Corona-Impfstoff von CureVac

CureVac könnte deutsche Impfkampagne retten – endlich ein Start-Datum!

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  • Christina Rosenberger
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Die Zulassung des CureVac-Impfstoffs verzögert sich, doch wenn das Tübinger Vakzin zugelassen ist, könnte es die deutsche Impfkampagne mit einem Mal komplett verändern.

Update vom 4. Juni: Wenn das Tübinger Biotech-Unternehmen CureVac Ende Juni eine Zulassung für seinen Corona-Impfstoff CVnCoV erhält, dann könnte das die deutsche Impfkampagne „retten“ - und mit einem Mal um einen riesigen Schritt voranbringen. Denn der Impfstoffhersteller macht Hoffnung darauf, dass hunderte Millionen Impfdosen produziert werden können - in einem relativ kurzen Zeitraum.

Erst vor wenigen Tagen hatte CureVac bekannt gegeben, die Zulassung bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) in Kürze beantragen zu wollen. Dazu fehlten zwar noch notwendige Daten zur Wirksamkeit, doch die will der Tübinger Impfstoffhersteller noch im Juni liefern. Gegenüber den Stuttgarter Nachrichten erklärte ein Sprecher des Biotech-Unternehmens jetzt, dieser Plan sei immer noch realistisch, doch einen konkreten Termin wollte er weiterhin nicht nennen.

CureVac: Rettet Zulassung deutsche Impfkampagne? Mögliches Datum bekannt

Eine Knaller-Meldung hatte der Sprecher im Gespräch mit den Stuttgarter Kollegen allerdings doch noch - und die könnte für die deutsche Impfkampagne entscheidend sein: CureVac ist zuversichtlich, in diesem Jahr noch bis zu 300 Millionen Impfdosen herstellen zu können. Darauf habe auch der Zulassungsprozess keine Auswirkungen. Denn CureVac baue seine Produktionskapazität gemeinsam mit den Partnern weiter aus. Dadurch habe man erst kürzlich die Planung für 2022 von 600 Millionen Dosen auf eine Milliarde erhöht.

HerstellerZulassung
Biontech/Pfizer21. Dezember 2020
Moderna6. Januar 2021
Astrazeneca29. Januar 2021
Johnson&Johnson11. März 2021

Während also andere Impfstoffhersteller immer wieder ihre Liefertermine verschieben und mit generellen Lieferschwierigkeiten kämpfen, könnte CureVac letztendlich Stabilität in die Impfstoffversorgung bringen und dafür sorgen, dass möglichst viele Menschen in Deutschland zügig einen Impftermin erhalten. Das könnte die deutsche Impfkampagne und auch das große Ziel „Herdenimmunität“ retten.

Corona-Impfstoff CureVac: Zulassung verzögert sich - doch lohnt sich das Warten?

Update vom 2. Juni: Seit Monaten läuft in Deutschland die Impfkampagne gegen das Coronavirus. Doch während viele Impfstoffe hierzulande bereits verabreicht werden und zur Immunisierung der Bevölkerung beitragen, sammelt das Tübinger Biotech-Unternehmen CureVac für sein Vakzin weiter Daten. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Deshalb könnte es noch eine Weile dauern, bis das Präparat endlich eingesetzt werden kann.

Aber es gibt auch gute Nachrichten: Die Daten, die noch benötigt werden, damit der CureVac-Impfstoff CVnCoV endlich zugelassen werden kann, sollen nach wie vor noch im Juni vorliegen. Das hat ein Sprecher am Dienstag (1. Juni) bekräftigt. Er erklärte, die Daten „werden es uns ermöglichen, das rollierende Zulassungsverfahren mit der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA zu finalisieren.“ Heißt: Noch im Juni könnte der mRNA-Impfstoff aus Tübingen das deutsche Impfangebot ergänzen.

CureVac-Zulassung verzögert sich - ist der Corona-Impfstoff wirklich gut genug?

