Keine Lockerungen in Sicht

Weihnachten in Corona-Zeiten: Kretschmann erwartet konkrete Einschränkungen

Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen), Ministerpräsident von Baden-Württemberg.
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Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hält eine weitere Verschärfung der Corona-Maßnahmen nicht für ausgeschlossen.
  • vonJulia Thielen
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  • Anna-Maureen Bremer
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Weihnachten wird in diesem Jahr dank des Coronavirus wohl ganz anders werden. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann fürchtet mehrere konkrete Einschränkungen.

  • Die Auswirkungen des Coronavirus in Baden-Württemberg könnten auch an Weihnachten zu spüren sein.
  • Ministerpräsident Winfried Kretschmann malte zuletzt ein Schock-Szenario für das Weihnachtsfest.
  • Einige konkrete Einschränkungen befürchtet Kretschmann zu Weihnachten in Baden-Württemberg in jedem Fall.

Update, 19. November: Alle Jahre wieder - 2020 wird das wohl kaum jemand genau so denken. Denn angesichts des Coronavirus scheint ein völlig „normales“ Weihnachten undenkbar*. Darauf hat Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, die Bürger schon mehrfach vorbereitet. Auch wenn die Politik ein Weihnachtsfest im Kreise der Familie ermöglichen möchte - derzeit ist eine Besserung des Corona-Infektionsgeschehens nicht wirklich in Sicht. Statt Lockerungen könnten eher noch Einschränkungen kommen. Wie echo24.de* berichtet, auch für die Adventszeit.

Weihnachten mit Corona: In Baden-Württemberg rechnet Kretschmann mit Einschränkungen

Am 25. November wollen sich Bund und Länder erneut zu einem Corona-Gipfel zusammenfinden. Bei der letzten Video-Konferenz zu diesem Thema wollten viele Länderchefs noch keiner weiteren Verschärfung der Corona-Maßnahmen zustimmen. Eine Beschlussvorlage des Bundes hatte deutlich strengere Regeln vor Weihnachten* zur weiteren Eindämmung der Pandemie vorgesehen.

Sollte die Kurve der Corona-Infektionszahlen* nicht drastisch abfallen, wird um diese wohl aber keiner mehr herumkommen. Dann dürfte der zunächst bis Ende November terminierte „Lockdown light“* auch auf die Adventszeit ausgeweitet werden. Winfried Kretschmann rechnet dann nicht nur für Baden-Württemberg auch mit weiteren Einschränkungen.

Coronavirus Baden-Württemberg: Mit diesen Einschränkungen für Weihnachten rechnet Kretschmann

Mit Blick auf die Infektionszahlen sagte der Ministerpräsident in der SWR-Sendung „Zur Sache Baden-Württemberg“, die am Donnerstag (20.15 Uhr) im TV ausgestrahlt werden sollte: „Die Kurve hat sich abgeflacht, aber sie geht auch nicht richtig runter. Deswegen kann es schon sein, dass wir jetzt vielleicht noch mal sogar verschärfen müssen. Lockerung ist jedenfalls nicht in Sicht.“

„Die Kurve hat sich abgeflacht, aber sie geht auch nicht richtig runter. Deswegen kann es schon sein, dass wir jetzt vielleicht noch mal sogar verschärfen müssen. Lockerung ist jedenfalls nicht in Sicht.“

Winfried Kretschmann, Ministerpräsident Baden-Württemberg in der SWR-Sendung „Zur Sache Baden-Württemberg“

Für Weihnachten befürchtet Kretschmann mindestens einige konkrete Einschränkungen. Beispielsweise in Sachen Kirchenbesuchen. „Ich kann mir jetzt nicht vorstellen, dass die Gottesdienste voll geöffnet sind“, erklärte Kretschmann. Messen sind traditionell an Heiligabend immer sehr gut besucht. Gottesdienste mit Einschränkungen seien laut Ministerpräsidenten aber denkbar. Einige Kirchen überlegen derzeit schon, ihre Gottesdienste wegen der Corona-Pandemie ins Freie zu verlegen.

Weihnachten Baden-Württemberg: Coronavirus wird Einschränkungen nötig machen

Auch die Erwartungen an einen Urlaub im Winter dämpfte Kretschmann. „Sicher werden wir dringend empfehlen, keine großen Reisen zu machen, schon gar nicht ins Ausland.“ Dass es Verbote für innerdeutsche Familienbesuche zu Weihnachten geben wird, scheint zwar unwahrscheinlich. Weiter verschärfte Kontaktbeschränkungen könnten Besuche aber immerhin infrage stellen.

