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Darum fliegt der Mega-Drogen-Coup auf: Kleines Detail führt Polizei zum Crystal Meth

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Von: Dominik Jahn

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Polizeipräsidium präsentiert Rauschgiftfund
Darum fliegt der Drogen-Coup auf: Kleines Detail führt Polizei zum Crystal Meth. © Bernd Weißbrod/dpa

Nach Angaben der Polizei und der Staatsanwaltschaft Heilbronn gingen die Drogen-Dealer bei ihrer Tat extrem professionell vor. Nur bei einem Detail an der „falschen“ Hydraulikpresse hatten sie nicht aufgepasst.

Nachdem am Freitagmittag die Polizei und Staatsanwaltschaft in Heilbronn bei einer Pressekonferenz weitere Hintergründe zum Crystal Meth-Fall bekannt gegeben haben, folgte in einer weiteren Erklärung Staatsanwaltschaft Heilbronn und des Polizeipräsidiums Heilbronn der Grund, warum der Drogen-Coup überhaupt aufgeflogen ist.

Dem Bericht zufolge war der Arbeitsbereich Rauschgift der Kriminalpolizeidirektion Heilbronn in enger Abstimmung mit der
Staatsanwaltschaft Heilbronn gegen einen 34-jährigen Tatverdächtigen, der für die Heilbronner Beamten kein Unbekannter ist, mit Ermittlungen beschäftigt.

Crystal Meth-Bande bei Übergabe von Polizei geschnappt

Zusammen mit den Erkenntnissen aus verschiedener Polizeidienststellen aus Baden-Württemberg, insbesondere aus Stuttgart und Mannheim, wurden die Ermittlungen bei den Heilbronner Rauschgiftfahndern gebündelt. In der Folge wurden zahlreiche verdeckte
Überwachungsmaßnahmen durchgeführt, die schlussendlich zu der Erkenntnis führten, dass der 34-jährige Tatverdächtige und sein 33-jähriger Tatgenosse auf eine offenbar tonnenschwere Lieferung warteten.

Diese sollen Transportunternehmen kontaktiert und einen Schwerlastkran nach Sinsheim bestellt haben. Bei der Durchführung des Drogen-Coups waren die Heilbronner Ermittler bereits längst rund um die geplante Abladestelle in Sinsheim positioniert. Als dann ein niederländischer Sattelzug auf das Gelände eines Geschäftes für Shisha-Bedarf fuhr und die Abladung unter der Beaufsichtigung der Tatverdächtigen erfolgte, schlugen die Ermittler zu.

Nach Crystal Meth-Fund: Polizei erklärt professionelles Vorgehen der Täter

Die 24 Tonnen schwere Hydraulikpresse kam dort als Ladung zum Vorschein. Die Presse wurde eigens zum Zwecke des Schmuggels von Betäubungsmitteln umgebaut. Von der Polizei wurde daraufhin ein Gutachter zur weiteren Sichtung konsultiert. Die weitere Untersuchung ergab, dass der Anschein einer funktionsfähigen Hydraulikpresse erweckt werden sollte, was den Verdacht erhärtete, dass es sich bei der sichergestellten Hydraulikpresse um ein hochprofessionelles Betäubungsmittelversteck handeln könnte.

Darauf ließ auch die Herkunft der Presse schließen, die als Teil einer Containerladung von Mexiko nach Antwerpen kam und dort zunächst lagerte. Wie sich weiter herausstellte, agierten die Täter äußerst professionell. Es wurden falsche Personalien zur Beauftragung von verschiedenen Firmen verwendet, darunter teilweise auch Scheinfirmen.

Kleines Detail führt die Ermittel am Ende zum Crystal Meth

Bei der Untersuchung der Hydraulikpresse unter Beteiligung eines Gutachters und Spezialisten der Heilbronner Feuerwehr auf geeignete Verstecke für Betäubungsmittel, insbesondere Hohlräume und bauliche Veränderungen, führte schließlich erst ein kleines Detail zu den 200 Kilo Crystal Meth. Nachdem zuvor sogar mehrere Wände mit bis zu fünf Zentimeter dickem Stahl geöffnet wurden, sorgte ein Blick auf zwei Hydraulikstempel im Inneren der Presse für den Erfolg.

Methamphetamin (Crystal Meth)

Laut Definition ist Methamphetamin ist eine synthetisch hergestellte Substanz aus der Stoffgruppe der Phenylethylamine. Umgangssprachlich wird die Droge auch als Crystal Meth bezeichnet. Sie wird sowohl in der Medizin als Arzneistoff als auch missbräuchlich als euphorisierende und stimulierende Rauschdroge verwendet.

Eine unsachgemäß angebrachte Schweißnaht erweckte das Interesse der Ermittler. Dazu heißt es im Bericht: „Eine Öffnung dieser gab den Blick auf 4 Zentimeter dicke Bleiummantelungen frei. Diese enthielten geschlossene Metallzylinder, in welchen sich schließlich, sicher abgeschirmt vor Röntgenstrahlen durch die Bleischicht, das hochreine Crystal Meth befand.

Innenminister Thomas Strobl äußert sich zum Fund der 200 Kilo Crystal Meth

Auf den Mega-Drogenfund hat am Freitag dann auch Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl reagiert und sich zum Vorgehen der Ermittler geäußert: „Der hartnäckigen Arbeit der Ermittlerinnen und Ermittler ist es zu verdanken, dass wir im Kampf gegen die Rauschgiftkriminalität einen weiteren herausragenden Erfolg verbuchen dürfen. Und der Erfolg darf auch als Warnung und Mahnung verstanden werden.“

Die Ermittlungen sowie die Vorbereitung der Zugriffsmaßnahmen erforderten laut Strobl ein hohes Maß an kriminalistischen Geschick. „Dafür gebührt unserer Polizei erneut Respekt, Dank und Anerkennung.“

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