Die Studie zur Zulassung von CVnCoV wird übrigens vom unabhängigen „Data Safety Monitoring Board“ (DSMB) durchgeführt. Und auch das hat mittlerweile einen vielversprechenden Zwischenstand mitgeteilt. Wie der CureVac-Sprecher weiter berichtet, sieht das DSMB bisher keine Sicherheitsbedenken für den Impfstoff aus Tübingen. Außerdem habe das Institut bestätigt, dass die Studie weiter fortgesetzt werde, um ausreichend Daten für die statistisch signifikante Wirksamkeitsanalyse zu sammeln.

CureVac

Curevac N.V. ist ein börsennotiertes biopharmazeutisches Unternehmen mit Sitz in den Niederlanden und Zentrale in Tübingen, das sich auf die Erforschung und die Entwicklung von Arzneimitteln auf der Grundlage des Botenmoleküls mRNA spezialisiert hat. Die Firma wurde im Jahr 2000 gegründet. Ihr Covid-19-Impfstoff CVnCoV befindet sich derzeit noch in der Prüfung.

Laut CureVac sind all diese Prüfungen und Studien aber keinesfalls Grund zur Sorge. „Zwischenanalysen zur Bestätigung des Fortschritts einer Studie sind ein normales Prozedere“, erläutert der Sprecher des Biotech-Unternehmens weiter. Diese Überprüfungen bedeuten demnach nicht, dass der Impfstoff möglicherweise nicht wirksam ist.

„Es bedeutet nur, dass mehr Daten benötigt werden, um überhaupt erst eine fundierte Berechnung der Impfstoffwirksamkeit zu ermöglichen.“ Übrigens hat CureVac selbst überhaupt keinen Zugang zu den anonymisierten Studiendaten. Es wurde lediglich vom DSMB über den Fortschritt der Studie informiert.

CureVac: Mögliches Zulassungsdatum bekannt. Doch wie wirksam ist der Corona-Impfstoff?

Update vom 31. Mai: Bis der Corona-Impfstoff des Tübinger Herstellers CureVac zugelassen wird, könnte es noch etwas Dauern — denn noch immer fehlen wichtige Studienergebnisse. Dabei arbeitet das Unternehmen bereits seit Beginn der Corona-Pandemie an dem mRNA-Impfstoff*, ebenso wie BioNTech — nur mit dem Unterschied, dass der Impfstoff aus Mainz bereits seit Ende Dezember in Deutschland verimpft wird und CureVac sich derzeit noch in der zulassungsrelevanten Studienphase befindet.

CureVac nennt vor allem fehlende Gelder zu Beginn als einen Grund, weshalb sich die Fertigstellung des Vakzins so lange zieht. Weitere Ursachen sind die sich rasant ausbreitenden Virusmutationen. Momentan fehlen wichtige Studienergebnisse, welche die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) für eine Zulassung benötigt. Dabei stellt sich nun eine wichtige Frage: Wie wirksam ist der Impfstoff von CureVac gegen das Coronavirus? Gibt es eventuell sogar nur eine geringe Schutzwirkung gegen die Mutationen?

CureVac: Zulassung verzögert sich — Impfstoff hat dennoch entscheidenden Vorteil

CureVac rechnet erst gegen Ende Juni mit den ersten Daten zur Wirksamkeit des Corona-Impfstoffs. Tatsächlich könnte es sein, dass der Impfstoff von CureVac eine geringere Schutzwirkung gegen die bekannten Virusvarianten aufweist. Allerdings bauen auch die Vakzine von BioNTech und Moderna auf das herkömmliche Coronavirus auf — daher sollte sich die Wirksamkeit nicht allzu sehr unterscheiden.

Im Gegensatz zu den bereits zugelassenen Impfstoffen hat CureVac in diesem Punkt sogar einen entscheidenden Vorteil: CureVac forscht mit seinem Corona-Impfstoff bereits in verschiedene Richtung. Derzeit wird sogar eine Studie durchgeführt, inwieweit das Vakzin vor einer Infektion mit der Südafrika-Mutante B.1.351 schützt. Eine erste präklinische Studie mit transgenen Mäusen belegt bereits, dass der Impfstoff von CureVac auch gegen die südafrikanische Mutation* wirkt.