Weihnachtsmärkte, wie hier in Stuttgart, sind in diesem Jahr angesichts der Corona-Pandemie fast überall undenkbar.

Dass die ansonsten zur Adventszeit fest dazu gehörenden Weihnachtsmärkte größtenteils ausfallen, ist schon länger klar. Bei weiterer Verschärfung der Corona-Situation in Baden-Württemberg dürften allerdings auch die vielfach geplanten Alternativen* schwieriger durchzuführen sein.

Coronavirus: Wird‘s vor Weihnachten einsam? Kretschmanns Schock-Szenario

Erstmeldung, 17. November: Der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann, beschönigt nichts und stellt am Montagabend klar: „An Lockerungen ist in den kommenden Wochen nicht zu denken.“ Stattdessen kündigt er an, dass sich alle auf lange harte Wintermonate einstellen müssten. Bis eine finale Entscheidung zu Weihnachten fällt, kann es also noch dauern.

Kommen vor Weihnachten NOCH mehr Einschränkungen? Kitas und Schulen sollen weiter offen bleiben

Ja, die Infektionszahlen halten ihren Stand. Aber: Sie sind immer noch viel zu hoch und deshalb gibt es auch keinen Grund, aktuelle Einschränkungen zu lockern. „Wir müssen alle noch eine Schippe drauflegen.“ Zuvor hatten Bund und Länder in einer mehrstündigen Beratung vereinbart, die weitere Entwicklung zunächst noch zu beobachten.

Am 25. November wollen Merkel und die Ministerpräsidenten die Lage erneut bewerten und dann gegebenenfalls auch Vorschriften verschärfen. Das Offenhalten von Kitas und Schulen habe aber nach wie vor eine Priorität. Kretschmann machte außerdem deutlich: „Klar ist: Wenn sich in den kommenden Tagen kein deutlicher Abwärtstrend zeigt, werden wir um strengere Maßnahmen nicht herumkommen.“

Kretschmann ruft dazu auf, Kontakte vor Weihnachten nochmal zu reduzieren

Nur auf das absolute und unbedingt Notwendigste sollten Bürger indes ihre Kontakte begrenzen. Sie sollten gänzlich auf private Feiern verzichten und private Zusammenkünfte mit Freunden, Verwandten und Bekannten auf einen festen weiteren Hausstand beschränken. Das schließe auch Kinder und Jugendliche mit ein. Kurzum: Am einen Tag Freund A und am zweiten Tag dann Freund B sollte vermieden werden.

Im Beschluss von Bund und Ländern heißt es zudem, Bürger sollten auch auf nicht notwendige private Reisen und touristische Tagestouren verzichten, außerdem auf Besuche in Bereichen mit Publikumsverkehr. Besonders gefährdete Menschen sollen mit günstigen FFP2-Masken vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus ausgestattet werden. Über 65-Jährige und Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen sollen insgesamt 15 dieser Masken gegen eine geringe Eigenbeteiligung erhalten können. Die Kosten dafür trägt der Bund.

Kretschmann betont vor Weihnachten: „Die zweite Welle ist noch nicht vorbei“

Die notwendige Wende bei den Corona-Zahlen sei noch nicht erreicht worden, warnte Kretschmann in seiner Ansprache. „Die Kraft der zweiten Welle ist noch nicht gebrochen.“ Sie sei stärker als die erste, in der längere Tage und höhere Temperaturen geholfen hätten.

Einigkeit herrscht in der Regierung nicht. Die einen sehen Lockerungen skeptisch, die anderen die neuen Verschärfungen. CDU-Fraktionschef Wolfgang Reinhart rechnete vor Beginn der Gespräche nicht mit weiteren Verschärfungen oder Lockerungen. „Wir sollten noch eine weitere Woche warten, bis wir die Auswirkungen der Maßnahmen realistisch beurteilen können. Dann lässt sich besser in den Rückspiegel schauen“, sagte er vor Beginn der Beratungen.

Wichtig sei es auch, sie über den November hinaus Gedanken zu machen, forderte SPD-Chef Andreas Stoch. Dies gelte sowohl für den Fall einer kontrollierten Wiedereröffnung derzeit geschlossener Bereiche als auch für den Fall, dass die Lage sich nicht bessere. Stoch forderte auch einheitliche Corona-Regeln und klare Ansagen für die Advents- und Weihnachtsmärkte*. Weitere Corona-Hotspots von Feiernden vor Weihnachten müssten unbedingt verhindert werden. Das Landesgesundheitsamt untermauerte den Appell Kretschmanns zur Vorsicht mit den jüngsten Zahlen zu den Infektionen*. *echo24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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