Corona-Impfstoff von CureVac

Impfstoff von CureVac: Unternehmen nennt endlich ein Startdatum

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Der Corona-Impfstoff von CureVac lässt weiterhin auf sich warten — die Zulassungsstudie ist immer noch nicht abgeschlossen. Wann wird das Vakzin zugelassen?

Der Corona-Impfstoff von Biontech wird in Deutschland bereits seit Ende Dezember 2020 verimpft. Der mRNA-Impfstoff von CureVac lässt ein halbes Jahr später immer noch auf sich warten. Vor Kurzem wurden bereits über eine Zulassung Ende Mai spekuliert, dazu wird es allerdings nicht mehr kommen. Wie das Tübinger Unternehmen in einer Pressemitteilung am Mittwoch (26. Mai) bekannt gab, soll die Zulassungsstudie des Impfstoffes im zweiten Quartal abgeschlossen werden — wann genau, teilte CureVac nicht mit.

„CVnCoV befindet sich im letzten Stadium der klinischen Entwicklung, unserer Meinung nach in einer der vielfältigsten Studien mit Blick auf das breite Aufkommen von Virusvarianten. Mit Unterstützung unseres Partners Bayer bringen wir CVnCoV weiter voran und erwarten Daten der zulassungsrelevanten Phase 2b/3-Studie im zweiten Quartal“, heißt es in der Mitteilung von CureVac.

Corona-Impfstoff „CVnCoV“ von CureVac: Zulassungsstudie dauert an

Und weiter: „Diese werden es uns ermöglichen, das rollierende Zulassungsverfahren mit der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA zu finalisieren.“ Die Bundesregierung setzt bereits auf eine Zulassung ab Juni — ob das zeitlich klappt, bleibt abzuwarten.

„CVnCoV“ ist der Impfstoffkandidat der ersten Generation des klinischen COVID-19-Impfstoff­programms von CureVac. Er basiert auf optimierter, chemisch nicht modifizierter mRNA und zeigte in einer klinischen Phase 1-Studie laut Angaben des Unternehmens eine „gute Verträglichkeit sowie eine robuste Immunantwort bei einer Dosismenge von 12µg. Darüber hinaus erlaubt CVnCoV eine vereinfachte Lieferlogistik bei Standard-Kühlschranktemperatur.“

Impfstoffkandidat der zweiten Generation: CureVac plant klinische Studie im zweiten Quartal

Zudem ist bereits ein weiterer Impfstoffkandidat einer zweiten Generation („CV2CoV“) gemeinsam mit CureVacs Partner GlaxoSmithKline (GSK) entwickelt worden. Der Start für eine klinische Studie für diesen Corona-Impfstoff ist bereits ebenfalls für das kommende Quartal geplant.

Der Impfstoff der zweiten Generation soll vor allem auch gegen die Virusvarianten sehr wirksam sein: „Erste präklinische Daten zeigten bereits großes Potenzial des Impfstoffkandidaten bei noch geringeren Dosismengen, die voraussichtlich multivalente und Kombinationsimpfstoffe ermöglichen, mit denen flexibel verschiedene Virusvarianten oder unterschiedliche Krankheiten in einem Impfstoff bekämpft werden könnten.“

Wann genau der Corona-Impfstoff von CureVac in Deutschland zugelassen sein wird, ist noch unklar. (Symbolbild)

Am 13. Mai veröffentlichte CureVac die ersten präklinischen Daten des COVID-19-Impfstoffkandidaten der zweiten Generation. Es konnte eine hohe Antigenproduktion sowie starke und dosisabhängige Immunantworten in einem Rattenmodell nachgewiesen werden. Präklinische Daten von Tieren, die mit zwei Dosen CV2CoV immunisiert wurden, zeigten bereits unmittelbar nach der ersten Dosis starke Immunantworten. Darüber hinaus zeigte sich bei geimpften Tieren eine ausgeprägte Kreuzneutralisation gegen Varianten, die zuerst in Dänemark (B.1.1.298), in Großbritannien (B.1.1.7) und in Südafrika (B.1.351) aufgetreten sind.

Corona-Impfstoff von CureVac: Studie zur Auffrischungsimpfung startet Anfang Juni

Um den bestmöglichen Schutz vor sich ausbreitenden Virusvarianten zu gewährleisten, sind weitere Daten zur Wirksamkeitsdauer existierender Impfstoffe sowie zu möglichen Booster-Impfungen — also Auffrischungsimpfungen — notwendig. Der Corona-Impfstoff der ersten Generation soll bereits ab Anfang Juni in einer Studie in Großbritannien auf seine Sicherheit und Wirksamkeit als Booster-Impfung überprüft werden.

Rund 3.000 Teilnehmer sollen unter anderem den CureVac-Impfstoff erhalten, nachdem sie auch mit anderen Impfstoffen vollständig geimpft wurden. Mit Booster-Impfungen soll ein Schutz einige Zeit nach einer abgeschlossenen Impfung aufgefrischt werden. Die Ergebnisse der Studie würden für September 2021 erwartet.

Rote Zahlen bei CureVac durch Corona-Impfstoff: Hohe Forschungs- und Entwicklungskosten

Das Tübinger Biotech-Unternehmen CureVac schreibt aufgrund hoher Forschungskosten allerdings immer noch rote Zahlen. Der Verlust vor Steuern lag im ersten Quartal bei 112,2 Millionen Euro, wie ein Sprecher am Mittwoch mitteilte. Die Verluste gehen demnach vor allem auf Forschungs- und Entwicklungskosten für den Corona-Impfstoff CVnCov zurück, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet.

Im ersten Quartal des Vorjahres hatte der Verlust noch bei 23,9 Millionen Euro gelegen. CureVac hatte 2020 mit einem Vorsteuerverlust von 129,8 Millionen Euro abgeschlossen und auch dies mit hohen Kosten für Forschung und Entwicklung des Corona-Impfstoffs begründet.

Rubriklistenbild: © dpa/Sebastian Gollnow

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