Franz-Werner Haas, Firmen-Chef von CureVac, ist zuversichtlich, was den Corona-Impfstoff angeht. Er erklärt gegenüber dem Handelsblatt: „Klar, wir sind zeitlich hinten dran. Aber der Kampf gegen die Varianten, das Entwickeln von Booster-Impfstoffen und einer neuen Generation von Covid-Vakzinen fängt ja gerade erst an.“

„Bester Impfstoff“ muss warten - Curevac fehlt wichtiges Studienergebnis

Erstmeldung vom 30. Mai: Dass Curevac im Vergleich mit anderen Herstellern zeitlich hinterherhinkt, war Eigner Dietmar Hopp schon lange klar. Selbstbewusst sprach er trotzdem davon, das Rennen um den „besten Impfstoff“ gegen Corona gewinnen zu wollen. Dass das Rennen nun eher zum einsamen Marathon wird, damit hatte Hopp wohl dennoch nicht gerechnet. Noch immer fehlt dem Unternehmen aus Tübingen ein entscheidendes Studienergebnis.

Seit Dezember werden Menschen in Deutschland bereits gegen Corona geimpft. Mittlerweile sind vier Impfstoffe zugelassen. Mehr als ein halbes Jahr später muss sich Curevac aber weiterhin gedulden. Dabei forderte beispielsweise Experte Karl Lauterbach bereits, den Impfstoff des Herstellers per Notfallzulassung zu erlauben.

Curevac: Wichtiges Ergebnis fehlt - „bester Impfstoff“ muss warten

Auch das Unternehmen selbst war lange zuversichtlich, eine Zulassung für den Impfstoff im zweiten Quartal 2021 zu erhalten. Doch das Ende des zweiten Quartals rückt immer näher, das Zulassungsverfahren könnte sich somit sogar bis Anfang Juli in das Dritte ziehen. Die Bundesregierung hofft auf eine Zulassung bis Ende Juni. Angesichts des immer noch herrschenden Impfstoff-Mangels könnte eine weitere Zulassung - noch dazu die eines deutschen Unternehmens - viel wert sein.

Doch während parallel tatsächlich weitere Hersteller mit ihren Vakzinen in den Startlöchern stehen, musste Curevac am Freitag erneut einen Dämpfer bekanntgeben.

Curevac: Studie dauert an - wichtiges Ergebnis fehlt

Zwar habe das unabhängige Data Safety Monitoring Board bei der Zwischenanalyse der zulassungsrelevanten Phase 2b/3 der klinischen Studie „keine Sicherheitsbedenken für CVnCoV“ gehabt. Dennoch mangelt es weiter an Aussagen zur Wirksamkeit.

Der Corona-Impfstoff von Curevac könnte zum Sommer auf den EU-Markt kommen. Das Unternehmen selbst rechnet mit der Zulassung noch im Juni. (Symbolbild)

Diese Daten des mRNA-Impfstoffs werden mit Spannung erwartet - schließlich hat das Vakzin einen Vorteil gegenüber dem von Biontech. „Die Studie wird weiterhin fortgesetzt, um genügend Daten für die Durchführung einer statistisch signifikanten Wirksamkeitsanalyse zu sammeln“, teilte Curevac mit.

Curevac: Studie zu Corona-Impfstoff durch Mutationen geprägt

Die sogenannte HERALD-Studie sei vor allem durch die Verbreitung der Virusmutationen geprägt. Derzeit fände eine Sequenzierung der innerhalb der Studie aufgetretenen Corona-Fälle statt.

Für Curevac könnte das bedeuten, dass eine Zulassung sich möglicherweise noch weiter zeitlich verzögert. Allerdings: Sollte die Wirksamkeit erwiesen sein, könnte Curevac schnell zum „Kassenschlager“ werden.

Corona-Impfstoff: Curevac könnte Millionen Dosen bereit stellen

Der Hersteller aus Tübingen könnte vermutlich schnell mehrere Millionen Dosen zur Auslieferung bereit stellen. Das könnte vor allem bei den möglicherweise schon bald benötigten Auffrischungen ein enormes Plus sein. Parallel arbeitet das Unternehmen bereits an einem Impfstoff zweiter Generation.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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