Herber Rückschlag

CureVac in der Krise: Impfstoff-Wirkung enttäuscht – Aktie crasht

  • Anna-Maureen Bremer
    VonAnna-Maureen Bremer
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CureVac vermeldet niederschmetternde Neuigkeiten. An der Börse stürzt die Aktie des Pharmaunternehmens ab.

Jetzt muss die deutsche Impfkampagne aber einiges aushalten: Kürzlich wurde bekannt, dass Millionen Impfdosen des Herstellers Johnson & Johnson nicht geliefert werden wie geplant. Und jetzt kommt der nächste Hammer: Viel Hoffnung lag auf der Zulassung des Impfstoffs der Firma CureVac aus Tübingen. Jetzt wurden Daten zur Wirksamkeit des Vakzins veröffentlicht; sie sind enttäuschend. Die Aktie des Unternehmens rasselte prompt in den Keller.

CureVac: Niederschmetternde Wirksamkeit - Aktie crasht

CureVac war am Mittwochabend zu einer ernüchternden Mitteilung bezüglich ihren Vakzins gezwungen. Die Tübinger teilten mit, dass eine Zwischenanalyse für den Impfstoff CVnCoV nur eine vorläufige Wirksamkeit von 47 Prozent gegen eine Corona-Erkrankung „jeglichen Schweregrades“ erzielt habe - das berichten unter anderem die Stuttgarter Nachrichten.

Im Bericht heißt es: „Der Curevac-Impfstoffkandidat befindet sich schon seit Dezember - also seit rund einem halben Jahr - in der finalen und damit zulassungsrelevanten 2b/3-Studienphase. Während zahlreiche Konkurrenten ihre Vakzine längst auf den Markt gebracht haben, sammelt Curevac nach wie vor Daten. Ob Curevac nun überhaupt absehbar - und wenn, wann - liefern kann, bleibt vorerst unklar.“

Zukunft für Impfstoff von CureVac unklar – kommt das Vakzin überhaupt auf den Markt?

Eigentlich war der CureVac-Impfstoff in der zweiten Jahreshälfte fest für die deutsche Impfkampagne eingeplant gewesen. Das Bundesgesundheitsministerium veröffentlichte kürzlich allerdings eine Impfstoff-Lieferplanung, auf der die Tübinger bereits nicht mehr berücksichtigt waren. Geplant hatte das Unternehmen die EU-Zulassung seines Impfstoffes im zweiten Jahresquartal - so war der Stand zumindest Anfang Juni. Es hatte nicht lang gedauert, da wurde eine weitere Verzögerung bekannt.

Neue Hoffnung bestand für eine Zulassung im August. Auch diese scheint nun eher unwahrscheinlich. „Die Anleger reagierten zeitweise panisch: Der Curevac-Börsenkurs sackte im nachbörslichen US-Handel am Mittwoch um mehr als die Hälfte ab“, schreiben die Stuttgarter Nachrichten.

Wie es mit dem Impfstoff nun weitergehen sollte, hat CureVac noch nicht detailliert mitgeteilt. Für heute (17.06.) ist um 14 Uhr eine Telefonkonferenz für interessierte Parteien geplant.

Aktie von CureVac rasselt in den Keller –Wirksamkeit wird weiter erforscht

Die Tagesschau schreibt: „CureVac, das mit Bayer zusammenarbeitet, hatte lange Zeit als einer der Hoffnungsträger im umkämpften Rennen um die Zulassung erster Corona-Impfstoffe gegolten. Doch während schon seit Monaten Impfstoffe zahlreicher Konkurrenten weltweit verabreicht werden, sammelt das Tübinger Unternehmen nach wie vor Daten - und hatte Aktionäre wie Beobachter zuletzt immer wieder vertröstet.“

Das Handtuch wird aber in Tübingen bei CureVac auch nach dem Einbruch der Aktie nicht geworfen.  „Die endgültige Wirksamkeit könnte sich noch verändern.“, heißt es. Curevac-Vorstandschef Franz-Werner Haas wies darauf hin, dass die bereits laufende Studie nicht abgebrochen werden solle, auch wenn man auf stärkere Ergebisse gehofft hatte.

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Rubriklistenbild: © Michael Rennertz/Landesregierung Nordrhein-Westfalen/dpa

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