Tests liefern mieses Ergebnis

CureVac: Wirksamkeit enttäuscht! Woher kommen schlechte Vakzin-Werte?

  • Anna-Maureen Bremer
    VonAnna-Maureen Bremer
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CureVac kämpft. Erst schlechte Ergebnisse bei der Wirksamkeit des Impfstoffs gegen das Coronavirus, dann der Aktiencrash. Warum sind die Vakzin-Werte so schlecht?

Die Meldungen überschlugen sich, als diese Woche bekannt wurde, dass der Impfstoff gegen das Coronavirus des Pharmaunternehmens CureVac einen herben Rückschlag bekanntgeben musste. Die Wirksamkeit des Vakzins aus Tübingen hatte in einer Studie nicht einmal 50 Prozent erreicht. Zu wenig für eine Zulassung in der EU. Aber woran liegt‘s denn, dass der Impfstoff enttäuschende Werte liefert?

Für die deutsche Impfkampagne war es eine erschütternde Meldung, dass CureVac nicht wie eingeplant liefern würde, war er doch für die zweite Jahreshälfte fest und millionenfach eingeplant. Erst angekündigte Verspätungen, jetzt das Drama. Auch in Deutschland reagierten die Investoren teils panisch auf die Meldungen. Die CureVac -Aktie sackte augenblicklich in den Keller. Bedeutet das jetzt, dass der Impfstoff nicht zugelassen wird und endgültig aus dem Rennen ist?

CureVac: Wirksamkeit enttäuscht! Woher kommen schlechte Vakzin-Werte?

Der SWR schreibt: „Der Impfstoff erfüllt nicht die vorgegebenen statistischen Erfolgskriterien von mindestens 50%, die die WHO festgelegt hat. Das Unternehmen selbst scheint auch von der Schwäche überrascht. CureVac -Chef Haas sagt, er hatte auf „stärkere Ergebnisse“ gehofft.“ Robust für den Transport und im Bezug auf die Lagertemperatur hatte Curevac seinen Impfstoff entwickeln wollen, preiswert hatte er auch sein sollen. Deshalb dauerte es bei den Tübingern auch länger.

CureVac: Deshalb hat es der Impfstoff in Sachen Wirksamkeit viel schwerer als andere

Eine Herausforderung vor der CureVac steht: Der Impfstoff trifft anders als die Vakzine von Biontech, Moderna und AstraZeneca in deren Entwicklung bereits im klinischen Test auf eine Vielzahl von Varianten des Corona-Virus. „Genauer gesagt bei den rund 40.000 Probandinnen und Probanden aus 10 unterschiedlichen Ländern wurden 134 Covid-Fälle festgestellt, aber mit mindestens 13 verschiedene Virusvarianten. Und die Wirksamkeit des Curevac-Impfstoffes hängt jetzt sehr von den Virusstämmen und auch vom Alter der Teilnehmer ab – sagt das Unternehmen“, heißt es dazu im SWR-Bericht.

Bedeutet das dann nicht, dass die anderen Impfstoffe, die in ihren klinischen Tests weniger Virus-Varianten ausgesetzt waren, auch weniger wirksam sind? So pauschal lässt sich das nicht sagen, denn die bereits zugelassenen Vakzine werden auch immer wieder gegen die Varianten getestet. Ja, hier nimmt die Wirksamkeit zwar ab, aber sie ist immer noch überdurchschnittlich vorhanden.

Tübinger geben nicht auf: CureVac will zweite Generation des Impfstoffs auf den Markt bringen

CureVac hat es also bei der Entwicklung seines Impfstoffs gleich an mehreren stellen schwer: Durch den Fortschritt der Impfkampagne in Deutschland, ist es schwieriger, Probanden für Studien zu finden. Außerdem nicht außer Acht zu lassen ist, dass der CureVac-Impfstoff und sein Studienprotokoll noch auf das ursprüngliche Virus ausgelegt sind. Es ist laut SWR womöglich einfach zusätzlich Pech, dass CureVac in der „heißen Phase“ mit mehreren und neuen Virus-Varianten umgehen muss. Die Corona-Variante „Delta“ gilt als besonders ansteckend. Auch in Baden-Württemberg ist sie bereits angekommen. 

Aufgegeben wird in Tübingen aber nicht. Stattdessen soll im Herbst die zweite Generation des Impfstoffs kommen. Das neue Vakzin soll bestenfalls neue Corona-Varianten abfangen und idealerweise sogar mit anderen Schutzimpfungen kombinierbar sein. Eine Studie dazu soll im Herbst dieses Jahres beginnen. Auch die laufende Studie will das Unternehmen zu Ende bringen, denn erst dann könne die Wirksamkeit final bestimmt werden.

Rubriklistenbild: © Bernd Weissbrod

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