Impfstoff aus Baden-Württemberg

CureVac: Mega-Vorteil des Tübinger Corona-Impfstoffes – konkrete Planungen zur Zulassung

Das Logo des biopharmazeutischen Unternehmens Curevac ist am Eingang des Firmensitzes angebracht.
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CureVac aus Tübingen wird eine Zulassung seines Corona-Impfstoffkandidaten in der EU und in Lateinamerika beantragen.
  • Isabel Ruf
    vonIsabel Ruf
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Weltweit wird an einem Impfstoff gegen das Coronavirus gearbeitet. Mit dabei: CureVac aus Tübingen. Das Unternehmen peilt die Zulassung in bestimmten Regionen an – mit einem großen Vorteil des Impfstoff-Kandidaten.

In der Corona-Pandemie hofft man auf der ganzen Welt derzeit auf einen Impfstoff – denn die Situation ist ernst. Die Zahlen der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland gehen kaum nach unten. Und das trotz des beim Corona-Gipfel beschlossenen verlängerten Teil-Lockdowns* und einer Verschärfung der Corona-Regeln*, wie echo24.de* berichtet. In Baden-Württemberg gelten in Hotspots* mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern sogar noch härtere Maßnahmen. Es ist ein Spiel auf Zeit – bis zur Zulassung der Impfstoffe, bis zur Herdenimmunität. Die Standorte der Impfzentren in Baden-Württemberg* stehen bereits fest.

CureVac will Zulassung von Corona-Impfstoff in der EU und Lateinamerika beantragen

Auch das biopharmazeutische Unternehmen CureVac aus Tübingen in Baden-Württemberg arbeitet an einem Corona-Impfstoff. Dabei ist CureVac einer von mehreren Hoffnungsträgern weltweit. Andere Unternehmen sind schon weiter: Der Impfstoff von Biontech aus Mainz und Pfizer ist in Großbritannien bereits zugelassen, erste mögliche Nebenwirkungen wurden schon veröffentlicht*. Damit hatte CureVac aber gerechnet. Früh hatte Eigner Dietmar Hopp erklärt, man werde nicht den ersten, aber dafür den „besten Impfstoff“ haben*.

Jetzt ist bekannt, dass das Tübinger Unternehmen CureVac eine Zulassung seines Corona-Impfstoff-Kandidaten in der EU und in Lateinamerika beantragen wird. „Nordamerika ist für uns noch kein Markt“, teilte der Vorstandsvorsitzende Franz-Werner Haas laut der dpa mit. „Die jetzige Administration hat sehr schnell und sehr viele Dosen vorbestellt und reserviert, von Johnson&Johnson, AstraZeneca und Sanofi-GSK, Moderna und auch Biontech/Pfizer“.

CureVac: Der große Vorteil am Corona-Impfstoff aus Tübingen

Es gehe darum, auf der ganzen Welt gegen das Coronavirus zu impfen. „Das Virus kennt keine Hautfarbe, keine Religion, kein Geschlecht und keine Grenzen“, sagte der CureVac-Vorstandschef. Umso wichtiger seien die Logistik und die Robustheit des Impfstoffs. Der Transport braucht Zeit, wenn der Corona-Impfstoff in entlegene Gebiete gebracht werden soll – und das auch in Ländern mit einer höheren Temperatur. Der Impfstoff von CureVac solle den Trumpf haben, auch bei höheren Temperaturen länger wirksam zu bleiben. „Ein Impfstoff, der lange bei Kühlschrank-Temperaturen gelagert werden kann und auch einige Zeit bei Zimmertemperatur stabil bleibt, ist im Vorteil“, so Haas weiter.

Der Impfstoff-Kandidat von CureVac aus Tübingen ist auch bei einer Temperatur von +5° Grad mindestens drei Monate lang haltbar. Zudem bleibe CVnCoV bei Raumtemperaturen bis zu 24 Stunden als gebrauchsfertiger Impfstoff stabil. Das biopharmazeutische Unternehmen steht mit seinem Corona-Impfstoff kurz vor der globalen, zulassungsrelevanten klinischen Phase-III-Studie mit bis zu 30.000 Teilnehmern. Diese soll bis Ende 2020 eingeleitet werden. Man sei bereit und warte auf grünes Licht von den Behörden, erklärte der Vorstandsvorsitzende in Tübingen laut der dpa.

Corona-Impfstoff von CureVac in Tübingen: Wie sicher ist die schnelle Entwicklung?

CureVac begann eigenen Angaben zufolge mit der Entwicklung des Impfstoffkandidaten im Januar 2020. Der Impfstoff „CVnCoV“ basiert laut der Deutschen Presse-Agentur auf dem Botenmolekül mRNA, der im Körper die Bildung eines Virus-Eiweißes anregt. Dies löst eine Immunreaktion aus, die den Menschen vor dem Coronavirus schützen soll. Ende September startete CureVac mit der klinischen Studie der Phase 2a in Peru und Panama*, in der die klinischen Untersuchungen auf ältere Erwachsene und auf Regionen mit hoher Inzidenz ausgedehnt wurden. CureVac baut die Produktionskapazitäten derzeit aus*, um größere Mengen von CVnCoV produzieren zu können.

Einen Impfstoff in nur zehn Monaten zu entwickeln nannte Franz-Werner Haas einen Meilenstein. Zwar sei das Risiko von Fehlern vorhanden, aber in sehr geringem Umfang. „Die regulatorischen Behörden machen technologieunabhängig keine Abstriche bei Sicherheit und Verträglichkeit“, erklärte der Vorstandsvorsitzende von CureVac hinsichtlich der Entwicklung des Corona-Impfstoffs. Vor einigen Wochen hatten die Verantwortlichen bei CureVac auch eine Prognose zum Impf-Start bekanntgegeben*.*echo24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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