Corona-Pandemie flacht ab

CureVac mit heftiger Verspätung: Infektions-Problem bei Zulassungsstudie

  • Lisa Klein
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Die Neuinfektionen flachen ab, immer mehr Menschen sind bereits geimpft. Für viele ist das ein Grund zur Freude, nicht aber für den Impfstoff-Hersteller CureVac.

Der Tübinger Impfstoff-Hersteller CureVac hinkt hinterher. Während der Impfstoff von Biontech bereits seit Dezember verimpft wird, befindet sich das Vakzin von CureVac noch auf den letzten Metern der zulassungsrelevanten Studie. Für eine Zulassung durch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) fehlen bislang noch wichtige Daten. Geplant war eigentlich eine Zulassung des Corona-Impfstoffes von CureVac für Juni — inzwischen rechnet Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nicht vor August mit dem Tübinger Vakzin.

Der vermeintliche Grund für die Verzögerung der Zulassungsstudie: das aktuelle Abflauen der Corona-Infektionszahlen. „Der Grund, dass wir die klinischen Daten der Phase-3-Studie an die europäische Arzneimittelbehörde nicht so schnell liefern konnten wie geplant, ist, dass bisher nicht genügend Infektionen unter den Teilnehmern aufgetreten sind“, teile die Unternehmenssprecherin von CureVac, Sarah Fakih, am Mittwoch in Tübingen mit. Zuerst hatte darüber unter anderem die Augsburger Allgemeine berichtet. Bislang sind in der Studie 59 Corona-Fälle aufgetreten. 160 werden benötigt, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet.

CureVac: Zulassung des Impfstoffs verzögert sich — zu wenig Corona-Infektionen

In den Kontrollgruppen der klinischen Studie haben sich aktuell zu wenige Probanden mit dem Coronavirus angesteckt. „Wir sind zuversichtlich, dass wir die benötigten 160 Infektionen unter den knapp 40.000 Probanden in absehbarer Zeit erreichen“, erklärte Fakih. Dies habe aber nichts damit zu tun, dass CureVac nicht genug Teilnehmende an den Studien habe, sondern dass sich darunter — wegen der abflauenden Ansteckungszahlen — zu wenig Menschen angesteckt hätten.

„Wir hoffen, dass wir die letzten Daten unserer klinischen Studie bis Ende Juni bei der EMA vorlegen können“, sagte Fakih. Wann die europäische Arzneimittelagentur die Daten auswerten und eine Zulassung vornehmen werde, sei schwer vorauszusagen. Landesgesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) hatte am Dienstag unter Berufung auf Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gesagt, dass nach der derzeitigen Situation möglicherweise erst im August eine Zulassung zu erwarten sei. Fakih: „Dazu können wir nichts sagen.“

In den aktuellen Plänen zur Belieferung von Ärzten und Impfzentren im Juni ist kein Impfstoff von CureVac einkalkuliert worden. Noch Ende Mai hatte es in internen Lieferprognosen der Bundesregierung geheißen, dass bis Ende Juni 1,4 Millionen Dosen von CureVac kommen sollen — damit ist wohl inzwischen nicht mehr zu rechnen. In den Lieferprognosen sind zudem bis Ende September 9,4 Millionen und im letzten Quartal 28,9 Millionen Impfdosen gelistet.

Rubriklistenbild: © Martin Wagner/imago-images

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