginnt die globale klinische Studie mit bis zu 30.000 Teilnehmern - noch in diesem Jahr. CureVac plant, diese zulassungsrelevante Phase mit einer Dosis von zwölf Mikrogramm noch vor Jahresende zu starten. Der Wirkmechanismus von CVnCoV imitiert laut Curevac die natürliche Immunantwort auf die Infektion, die bei genesenen Covid-19-Patienten beobachtet wird.

CureVac wurde im Jahr 2000 aus der Universität Tübingen heraus gegründet und beschäftigt 500 Mitarbeiter. Das Unternehmen hatte nach der Mainzer Firma Biontec als zweites deutsches Unternehmen die Genehmigung für eine klinische Studie bekommen. Der Impfstoff basiert auf dem Botenmolekül mRNA und regt im Körper die Bildung eines Virus-Eiweißes an. Dies löst eine Immunreaktion aus, die den Menschen vor dem Coronavirus schützen soll. Die Impfstoff-Studie war Mitte Juni angelaufen. Eine Prognose wann der Impfstoff fertig sein könnte, hatte CureVac bereits bekannt gegeben.

Corona-Impfstoff: Hoffnung auf Eindämmung der Pandemie

In die Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus werden angesichts der zweiten Corona-Welle, die für steigende Infektionszahlen auch in Baden-Württemberg sorgt, große Hoffnungen gesetzt. Impfungen könnten die Pandemie nach und nach eindämmen.

CureVac, das laut Mehrheitseigentümer Dietmar Hopp den besten Impfstoff produzieren wird, spielt dabei eine wichtige Rolle.

Rubriklistenbild: © dpa/Christoph Schmidt

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